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Kunstwerk sucht Heimat

Renate Dommasch hat auf dem Kirchentag spontan ein Kunstwerk gekauft. Es ist ein alter Weihnachtsbaum, der zum Kruzifix wurde. Für ein paar Monate stand der „Baum des Todes. Baum der Hoffnung“ in der Riedenberger Kirche. Jetzt sucht das Kunstwerk eine neue Bleibe.

Es ist eine ungewöhnliche Skulptur: Ein Kruzifix, das aus den Ästen eines ausgedienten Weihnachtsbaumes gefertigt wurde. Die Künstlerin Madlen Janina Mettenbrink-Franz aus Edingen bei Heidelberg hat es geschaffen. Dazu hat sie die Tannenzweige wie bei einem Adventskranz mit Draht zusammen gebunden und ihn anschließend mit Weißleim haltbar gemacht.

„Das Leiden Christi ist ja schon in der Geburt angelegt“, erläutert Mettenbrink-Franz. Der Baum mache etwas ganz ähnliches durch, er verliere seine Lebenskraft. Deshalb hat sie ihr Kunstwerk auch „Baum des Todes. Baum der Hoffnung“ genannt.

Die 5,20 Meter hohe und am Querbalken  3,10 Meter breite Skulptur war bereits in mehreren Kirchen aufgestellt: Zunächst in der evangelischen Kirche von Edingen, später in der Mannheimer Schlosskirche. Beim Kirchentag in Stuttgart im vergangenen Jahr war sie in der Berger Kirche zu sehen. Renate Dommasch aus Stuttgart hat das Kunstwerk dort entdeckt und war sofort fasziniert. Der braungraue Baumstamm und der Korpus, der das Grün noch ahnen lässt,  haben es Renate Dommasch angetan. Was würde aus dem Werk werden, wenn der Kirchentag erst einmal zuende ist? Diese Frage stellte Dommasch der Künstlerin – und bekam zur Antwort, dass die Figur nicht in die kleine Wohnung hineinpasse, in der Mettenbrink-Franz mit ihrem Mann und zwei Töchtern wohnt. Vielleicht würde sie das Kunstwerk einfach zerhacken. Renate Dommasch reagierte prompt: „Das geht nicht!“ Und entschloss sich ganz spontan zum Kauf. Es war das erste Mal, dass sie ein Kunstwerk erworben hat, und auch für die Künstlerin war die Situation neu. Jedenfalls hatte Mettenbrink-Franz noch gar nicht über einen etwaigen Preis nachgedacht. 500 Euro hätten die Materialkosten betragen, rechnete sie aus. Renate Dommasch  wollte die junge Künstlerin unterstützen, ein gutes Werk tun. Deshalb zahlte sie für den Baum 2200 Euro. Und es kamen noch rund 1000 Euro für einen Ständer hinzu.

Für die Riedenbergerin war klar, dass das Kunstwerk in eine Kirche gehört, obwohl sie selbst keine regelmäßige Kirchgängerin ist, wie sie von sich selbst sagt. Kurzerhand nahm sie Kontakt auf mit der Pfarrerin der Emmauskirche in Riedenberg, Elisabeth Jooß. Sie vereinbarten, dass das Kunstwerk dort für ein paar Monate zur Probe aufgestellt werden dürfe. Dommasch sorgte für den Transport und übernahm auch diese Kosten. Es gab gar eine feierliche Enthüllung mit der Künstlerin.

Der Todes- beziehungsweise Hoffnungsbaum habe in der Gemeinde für großen Wirbel gesorgt, berichtet Renate Dommasch. Vielen hätte das Kunstwerk gefallen, doch vielen auch nicht. „Das hat das Gemeindeleben richtig in Bewegung gebracht“, blickt die 81-Jährige zurück. Nach ein paar Monaten entschied der Gemeinderat, die Skulptur wieder abzubauen, weil das Kunstwerk, obwohl filigran, in der kleinen Kirche nicht genug Platz hatte. Inzwischen liegt der umgestaltete Weihnachtsbaum sorgfältig verpackt auf dem Dachboden der Riedenberger Kirche.

„Ich habe mir das alles etwas leichter vorgestellt. Ich dachte, es gibt einen riesigen Absatz für das Kunstwerk“, sagt Renate Dommasch. Enttäuscht wirkt sie dabei nicht, eher verwundert. Und sie gibt nicht auf: „Es ist klar, dass die Skulptur nicht aus Marmor gefertigt wurde und deshalb auch nicht 100 Jahre stehen kann. Aber es wäre schon schön, wenn sich die Menschen für ein paar Jahre daran erfreuen könnten.“

Dommasch hat fest vor, die Skulptur einer interessierten Kirchengemeinde zu stiften. Und sie verspricht, auch den Transport in die neue Heimat des Kunstwerks zu bezahlen.

Telefon: 0711-471670

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