Christliche Themen für jede Altersgruppe

Brote in den Ofen schießen

STUTTGART-UNTERTÜRKHEIM – Unter einem „Schuss in den Ofen“ versteht man gemeinhin einen Miss­erfolg. Für die Bäckerinnen der Wallmerkirchengemeinde trifft dies nicht zu. Sie ziehen viele kleine Erfolge aus ihrem Backofen: Brot, Brötchen und Flammkuchen. Und Gemeinschaft. 


Annette Glöckler und ihr Sohn Christian bereiten den Teig vor. (Foto: Gemeindeblatt)

Schon der Teig duftet. Kleine Brötchen und Hefefladen legt Annette Glöckler auf das große metallene Backblech. Sohn Christian verteilt Schmand und Speckwürfel auf dem Teig. Bald werden die Hefebrötchen in einen besonderen Ofen wandern: ins Backhäusle bei der Wallmerkirche.

Die Idee für das Backhäusle stammt vom früheren Untertürkheimer Pfarrer Wolfgang Sönning, der sich einen Pizzaofen für die Jugendarbeit wünschte. Den Kirchengemeinderäten gefiel der Gedanke. Aber warum sollte es nicht gleich ein richtiger Brotbackofen sein? So kam eins ums andere – ein altes Wengerterhäusle wurde gefunden und neben die Kirche gesetzt, ein Weg angelegt und ein Ofen gekauft. Auf dem Gemeindefest im Juni 2005 schließlich wurden die ersten Brote gebacken.

Inzwischen hat sich ein fester Backtermin im Gemeindeleben etabliert, meist am ersten Freitag im Monat. Annette Glöckler organisiert den Backabend. Eingeheizt wird von Rolf Bornemann. „Der Ofen muss etwa zwei bis drei Stunden vorgeheizt werden. Herr Bornemann wohnt in der Nähe, da kann er gut nach dem Ofen schauen“, erklärt Annette Glöckler.

Wenn alle Bäckerinnen eingetrudelt sind, schieben sie ein Blech mit kleinen Backwaren in den Ofen. Quiche, Brötchen oder Flammkuchen. Das hat zwei Vorteile: „Die Brötchen nehmen ein wenig die Hitze aus dem Backofen. Und wir haben dann schon etwas zu essen, während wir auf die großen Brote warten“, so Annette Glöckler.

Inzwischen ist es dunkel geworden. Im Untergeschoss der Wallmerkirche erzählen sich die Frauen Geschichten und essen schon ein paar Brötchen, dann kommt ein Zuruf von Rolf Bornemann. Es ist soweit: Der Ofen hat die richtige Temperatur für die Brote. Die ganze Backgruppe versammelt sich ums Häusle und überlegt, wo im Ofen die einzelnen Brote liegen sollen. Dann geht alles ganz schnell. Eine Bäckerin leuchtet Richtung Backofen, eine andere öffnet die Ofentür, Christian Glöckler streut Mehl auf den Schieber, Annette Glöckler legt das Brot drauf und dann „schießt“ Rolf Bornemann es in den Ofen. Achtmal geht das so. Nach nicht einmal einer Minute sind alle Brote drin.

Nun wird gewartet. Mal eine Stunde, mal länger. „Das ist nicht wie bei einem Elektro-Ofen. Da muss man geduldig sein. Aber wir haben ja Zeit mitgebracht“, sagt Annette Glöckler. Nicht nur Zeit: Das Strickzeug liegt bereit, es gibt Kaffee und die  Brötchen, die frisch und warm sind. Rolf Bornemann liest die Tageszeitung.

Am Ende eines Backabends dann liegen knusprige, rustikal berußte Brote auf dem Tisch. Bereit dazu, verzehrt, eingefroren oder verschenkt zu werden. Zusätzlich zu den Broten nehmen die Bäckerinnen auch anderes mit nach Hause: gemeinsame Erlebnisse, neue Geschichten und auch mal eine fertiggestrickte Wollmütze.¦

Information

Die nächsten Backtermine sind am 7. Februar, 4. April und 5. Mai jeweils gegen 17 Uhr. Wer mitbacken möchte, ist herzlich eingeladen. Interessenten melden sich bis Mittwoch vor dem Backtermin bei Annette Glöckler unter Telefon 0711-334723. Das Backhäusle kann auch für private Feiern gemietet werden.








 

 

 

 

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