Christliche Themen für jede Altersgruppe

Frisches Wasser belebt

In der Jahreslosung des alten Jahrs ging es um das neue Herz und den neuen Geist, den Gott in die Menschen legen will. 2018 rückt die Jahreslosung in den Mittelpunkt, dass das neue Leben im neuen Geist und mit neuem Herzen auch erhalten werden muss. Getränkt werden muss. 

Wasser verspricht Leben. (Foto: Simone Sander)

Wer bei einer Wanderung unterwegs ist, freut sich, an einem Brunnen mit frischem Wasser vorbeizukommen. Die verschwitzten Hände und Arme unter das fließende Wasser halten. Sich eine Handvoll davon ins Gesicht werfen. Den ersten Schluck davon trinken und spüren, wie es die ausgetrocknete Kehle hinunterläuft. Das tut gut, erfrischt und belebt. Ein solcher Moment ist auf dem Motiv zur Jahreslosung eingefangen. Die Kamera hat die Fließbewegung des Wassers in Zeitlupe festgehalten.

Bei uns ist Wasser reichlich vorhanden. Doch in anderen Regionen und Kontinenten ist Wasser ein knappes Gut, vor allem trinkbares Wasser. „Wasser für alle“ lautet das Motto der diesjährigen Aktion von „Brot für die Welt“. Das Aktionsmaterial kann dabei helfen, sich der Kostbarkeit des Wassers und unserer Verantwortung dafür, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Wasser bekommen, bewusst zu machen.

Dankbarkeit für diese Gabe Gottes kann uns auch für alles andere den Blick öffnen, was wir ihm verdanken: Lebensmittel, Arbeit, Familie, Freunde, Gesundheit, Friede, Freiheit. Die Darbringung der Erstlingsgaben in Israel hatte genau diesen Erinnerungszweck an die Großtaten Gottes in der Geschichte, zum Beispiel die Erfahrung der Befreiung aus Ägypten, aus der Fremdherrschaft. Die Übersetzung ins Heute sollte auch dadurch vollzogen werden, dass man wenigsten in jedem dritten Jahr den Überfluss den Benachteiligten, den Witwen, Waisen und Fremden, zukommen ließ (vgl. 5. Mose 26,1–13). Die Gaben von Gott genießen und Gottesdienste zu seinen Ehren zu feiern, ohne Gerechtigkeit auch im Ausgleich des Wohlstands zu schaffen, wird in der Botschaft der Propheten scharf verurteilt: „Ich hasse und verachte eure Feste und mag eure Versammlungen nicht riechen … Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit, wie ein nie versiegender Bach“ (Amos 5,21–24). Es kann keine wahre Frömmigkeit geben, die nicht auch zur Nächstenliebe führt.

Im Gegensatz zum Feuer, dass die Macht Gottes symbolisiert und Furcht hervorruft (2. Mose 3,6), steht das fließende Wasser einer Quelle für das Schöpferische, Leben Erhaltende in Gott. Dies drückt der Beter in Psalm 36 so aus: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht“ (Vers 10).

Mit dem Wort der Jahreslosung verheißt Gott dem Durstigen lebendiges Wasser und schenkt sich uns selbst als Quelle und das ohne unser Zutun – umsonst. Wir bekommen von diesem Wasser nicht nur so viel, bis unser erster Durst gestillt ist. Nein, Gott macht keine halben Sachen. Er schenkt sich uns ganz. „Ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein“, so lesen wir kurz nach dem Losungswort.
In der Offenbarung richtet sich diese Zusage an die Christen in der Verfolgung. Sie sehnen sich nach dem Ende dieser Bedrohung, nach Bewahrung vor Gefängnis und Folter. Aber dieser Durst kann viele Namen haben: Der Wunsch nach Frieden, Freiheit oder nach einem auskömmlichen Dasein, der Menschen weltweit zur Flucht treibt. Die Sehnsucht nach Anerkennung, respektvoller Behandlung, nach gleichberechtigter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Suche nach Sinn im Leben, nach Orientierung, nach einer Antwort angesichts eines persönlich erlittenen Schicksalsschlags.
Wer solchen Durst hat, der darf ihn anrufen, wie der Beter in Psalm 42,1: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“

Der Beter des Psalms erfährt nicht sofort Hilfe. Die Bedrohung durch seine Feinde hält an. Beharrlichkeit, Ausdauer und Treue gehören zum Glauben dazu. Nicht immer ist uns die innere Quelle, das Licht Gottes in gleichem Maße zugänglich. Manchmal sind wir vielleicht selbst der Grund dafür, manchmal mutet uns Gott eine Prüfung zu. Doch seine Verheißung nimmt er nie zurück: „Ich will dem Durstigen geben …“ Seine Gnade versiegt nicht.

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