Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Bibel im Zoo entdecken

STUTTGART – Auf den Spuren biblischer Geschichten führt der Theologe und Journalist Christian Turrey Besuchergruppen durch die Stuttgarter Wilhelma. Immer geht es dabei um Tiere, die in der Bibel vorkommen. Natürlich darf dabei die Arche Noah nicht fehlen.

Bild: Rainer Schmidt überzeugt im Gespräch. (Foto: Gemeindeblatt)

Christian Turrey (50) ist ein Detektiv. Die Bibel in der Hand, geht der Theologe und Journalist in der Stuttgarter Wilhelma auf Spurensuche. Mit über 9000 Tieren in 1000 Arten ist die Wilhelma weltweit einer der artenreichsten Zoos. Also führt Turrey mit Bibel und Tropenhelm einen Tross von Kindern und Erwachsenen im Schlepptau zu Krokodilen, Wachteln, Tauben, Nilpferd, Elefant und Kamel, zitiert Hiob und Matthäus, liest aus dem ersten und vierten Buch Mose, bezieht spielerische Elemente ein, ist Organisator, Erzähler, Spielleiter und Pantomime. Nur die Geschichte mit Daniel in der Löwengrube fällt jetzt weg – die Löwen sind gestorben.

„2003 war in ganz Deutschland das Jahr der Bibel, ich hörte von biblischen Führungen in den Zoos von Köln und Osnabrück und dachte, das könnte die Stuttgarter auch interessieren“, erzählt Christian Turrey. Nach Absprache mit der Wilhelma und dem Katholischen Bildungswerk konzipierte er „eine etwas andere Zooführung“. Seine Erfahrungen als Vater zweier Kinder halfen ihm; auch das Sachbuch von Vitus Dröscher „... und der Wal schleuderte Jona an Land“ kannte er. Dröscher, studierter Zoologe, erklärt die Tierwunder der Bibel aus naturwissenschaftlicher Sicht.

Christian Turrey verknüpft die Geschichte Gottes mit seinem Volk mit der Realität der in der Wilhelma lebenden Tiere. „Auch schon Kindergartenkinder haben Spaß, und Grundschüler sind begeistert“, sagt Turrey. Drei Stunden etwa wandern die Besucher durch die Wilhelma. Und nebenbei fragt der Tourleiter, welche Tiere es wohl auf der Arche Noah gegeben haben mag. „Die Kinder zählen sie auf und stellen am Ende fest, dass es wohl alle waren, die es heute noch gibt“, sagt Christian Turrey.

Seit zwei Jahren nennt sich die Wilhelma dank ihres Einsatzes für gefährdete Haustierrassen „Arche-Park“. „Die Arche, so ist in der Bibel aufgeschrieben, war 135 Meter lang, 22,5 Meter breit und 13,5 Meter hoch, auf drei Stockwerken hätten 280 Güterwagen Platz gehabt“, sagt Christian Turrey. Raum genug für viele, viele Tiere.

Staunend stehen die Kinder vor den Krokodilen: Die Verfasser der Bibel haben sie genau beschrieben. „Ich will nicht schweigen von seinen Gliedern, wie groß, wie mächtig und wohlgeschaffen er ist. Wer kann ihm den Panzer ausziehen, und wer darf es wagen, ihm zwischen die Zähne zu greifen? Wer kann die Tore seines Rachens auftun? Um seine Zähne herum herrscht Schrecken. Stolz stehen sie wie Reihen von Schilden, geschlossen und eng aneinander gefügt. Einer reiht sich an den andern, dass nicht ein Lufthauch hindurchgeht. Es haftet einer am andern, sie schließen sich zusammen und lassen sich nicht trennen“, heißt es in Hiob 41,4–9.

In den Apokryphen erzählt der Autor des Buches Makkabäer 1 von den Elefanten: „Da brach der König morgens früh vor Tag auf und führte das Heer zum Angriff an die Straße nach Bet-Sacharja, stellte es in Schlachtordnung auf und ließ die Trompeten blasen“ (1. Makkabäer 6,33). Wie wunderbar, wenn in diesem Moment ein Wilhelma-Elefant zum Tröten ansetzt!

Und dann die Gleichnisse, die Jesus erzählte und an die sich Matthäus am Beispiel des Kamels in 19,23–24 erinnert: „Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“ Grasend und wiederkäuend stehen die Kamele und Dromedare in ihrem Gehege. Nein, sehen die Kinder, die passen niemals in ein Nadelöhr.

Und dann der Adler: Im fünften Buch Mose (32,10–11) finden sich Bilder, dass Gott sich wie ein Adler verhält: „Er fand ihn in der Wüste, in der dürren Einöde sah er ihn. Er umfing ihn und hatte Acht auf ihn. Er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt, so breitete er seine Fittiche aus und nahm ihn und tug ihn auf seinen Flügeln."

Wenn im Frühjahr 2015 der Kirchentag in Stuttgart zu Gast ist, sei das auch eine gute Gelegenheit, sich mit der Bibel auf detektivischen Spuren zu gehen, findet der „biblische Zooführer“.

Und der Reisesegen, den Christian Turrey zu Beginn der Führung spricht, begleitet die Familien auch über den besonderen Tag hinaus. Denn wer wünscht sich nicht den Mut des Löwen, den Weitblick der Giraffe und die Vorsicht des Hasen?

Informationen über die nächsten Termine für die biblischen Zooführungen

Telefon: 07142-41230

Internet: www.christian-turrey.de

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