Christliche Themen für jede Altersgruppe

Befreites Leben feiern

Die Wünsche von Christiane Kohler-Weiß, der Reformationsbeauftragten der Landeskirche, gingen in ­Erfüllung: Das Reformationsjubiläum sollte ein fröhliches Fest sein, und es sollte ökumenisch sein. Mehr als 20.000 Menschen haben das beim Festival am 23. und 24. September in Stuttgart miterlebt.


Strahlende Gesichter bei den Besuchern. (Foto: Benny Fürst)

Pfarrer Cornelius Kuttler, Leiter des Evangelischen Jugendwerks (EJW) bestätigte den Festivalcharakter: „Da war zu spüren: Weil der Glaube an Jesus Christus ein befreites Leben schenkt, haben wir allen Grund zu feiern.“ Und ökumenisch war es auch. Nicht nur weil der katholische Bischof da war, sondern auch die Ministranten boten Weihrauch zum Mitnehmen an.

Wie oft Landesbischof Frank Otfried July und der katholische Bischof Gebhard Fürst in diesem Jahr ökumenische Gottesdienste gehalten haben, merkte man am Segen: Den sprachen sie nahezu synchron. Als Bischof Fürst die Brote segnete, die nach dem Gottesdienst mit Brotaufstrichen verteilt wurden, konnte man erahnen, dass es vielleicht mal ein gemeinsames Abendmahl geben wird.
Doch es waren nicht nur der große Gottesdienst und die vielen Konzerte, die das Festival zu einem Fest machten, sondern auch viele kleine Aktionen: Für Bettlägerige singen Ehrenamtliche im Geriatrischen Zentrum Esslingen-Kennenburg am Bett. Wie sich das anfühlt? Festival-Besucher haben es erfahren, denn sie konnten sich in ein Bett legen, die Ehrenamtlichen sangen dann „Guten Abend, gute Nacht“ oder „Kein schöner Land“.

Bei TV Noir mit Moderator Tex Drieschner erzählt Gefängnisseelsorgerin Susanne Büttner von ihrer Arbeit im Frauengefängnis Gotteszell bei Schwäbisch Gmünd. Von Frauen, die jahrelang in einer Ehe ausgeharrt haben, in der sie geschlagen wurden. Bis sie dann das „klassische Frauendelikt“ begehen – nämlich, ihren Mann umzubringen. Doch die meisten der Insassen seien Frauen, die gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben, also mit Drogen in Kontakt gekommen sind. „Diese Frauen wegzusperren, ist schlecht“, findet Susanne Büttner.

Szenenwechsel auf der Bühne: Sorab Jon Azar singt zu seiner Gitarre davon, wie er als Kind einer afghanischen Flüchtlingsfamilie in Deutschland geboren und aufgewachsen ist und leitet damit über zum nächsten Thema Flüchtlinge.

Am Sonntag ist auf dem Schlossplatz das Treffen der Jugend. Die jungen Leute sitzen auf den Gummimatten vor der Hauptbühne, schauen sich Computerspiele an, probieren Sitzsäcke der Churchnight und haben – natürlich – ihre Smartphones zur Hand.  „Freiheit“. Das ist ein Thema für die Jugend.  „Wahnsinn dass ihr da seid“, ruft die Moderatorin auf der Hauptbühne. „Zum 500. Geburtstag der evangelischen Kirche.“ Und sie fragt: „Was heißt für euch frei sein?“. Die Antwort von Bischof July dazu: „Frei sein heißt, dass ich weiß: Gott sagt ja zu mir. Und ich versuche daher, mit aufrechtem Gang ins Leben zu gehen, auch wenn es manchmal brüchig wird.“ Eine Jugendliche, die am Biertisch zuhört, kommentiert das gleich: „Brüchig sagt er. Da meint man, ein Bischof ist einer, der das im Griff haben soll.“ Julys Tipp zum Thema sich frei machen lautet daher: Sich freimachen von der Meinung anderer und ruhig auch mal in den Gottesdienst gehen.

Inzwischen hat sich die Stiftskirche mit jugendlichem Geplapper und Geklapper gefüllt, Luftballone werden von einer Mitarbeiterin eingesammelt. So frei geht es dann in der Kirche doch nicht zu. Aber nach dem Lied „Lass mein Herz wieder tanzen“ geht es darum, was man im Leben eigentlich freiwillig macht. Zum Beispiel zum Festival zu gehen.pz/nm/as/ep

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