Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ist das nicht ein Wunder?

Landwirtschaft und Glauben waren schon immer stark verwoben, sagt Bauernwerk-Pfarrer Clemens Dirscherl. Wie aus dieser Verflechtung die Erntebittgottesdienste entstanden, warum die Bauern trotzdem an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, erklärt er im Gespräch mit Frank Lutz.

Herr Dirscherl, eine Bauernregel lautet: „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun‘ und Fass.“ Hat sich der Spruch in diesem Jahr bewahrheitet?

Clemens Dirscherl: Nein, mit Sicherheit nicht. Seit dem Frühjahr kämpfte man mit Widrigkeiten nach den Unwettern. Viele junge Pflanzen sind im Wasser oder Schlamm vermodert. Die Ähren standen dann vielerorts wunderbar da, aber der Ertrag war eher unterdurchschnittlich. Hinzu kommt noch ein weiteres Problem: Heute haben wir eine globale Landwirtschaft. Gut gefüllte Getreidelager, ein üppiges Milchangebot und volle Schweineställe drücken da gleich auf den Preis. Ich glaube, Sie werden kaum Landwirte finden, die mit großer Begeisterung Erntedank feiern.

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