Christliche Themen für jede Altersgruppe

Mönche und moderne Kunst

Ottobeuren hat mehr als nur eine berühmte Barockbasilika. Wer sich etwas Zeit nimmt, kann in dem kleinen Ort im Unterallgäu ein Museum für moderne Kunst entdecken. Und sehen, wo Sebastian Kneipp das erste Mal mit Wasser in Berührung kam.






Die vielen Seiten Ottobeurens: das Barockkloster, das moderne Kunstmuseum Dieter Kunerth und Pater Christoph. (Fotos: www.luftbild-bertram.de, Architekt Lohrer, Gemeindeblatt)

Auf einer Anhöhe in der Mitte des Ortes thront die große Klosterkirche St. Alexander und St. Theodor. Sie ist das Zentrum einer riesigen Reichsabtei aus dem 18. Jahrhundert und eines der herausragenden Sakralbauwerke des Barock, mit einer Akustik, die Musikerherzen höher schlagen lässt.
Im Inneren der Klosteranlage schlägt hingegen bis heute das Herz einer lebendigen Benediktinerabtei. 18 Mönche gehen dort ihrer Arbeit nach, unterrichten an Schulen, versehen den Pfarrdienst, züchten Bienen oder führen Gäste durch die Räume.

Es gibt kaum eine Frage dazu, auf die Pater Christoph nicht vorbereitet wäre, wenn er Besucher führt. „Ja, das war nicht bescheiden damals.“ „Nein, wir bewohnen schon lange nicht mehr das ganze Gebäude.“ „Und stellen Sie sich einmal die Heizkosten vor.“

Pater Christoph ist ein junger Mann mit Humor, ein bayerischer Schwabe von 39 Jahren, der schon Abt-Stellvertreter ist und früher einmal Karsten hieß. Karsten, der Energieelektroniker, der nun im schwarzen Mönchshabit seine eigentliche Berufung gefunden hat. Und der voller Ehrfurcht erzählt, wie er bei seiner Priesterweihe ein Messgewand aus dem Jahre 1766 trug. Andächtig zieht er es aus der Schublade und berichtet von noch älteren Gewändern, die der Abtei gehören. Eines soll sogar Martin Luther getragen haben, als er noch katholischer Priester war.

Auch der berühmte Sebastian Kneipp war katholischer Pfarrer. Im Ottobeurer Ortsteil Sebastianrieth wurde er 1821 geboren und in der großen Klosterkirche getauft. Es wurmt die Ottobeurer ein wenig, dass die meisten Touristen bei Kneipp nur an seinen späteren Wirkungsort Bad Wörishofen denken und nicht an jene Gemeinde, in der er seine Kindheit verbrachte.

Wer sich ein wenig Zeit nimmt für Ottobeuren, entdeckt viele Geschichten. Die jüngste ist die des Künstlers Dieter Kunerth. Der 74-jährige gehört zu den eigenwilligsten Vertretern der modernen Malerei und Bildhauerei. Inzwischen haben sich die Allgäuer an seine Collagen und Plastiken gewöhnt. Längst ist er Teil eines lebendigen Kulturlebens in Ottobeuren, das sich mit ihm weiterentwickelt hat.

2003 hat er sogar im Kloster eine Ausstellung eröffnet und sich immer wieder auch der Illustration religiöser Themen angenommen. Nun ist ihm sogar ein eigenes Ausstellungsgebäude gewidmet. Es heißt „Museum für zeitgenössische Kunst Dieter Kunerth“ und ist in einem ehemaligen Brauereigebäude untergebracht: eine kühne Betonwelt auf mehreren Raumebenen und das glatte Gegenteil der barocken Schnörkelei im Kloster.

Das steht einem Miteinander keinesfalls im Weg: Besucher können für das Kunerth- und das Klostermuseum sogar ein Kombi-Ticket lösen.

Information über das Barockkloster in Ottobeuren

Informationen über das Kloster, Führungen und Aufenthalte gibt es unter:

Telefon: 08332-7980

Internet: www.abtei-ottobeuren.de

Auskunft über das Museum

Dieter Kunerth unter:

Telefon: 08332-7969890

Internet: Internetwww.mzk-diku.de

Über Ottobeuren allgemein informiert das Touristikamt

Telefon: 08332-921950

Internet: www.ottobeuren.de

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