Christliche Themen für jede Altersgruppe

Als alle gingen, blieb vieles

Mit dem Exodus der Siebenbürger Sachsen im Jahr 1990 ist die evangelische Volkskirche im Herzen Rumäniens untergegangen. Doch als kleine Diasporakirche haben Siebenbürgens letzte Protestanten einen neuen Platz in der Gesellschaft gefunden. Etwa in Hermannstadt. Sie ist immer noch die Hauptstadt evangelischer Kultur in diesem Land.

Es regnet in Strömen, als Renate Köber die Kirche von Neppendorf aufsperrt. Köber ist Sekretärin einer Kirchengemeinde, zu der einst über 4000 Menschen gehörten. Neppendorf war eine blühende Gemeinde mit lebendigen Traditionen. Renate Köber erinnert sich an alles, an ihre Konfirmation mit über 70 Konfis, auch an jenes Pfarrerwort irgendwann in den 70er-Jahren: „Ganz schön schwach heute, unser Kirchenbesuch.“ Es waren nur 800 Menschen im Gottesdienst, damals. Achthundert!

Hier oben, auf der Empore über dem Mittelschiff, seit einigen Jahren zu einem kleinen Heimatmuseum umgestaltet, ist all dies lebendiger denn je, aber auch schmerzhafter. Denn fast alle deutschen Neppendorfer wanderten 1990 auf einen Schlag nach Deutschland aus. 115 gehören heute zur Gemeinde, viele im Vergleich zu vielen anderen Sachsendörfern. Die letzte Konfirmation wurde hier vor acht Jahren gefeiert, Köbers Tochter war die einzige Konfirmandin. „Manchmal ist man schon wehmütig“, sagt Köber. In den Vitrinen liegen Trachtenhauben, Urkunden und Musikinstrumente, Zeugnisse aus einer anderen Zeit, für Renate Köber noch ein Stück ihres Lebens, für ihre Tochter nur noch Geschichte.

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