Christliche Themen für jede Altersgruppe

Mit guter Laune und Musik

DITZINGEN –  Die Evangelische Allianz lud Jugendliche zu einem „Chill out“ vor der Konstanzer Kirche in Ditzingen ein. Sie feierten ein idyllisches Fest unter Palmen mit kostenlosen Speisen und Getränken, viel guter Laune und Lagerfeuer-Musik. Wer wollte, konnte mit der Spray-Dose kreativ sein und bei der Gestaltung eines Graffiti-Kunstwerks mitwirken.


Eigentlich gab es kein Programm und doch war jede Menge los: Chill-out-Fest vor der Konstanzer Kirche mit  Palmen, Graffiti-Kunst und klangvoller Gitarrenmusik. (Fotos: Gemeindeblatt)

Es klingt immer irgendwie verlockend, wenn es etwas umsonst gibt. Würstchen vom Grill, Vegetarisches, Halalfleisch für die Muslime: Für all das mussten die Jungen und Mächen vor der Konstanzer Kirche in Ditzingen keinen Cent bezahlen. Sie kamen in Scharen, lachten, aßen, tranken und fragten ab und an ganz neugierig, warum sie das alles einfach geschenkt  bekommen.

Es sind die einzigen Momente, in denen Pastor Peter Statz vielleicht etwas deutlicher wird: „Christen haben für euch gespendet“, sagt er dann beispielsweise, und wer partout nicht weiß, was Christen sind, dem erklärt er auch das noch in aller Ruhe.

Ansonsten lebt das „Chill out“ in Ditzingen davon, dass die christliche Symbolik  sehr weit im Hintergrund bleibt. Bewusst haben sie auf Werbeflyer, Infostände, Gottesdienste oder Andachten verzichtet: „Damit auch die kommen, die sonst nicht kommen würden“, sagt Peter Statz.

Statz ist Pastor bei „Treffpunkt Leben“, einer freien charismatischen Gemeinde, die Teil der evangelischen Allianz in Ditzingen ist. Zu der gehört auch die Gruppe der Süddeutschen Gemeinschaft und die evangelische Kirchengemeinde mit ihrem Jugendreferenten Andy Gerlach: Zusammen haben sie die Chill-out-Idee entwickelt, weil sie beobachtet haben, dass  Jugendlichen an den beiden Tagen vor den Sommerferien in ein Vakuum fallen: Noch ist Schule, aber eigentlich auch nichts mehr zu tun. Warum ihnen nicht in Ditzingen an den beiden letzten Schultagen etwas bieten?

Chill out ist englisch und steht für abkühlen, runterkommen, entspannen. In Disotheken und Clubs gibt es so genannte Chill-Zonen, in denen erschöpfte Tänzer zur Ruhe finden können. Es ist ein Ausdruck, den Jugendliche verstehen, der aus ihrer Szene-Sprache stammt.

Die Ditzinger Chill-Zone war unmittelbar vor der Konstanzer Kirche. Wer wollte, konnte dort einfach ein wenig abhängen, singen, lauschen, schwätzen, mit anderen Jugendlichen  zusammen sein.   

Und wie sich die Organisatoren der Evangelischen Allianz für sie ins Zeug gelegt hatten:  Kleine Sitzgruppen gab es, Palmen, die man von einer Gärtnerei ausgeliehen hat. Auf der einen Seite brutzelte Gegrilltes, auf der anderen Seite gingen  alkoholfreie Getränke über die Theke. Eine junge Frau sang zu den Klängen ihrer akustischen Gitarre und  scharte bald eine Gruppe von Zuhörern um sich. 

Das war das eigentlich Interessante  beim Ditzinger Chill out, dass es im Grunde kein Programm gab und doch jede Menge geboten war. Die große weiße Wand in der Mitte des Gartens? Wer wollte, konnte einfach mitmachen und sie mit Graffiti besprühen. Mike Becker, ein Stuttgarter Künstler, zeigte den Jungen und Mädchen, wie‘s geht und konnte sich anschließend vor interessierten Sprayern nicht mehr retten. Auf die Plätze, fertig, los: In kaum einer Stunde hatte sich die leere Fläche in ein großes farbenfrohes Kunstwerk verwandelt,  dem der Profi den letzten Schliff gibt.

Irgendwann ging die Sonne unter und die Lichterkette zwischen den Plamen vor der Konstanzer Kirche  an. In der Mitte loderte ein Lagerfeuer und eine neue Band heizte mit Musik richtig an. Die Jugendlichen grillten süße Marshmallows, sangen, lachten, posierten.

Sie waren aus allen Himmelsrichtungen gekommen, aus allen Ecken der Stadt ins Zentrum, wo an diesem Abend etwas für sie geboten war: Die gute Plakat- und Schulwerbung  hatte  Wirkung gezeigt. Alle hatten sie in Dit-zingen das Event unterstützt, die Kirchen, die Schulleitungen, der Oberbürgermeister. Die Bäcker und Metzger, die Brötchen und Würste lieferten: Sie stellten dafür zumeist noch nicht einmal eine Rechung. Der Rest wurde aus den Erlösen eines Gospelkonzertes finanziert.

„Ich werde von Gott beschenkt, jetzt beschenke ich dich“: Dieser Leitgedanke stand hinter dem ersten von der evangelischen Allianz initiierten  Chill out in Ditzingen. Hunderte von Jugendlichen nahmen das Angebot an, Kirchennahe und Kirchenferne, junge Migranten islamischer Herkunft, die dort niemals den Eindruck hatten, fehl am Platz zu sein: Sie alle durften mitmachen, die Gemeinschaft erleben und spüren, dass sie zu hundert Prozent willkommen waren.

Pastor Peter Statz, 38, der vor 20 Jahren mit einer Hiphop-Band seine Laufbahn begonnen hatte und heute noch teilweise als Künstler arbeitet, ist sichtlich angetan von der Resonanz und der entspannten Atmnosphäre. „Mal sehen, wie es 2015 weitergeht“, sagt er.  „Vielleicht“, so seine vorsichtige Prognose, „machen wir dann ja sogar mehr als zwei Abende.“

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