Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gott sei Dank: Kirchenrenovierung!

Die Kirche der Schorndorfer  Stadtkirchengemeinde ist wegen Bauarbeiten geschlossen. Luthers zeigt, wie Pfarrerin Dorothee Eisrich den Glauben in Schorndorf  dennoch weiter und noch aktiver verkündet – und auf die Kirche aufmerksam macht.

Bild: privat

Die Stadtkirche in Schorndorf ist mittlerweile fast 600 Jahre alt. Inzwischen ist eine grundlegende Sanierung unumgänglich geworden. Von den veranschlagten 3,4 Millionen Gesamtkosten für die Renovierung des Inneren müssen 1,7 Millionen Euro von der Kirchengemeinde selbst aufgebracht werden. Das heißt, es braucht Konzepte, die diese gewaltige Summe als Spenden und Sponsoring in der Gemeinde und Bürgerschaft erwirtschaften. Eine große Aufgabe für Pfarrerin Dorothee Eisrich und ihre Mitstreiter aus Gemeinde und Dekanat.

Von Anfang  war klar: So was kann nur im Verbund und gemeinschaftlich mit der Stadt, den Bürgern, der Kirchengemeinde und den Unternehmen vor Ort gelingen. Bei den ersten Überlegungen, wie denn all diese Gruppen für die Unterstützung der Kirchenrenovierung gewonnen werden könnten, wurde der Pfarrerin bewusst: „Die Renovierung ist gar keine Last, sondern eine riesige Chance,  auf unsere Kirche und den lebendigen Glauben in Schorndorf aufmerksam zu machen“, sagt Dorothee Eisrich, „und so Menschen für den christlichen Glauben neu zu gewinnen.“

Der Grundgedanke dabei ist, die Kirche als offenen und kommunikativen Raum für alle in der Stadt deutlich zu machen. Dafür formulierte die Gemeinde ein Positionspapier, wie sich die Stadtkirche in Zukunft nach der Renovierung präsentieren wird. „Offene Kirche Schorndorf: Sie ist das sichtbare Zentrum in der Mitte der Stadt. Zeichen für Bürgersinn, Bürgerstolz und auch ein Ort des öffentlichen Lebens und der Kommunikation.“ So das Positionspapier in seiner Einleitung.

Auch der Glaube wird renoviert

Wichtig ist, dass die Zeit der Renovierung als Anlass genutzt wird, die Tradition der kirchlichen Lehre, der Andacht, des persönlichen Glaubens und der Lebenspraxis für die Bürger in Schorndorf deutlich zu machen. Und damit zudem auch Spenden und Unterstützung zu gewinnen, die die Renovierung der Stadtkirche ermöglichen. Der Stadtkirchengemeinde Schorndorf gelingt das auf besondere Weise. Die Pfarrerin nennt drei Beispiele von vielen Projekten und Aktionen in Schorndorf.

Erstes Beispiel: Wenn die Kirche als Gebäude geschlossen ist, kann der Gottesdienst auch Open-Air stattfinden: Klar, jeder kennt im Sommer den Waldgottesdienst und dergleichen. Nicht in Schorndorf.

Die Schorndorfer Stadtkirche feierte den Weihnachtsgottesdient  Open-Air. Auf dem Marktplatz mit 3 000 Teilnehmern. „Ein ganz besonderer Gottesdienst war das“, betont Pfarrerin Eisrich,  „ganz unterschiedliche Konfessionen und Generationen haben Weihnachten unter freiem Himmel gefeiert  und alle haben diese besondere Atmosphäre genossen. Viele haben mich auf diesen Tag angesprochen, auch Menschen, die sonst nicht in die Kirche gehen. Die Helfer und Organisatoren aus der Stadtverwaltung, unserer Gemeinden und die freiwilligen Helfer werden sich noch lange an diese Veranstaltung erinnern.“  Ein wichtiger Schritt auf dem eingeschlagenen Weg: Die Bürger erleben, was Kirche sein kann und nehmen sie als bedeutsam und notwendig wahr, es lohnt sich, sich für sie zu engagieren.

„Nur um Spenden bitten ist zu wenig!“

Beispiel zwei: Sponsoring für die Renovierung der Kirche in Schorndorf folgt einer eigenen Logik: „Nur um Spenden bitten ist zu wenig“, sagt die Pfarrerin. „Das Engagement soll auch dem Glauben und den Gläubigen dienen.“  Ein örtlicher Kinobetreiber stellt zum Beispiel den Kinosaal und Werbezeit im Kino zugunsten der Stadtkirchen-Renovierung als Sachspende zur Verfügung. Die Idee dahinter: Jugendliche wurden aufgefordert, einen Werbeclip zu drehen. Inhalt und Botschaft sollen sein: „Warum es Jugendliche notwendig finden, dass für die Stadtkirche gespendet wird!“ Insgesamt wurden 17 Clips eingereicht. Die drei besten erhalten je zwischen 50 und 150 Freikarten für das Kino. Der Siegerclip wird über einen Monat im Werbeblock des Programms gezeigt. Die Effekte sind: Werbung für die Spendenaktion, Aufmerksamkeit für die Stadtkirche und die Verbreitung der christlichen Botschaft in Bevölkerungskreise, die die Kirche sonst nicht erreicht.

Beispiel drei: Ein Gotteshaus als Konzerthalle, das kennt jeder. Aber eine ausgeräumte Kirche mit Gerüsten und Baustellenambiente findet sich nicht so häufig. Die Besonderheit dabei:  Die Konzertbesucher stehen auf dem Fußboden der Kirche und lauschen dem Konzert. Die Musiker jedoch sitzen nicht auf der Empore oder „Bühne“, sondern auf den Gerüsten. So entsteht eine besondere Atmosphäre und Akustik. Das alles sind unwiederholbare Veranstaltungen. Über sie sprechen auch Menschen, die sonst nicht in die Kirche gehen. Die Kirche wird damit als besonderer und lebendiger Ort der Begegnung wahrgenommen. Nach ihrem Rezept für eine lebendige Gemeindearbeit befragt, betont Dorothee Eisrich: „Ich kann andere mitnehmen. Aber ganz wichtig ist: Ich werbe nicht für mehr Kirchlichkeit. Jesus hat um das Reich Gottes geworben, nicht für die Kirche als solche. Deshalb will ich durch Bedeutsamkeit der christlichen Botschaft überzeugen.“

Der Lohn für diese auch anstrengende Tätigkeit ist, dass sich ständig neue und zusätzliche Mitarbeiter für die Projekte engagieren, neue Gesichter in den Gottesdiensten zu sehen sind. Und dass der Eigenanteil der Kirchengemeinde an der Innenrenovierung schon fast erreicht ist. 

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