Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gott und die Welt im September

Die Ratgeber-Rubrik auf Ihre Fragen rund um die Kirche, den Glauben und die Bibel. Monat für Monat eine neue "Gebrauchsanweisung" für die Kirche, ein neues Kommentar von Corvus und die Tipps zum Einstieg in die Bibel.

Bild: Adpic, E. Isselée

Septembertag

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit,
die dich befreit, zugleich sie dich bedrängt;
wenn das kristallene Gewand der Wahrheit
sein kühler Geist um Wald und Berge hängt.
Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit.

Christian Morgenstern (1871 – 1914)

Gebrauchsanweisung für die Kirche

„Kirche ist ein bisschen kompliziert“ – diese Meinung hört man immer wieder von Menschen, die protestantischen Glaubens sind, aber vielleicht nur selten zum Gottesdienst kommen können. Mit unserer „Gebrauchsanweisung für die Kirche“ machen wir den Zugang zu Glauben und zur Gemeinde einfacher. Auch Sie haben eine Frage zu Glaube, Kirche oder Gemeinde? Zu Riten und Bräuchen, Festen oder Ämtern?
Senden Sie uns Ihre Fragen - per Post an die Redaktion Luthers, Augustenstrasse 124, 70178 Stuttgart oder per e-mail an redaktion(at)luthers-magazin.de.

Warum sind unsere Bibelausgaben so verschieden?

In unserem ökumenischen Bibelgesprächskreis sind wir kürzlich auf einige Unterschiede in unseren Bibeln gestoßen, die wir nicht erklären können.

Es geht aber nicht um Übersetzungsunterschiede?

Nein, das meine ich nicht. Was uns seltsam erschien, ist der Umfang unserer Bibelausgaben beim Alten Testament und die Reihenfolge der Schriften am Ende des Neuen Testaments.

Von welchen Bibelausgaben sprechen Sie?

Von der „Einheitsübersetzung“ der Heiligen Schrift, die 1981 im Katholischen Bibelwerk erschienen ist, von der „Zürcher Bibel“ in der neuesten Version von 2007 und schließlich noch von der „Lutherbibel“ in der Ausgabe von 1984.

Es geht also um Bibeln, die in drei unterschiedlichen kirchlichen Traditionen beheimatet sind: der katholischen, der schweizerisch-reformierten und der lutherischen. Die katholische Kirche hat sich auf dem Konzil von Trient 1546 beim Beschluss über die Auswahl und Reihenfolge der biblischen Bücher nach der damals maßgeblichen lateinischen Bibelausgabe, der „Vulgata“, gerichtet. In diesen „Kanon“ – dem griechischen Wort für „Maßstab“ – sind beim Alten Testament auch solche Schriften aufgenommen, die nicht in hebräischer, sondern in griechischer Sprache verfasst waren.

Zum Beispiel?

Zwei Makkabäerbücher, die Bücher Tobit, Judit und Ester, die „Weisheit Salomos“ oder das Sirach-Buch. Außerdem noch einige kürzere Texte.

Sind dies nicht die „Apokryphen“, die wir auch in einigen Ausgaben der Lutherbibel mit abgedruckt finden?

Richtig. Die Protestanten rechnen diese Bücher zu den „Apokryphen“ („verborgene Bücher“), „welche der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind.“ (Luther). Sie gelten also nicht als „Bibel“
und sind deshalb normalerweise in evangelischen Bibelausgaben auch nicht abgedruckt.

Warum aber stimmt die Reihenfolge der biblischen Bücher nur bei der Zürcher Bibel, nicht aber bei der Lutherbibel mit der „katholischen“ Reihenfolge überein?

Das ist in der Tat bemerkenswert. Manche von uns haben möglicherweise
noch einen Merkvers im Ohr, der mit den folgenden Zeilen endet: „ …beide Thessalonicher, an Timotheus und Titus, an Philemon, Petrus zwei, drei Johannes, die Hebräer, Jakobs, Judas Brief dabei. Endlich schließt die Offenbarung das gesamte Bibelbuch ...“ Das passt aber nur für die Lutherbibel. Wer nach diesem Merkvers in seiner Zürcher-Bibel z. B. nach dem Hebräerbrief
sucht, bekommt Schwierigkeiten.

Wie ist das zu erklären?

Luther hat in seinen Bibelausgaben für jene Schriften, die seiner Überzeugung
nach die frohe Botschaft von Jesus Christus verkürzen, einen Platz am Ende der Bibel bestimmt. Da der Judasbrief und die Johannesoffenbarung schon in der
Vulgata am Schluss standen, musste unser Reformator nur noch den Hebräerbrief und den Brief des Jakobus dorthin versetzen.

Na, das erscheint mir aber verwegen. Mit welcher Begründung?

Davon mehr ein ander Mal!

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