Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ein Pfarrer für die Seeleute

Der deutsche Pfarrer Christian Schmidt wohnt mit seiner Familie in Singapur. Er besucht in den Häfen die Seemänner auf ihren Schiffen, ist Ansprechpartner für kleinere Besorgungen


Christian Schmidt auf dem Weg zu einem seiner Arbeitsplätze: ein Containerschiff in Singapur.  (Foto: Martin Bek-Baier)

Das Navigationsgerät von Pfarrer Christian Schmidt zeigt schon einige Minuten lang an, dass er mit seinem Dienstauto über Meeresgrund fährt. Das ist natürlich ein technischer Fehler. Aber signifikant für Singapur: Hier wird schneller künstlich Land gewonnen, als die Software des Navigationsgerätes aktualisiert. Christian Schmidt ist Seemannspfarrer in Singapur und arbeitet bei der Seemannsmission. Sein Einsatzgebiet sind die Häfen des Insel- und Stadtstaates. Mittlerweile gibt es fünf Container- und zwei Fischereihäfen. Singapur wächst ins Meer hinaus. Durch unvorstellbare Mengen Sand, der ins Wasser gekippt wird, entsteht immer mehr Raum, der meist für die Vergrößerung der Häfen genutzt wird.

Christian Schmidts Gemeindemitglieder sind eigentlich die Kirchenmitglieder der lutherischen Kirchen, die auf Schiffen arbeiten. Aber de facto kümmert er sich um Seeleute aus aller Welt, die auf den Schiffen hier Halt machen und die er antrifft. Die „Seafarers Mission“ ist ein Zusammenschluss mehrerer christlicher Kirchen und einiger Religionsgemeinschaften.

Imposanter Anblick: Seemannspfarrer Christian Schmidt im Hafen von Singapur. Foto: Martin Bek-BaierDie Werft, die er heute besucht, wurde erst jüngst auf einem dem Meer abgerungenen Stück Hafen erbaut. Schon die Briten, deren Kronkolonie Singapur bis Mitte der Sechziger Jahre war, hatten mit der Landgewinnung begonnen – wenn auch im weitaus bescheideneren Rahmen. Seitdem hat sich die Insel um ein Viertel ihrer ursprünglichen Größe ausgedehnt. Die Bevölkerung schwillt rasch an, und das ist so gewollt. „Mehr als fünf Millionen Menschen leben hier, Ziel ist sechs Millionen zu erreichen“, sagt Schmidt. Nur Hongkong ist dichter besiedelt.

Bei allem Streben nach Geld, das in der Metropole vorhanden ist: Der Hunger nach Sinn im Leben und Religion ist groß. Davon profitiert in Singapur das Christentum. Von allen asiatischen Staaten der Region hat Singapur den zweithöchsten Anteil an Christen, nach den Philippinen. „Als wir hierher kamen, waren es 17 Prozent Christen, nun sind es mehr als 20 Prozent“, weiß Schmidt. Wobei dazu noch nicht einmal die Katholiken gezählt werden. Die werden eigens betrachtet. Die Regierung reagiert, sie weist bei den Wohnsiedlungen stets auch Grundstücke für „religiöse Gebäude“ aus.

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