Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ein Raum für Experimente

STUTTGART – Fünf Jahre lang war sie ganz oder zumindest teilweise geschlossen. Inzwischen ist sie ­saniert worden und wird jetzt wieder eröffnet: die Hospitalkirche in Stuttgart. Die neue Gestaltung bietet viele Möglichkeiten, neue Gottesdienstformen auszuprobieren.

Vom Innenhof kann man in die sanierte Hospitalkirche blicken. Der Taufstein ist wieder an seinem angestammten Platz - nach der Zerstörung der Vorgängerkirche allerdings im Freien. (Foto:privat)


Mehr Licht. Mehr Luft. Weniger, sehr viel weniger Sitzplätze als zuvor: 300 statt 600. Stühle und Hocker statt Kirchenbänke. Ein neuer Eingangsbereich mit Glastüren, der von außen Einblicke ins Innere gestattet. Draußen steht der Taufstein, der nach dem Zweiten Weltkrieg im Sindelfinger Wald seinen Platz hatte und erst 2014 wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückgeführt wurde.
Die Hospitalkirche war im 15. Jahrhundert ursprünglich für das Dominikanerkloster gebaut worden. Sie war eine dreischiffige Hallenkirche mit 1710 Sitz- und 800 Stehplätzen, die immer wieder umgebaut wurde. Erst 1730 kam ein Turm hinzu.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kirchenschiff durch Bomben fast vollständig zerstört. Nach dem Krieg wurde sie nur zum Teil wieder aufgebaut: Wesentlich kleiner als die ursprüngliche Kirche, sollte sie dennoch 630 Sitzplätze haben. „Die Architektur seinerzeit war ein Kompromiss. Auf kleinstem Raum sollten möglichst viele Plätze entstehen“, sagt Pfarrer Eberhard Schwarz. Das Ergebnis war eine Kirche mit einer „muffig-dunklen Anmutung“, wie es der Architekt Arno Lederer vom Architekturbüro Lederer, Rangnasdottir, Oei formuliert.

2,7 Millionen Euro hat der Umbau gekostet, und Kirchenpfleger Hermann Beck ist stolz darauf, dass das Budget nicht überschritten wurde. Auch der Zeitplan wurde eingehalten. Zwar liegen die Spenden, die in einer Höhe mit 500.000 Euro eingeplant waren, erst bei 363.000 Euro, aber Beck ist zuversichtlich, dass das Ziel bis Ende des Jahres erreicht sein wird.

Die Hospitalkirche bietet jetzt Raum, neue Gottesdienstformen oder -gestaltungen auszutesten: So könnten die Stühle auch mal im Kreis aufgestellt werden. Außerdem wünscht sich  Pfarrer Eberhard Schwarz Taufen im Freien.

In der Hospitalkirche soll der Schwerpunkt auf Bildung, Kultur und eben Experimenten liegen. Deshalb gibt es in der Eröffnungswoche auch zwei besondere künstlerische Höhepunkte: eine Kunstperformance am 10. März um 20 Uhr mit der Klangkünstlerin Catherine Lamb und am 11. März um 21 Uhr ein Lichtkonzert von Laurenz Theinert.   

Information
Die Wiedereröffnung der Hospitalkirche wird am 5. März mit einem Gottesdienst um 11 Uhr mit Prälatin Gabriele Arnold gefeiert. Von 12.30 bis 18 Uhr sind Führungen, Turmbesteigungen und mehr geplant.
In der Themenwoche von 7. bis 11. März finden täglich um 12.30 Uhr Orgelkonzerte statt. Eine literarische Kirchenführung wird am 7. März um 15.30 Uhr angeboten, um 17.45 Uhr wandern Teilnehmer zwischen Stifts- und Hospitalkirche auf den Spuren der Reformation (Treffpunkt Stiftstraße 12). Am 8. März gibt der Württembergische Kammerchor um 20.30 Uhr ein Konzert. Beim Podiumsgespräch am 9. März um 17.30 Uhr geht es um „Kirche in der Bürgergesellschaft“. Werke zeitgenössischer Kunst in der Hospitalkirche zeigt eine Führung am 10. März um 16 Uhr.  Am 11. März  gibt es ab 14 Uhr stündliche Meditationsangebote.

Programm der Festwoche im Internet: www.hospitalkirche-stuttgart.de

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