Christliche Themen für jede Altersgruppe

Miteinander auf dem Weg

STUTTGART-BAD CANNSTATT – Vor 400 Jahren, von 1612 bis 1613, erschuf Baumeister Heinrich Schickhardt den markanten Turm der Stadtkirche in Stuttgart-Bad Cannstatt. Mit einem Mottowagen erinnert die Gemeinde beim großen Volksfestumzug an das Jubiläum und setzt Akzente. 

In mittelalterlichen Gewändern begleiten Gemeinde­­mitglieder das Kirchenmodell beim Festumzug zum Cannstatter Volksfest. (Foto: Dieter Skubski)

Die Stadtkirche in Bad Cannstatt gibt es gleich in zweifacher Ausfertigung. Das Original weist den Weg hinein in den Ortskern, die Miniaturausgabe im evangelischen Zentrum wartet auf ihren Auftritt. Und der steht unmittelbar bevor, denn Ende September findet der traditionelle Umzug zum Cannstatter Volksfest statt, mit Trachten- und Musikgruppen, Brauereiwagen, Festwirten und Schaustellern. Mitten drin ist die Stadtkirchengemeinde Stuttgart-Bad Cannstatt, die sich zum zweiten Mal mit dem nachgebauten Modell ihrer Kirche präsentiert.

200 Stunden lang hat eine Gruppe Ehrenamtlicher unter Anleitung von Profis im letzten Jahr gesägt, geleimt, gezeichnet und gemalt. Herausgekommen ist ein Abbild der Cannstatter Kirche. Mittelpunkt und reizvoller Blickfang ist der Turm, der in diesem Jahr sein 400-jähriges Bestehen feiert. Verantwortlich für das Modell st die Stuttgarter Künstlerin Diemut Hoschar, die zusammen mit der Gruppe das Werk mit einem abnehmbaren Kirchendach geschaffen hat. Der Stolz über das Resultat der vielen schweißtreibenden Arbeitsstunden ist ihr anzumerken: „Die Beschäftigung mit dem Modell hat mir die Kirche noch mal sehr nahe gebracht.“ Sie findet es richtig, dass „Christen sich und ihren Glauben auch auf eine solch ungewöhnliche Weise zeigen können.“

Bekannte Persönlichkeiten

Sich zeigen: Das ist eine wesentliche Intention rund um den Umzugswagen der Stadtkirche. Denn das auf einem Traktor gezogene Stadtkirchenmodell wird flankiert von Männern und Frauen in den Gewändern bekannter Persönlichkeiten aus vergangenen Jahrhunderten. Neben Aberlin Jörg schreiten Casparus Gräter, von 1537 bis1541 erster evangelischer Pfarrer in Cannstatt, der Turm-Erbauer Heinrich Schickhardt und ein historischer Turmwächter entlang des Wagens. Begleitet werden sie von den Heiligen Cosmas und Damian, Schutzpatrone der Stadtkirche, von Ärzten und Apothekern. Auch die Beginen, fromme Frauen, die in Glaubensgemeinschaften wohnten und karitativ wirkten, begleiten den Zug. Unter dem schlichten Beginenhabit verbirgt sich Heidi Wiessmeyer, eine engagierte Cannstatter Christin. Sie freut sich an der Verkleidung und am Engagement aller Beteiligten. „Und auch ich bin gern wieder dabei. Das ist doch eine schöne Form, Vergangenheit und Gegenwart anschaulich zu präsentieren.“

Ins gleiche Horn stößt auch „Turmwächter“ Eberhard Steinhilber im mittelalterlichen Originalgewand. Dem Cannstatter Diakon ist neben dem Verkleidungs- und Umzugsspaß ein weiterer Aspekt sehr wichtig: „Durch unsere Präsenz machen wir auch deutlich, wo eigentlich der Ursprung des Volksfestes liegt. Nach zwei Jahren bitterer Hungersnot hat König Wilhelm aus Dankbarkeit über eine gute Ernte dem Volk ein landwirtschaftliches Fest gestiftet.“ Für Florian Link, der ebenfalls im historischen Gewand mitläuft, haben sowohl die Beteiligung von Gemeindemitgliedern, Konfirmandengruppe und Posaunenchor als auch das Bild einer sich im Wortsinn bewegenden Kirche eine hohe symbolische Bedeutung. „Es wird deutlich, dass Aufbrechen, Suchen, Spüren und Hoffen zu einer lebendigen Kirche dazu gehören. Die Aktiven beim Volksfestumzug erfahren gleichnishaft, wie schön es sein kann, sich miteinander auf den Weg zu machen.“

Information

Der Volksfestumzug am 29. September 2013 startet um 11 Uhr am Daimlerplatz in Stuttgart-Bad Cannstatt. Er führt von der König-Karl- und Marktstraße zur Daimlerstraße zum Cannstatter Wasen. Mehr als 100 Gruppen nehmen teil. Der Gottesdienst in der Stadtkirche beginnt bereits um 9.30 Uhr.

Ein weiterer Gottesdienst auf dem Wasen findet um 10 Uhr statt: Pfarrer Manfred Mergel aus Simmozheim predigt im Schwabenbräu-Festzelt auf Schwäbisch zum Thema: „I glaub scho!“.

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