Christliche Themen für jede Altersgruppe

Alles über Kreuz

Nach der Reformation kam die Gegenreformation: Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg widmen beiden Ereignissen unter dem Titel „Über Kreuz“ ein Themenjahr. An einigen Orten werden Geschichten aus einer Zeit lebendig, als Ökumene noch ein Fremdwort war. 

 

Kloster Ochsenhausen in Oberschwaben. (Foto: Achim Mende)

In Heidelberg, dem einzigen Ort in Baden-Württemberg, den Luther auch persönlich besucht hat, ging es besonders turbulent zu. Siebenmal wechselten hier die Konfessionen, vom Luthertum zum Calvinismus und zurück, bis sich die Reformierten nach Schweizer Vorbild ganz durchsetzten.Doch im 17. Jahrhundert wurden die Kurfürsten wieder katholisch und die Jesuiten mit der Rekatholisierung der Stadt beauftragt.

Fortan trennte eine Mauer evangelische und katholische Christen in der Heiliggeistkirche und eine Jesuitenkirche entstand als barockes Monument der Gegenreformation in unmittelbarer Nachbarschaft.
In sich gespalten war auch das Fürstengeschlecht Hohenlohe. Eine Linie trat zum protestantischen Glauben über, eine andere blieb katholisch. Das ist bis heute so. Ein eindrucksvolles Monument protestantischer Regentschaft ist Schloss Weikersheim, das in hohem Maße durch Graf Wolfgang II. von Hohenlohe (1546–1610) geprägt wurde.

Ihm ist der imposante Rittersaal mit seinen Jagd- und Tierdarstellungen zu verdanken, an einer Stelle hat er sich sogar als Weltenretter verewigt. Er war ein sehr gebildeter Mann, mit Studienaufenthalten in Tübingen und Paris. Das Schulwesen ordnete er ebenso neu wie die Verwaltung und hob kurz vor seinem Tod auch die Leibeigenschaft auf.

Dass die Reformation auch ein großes Bildungsprogramm war, lässt sich am Beispiel des Klosters Maulbronn gut verstehen. Dort wurde eine ehemalige Zisterzienserabtei in eine evangelische Klosterschule umgewandelt. Zu ihr hatten auch Knaben aus ärmeren Bildungsschichten Zugang.Von den 13 Männerklöstern in Württemberg, die in evangelische Klosterschulen umgewandelt wurden, gibt es zwei noch immer: Maulbronn und Blaubeuren.

So sehr das Herzogtum Württemberg protestantisch geprägt ist, so katholisch blieb jener Teil des Landes, der nach den napoleonischen Kriegen hinzukam: Oberschwaben. Hier herrschten die Klöster und die Habsburger. Entsprechend üppig fiel der Barock aus, mit dem die katholische Kirche auf die Schlichtheit protestantischer Gotteshäuser reagierte.

Drei oberschwäbische Monumente stehen dabei im Mittelpunkt des Themenjahrs der Staatlichen Schlösser und Gärten. In der Kirche St. Georg in Ochsenhausen wurde ein zwölfteiliger Freskenzyklus zum Credo für die katholische Kirche: Seht her, das ist unser Bekenntnis, zum Glauben und zum Papst!
Kostbare Reliquien von den ersten Christen aus den Katakomben Roms bilden den Schatz der Zisterzienserabtei Heiligkreuztal. Im Kloster Schussenried werden auch die Protestanten zum Thema, nämlich als Häretiker im Bilderzyklus, Ketzer, die vom rechten Weg abgekommen sind.

Zu den Orten der Gegenreformation gehört auch Rastatt. Hier residierte Sybilla Augusta von Baden-Baden, die nach dem Tod ihres Mannes 1707 die Regentschaft übernahm. Schloss Favorite und die Schlosskirche in Rastatt waren ihre größten Projekte. Aber auch zahlreiche Kapellen ließ sie errichten, als Zeichen ihrer streng katholischen Frömmigkeit. So blieb das Haus Baden konfessionell zweigeteilt: Während die Linie Baden-Durlach früh evangelisch wurde, hielt Baden-Baden dem Papst die Treue.

Mehr über das Themenjahr „Über Kreuz“, Führungen und Veranstaltungen unter Telefon 07251-742770, Internet www.ueber-kreuz2017.de

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