Christliche Themen für jede Altersgruppe

Das gelobte Estland

Vor über 150 Jahren wurde im baltischen Estland das östlichste Luther-Denkmal der Welt errichtet. Die Stalinisten zerstörten es 1949, jetzt soll es wieder aufgebaut werden. Die Geschichte eines kleinen ­Landes, mit dem auch viele Württemberger eng verbunden sind, wie das Beispiel von Irene Hahn-Hökh aus ­Ammerbuch-Pfäffingen zeigt.

Das Wohnzimmer von Irene Hahn-Hökh sieht aus wie ein kleines baltisches Museum: ein alter aufgeklappter Koffer aus Estland, das Stadtwappen von Dorpat an der Wand, viele Bilder, die ihre Mutter mit Motiven aus der alten Heimat gemalt hat. Stundenlang konnte ihr die Mutter Geschichten aus dem alten Estland erzählen, „als Kind war das für mich das gelobte Land“, erinnert sich Irene Hahn-Hökh mit einem Lächeln.

Am 15. August 1907 wurde Margarethe Brehde, die Mutter von Irene Hahn-Hökh, in Dorpat, dem heutigen Tartu, geboren. Eine Deutschbaltin mit langer Familientradition in Estland, fest verwurzelt in ihrer baltischen Heimat und dem lutherischen Glauben, der für sie ein Stück Identität war.
Es war eine Identität, die umso bedeutender wurde, weil seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Russland in immer stärkerem Maße Estland für sich vereinnahmte. Die deutsche Minderheit, die bis dahin ausgesprochen privilegiert war, verlor ihre Sonderrechte. Die einheimischen Esten, die noch nie etwas zu sagen hatten, rutschten  weiter in der Hierarchie ab.

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