Christliche Themen für jede Altersgruppe

„Nicht alles ist Hektik“

WINNENDEN-BIRKMANNSWEILER (Dekanat Waiblingen) – Körper, Geist und Seele werden angesprochen, wenn es einmal im Monat heißt „Walk and Talk“. Eine Gruppe von Frauen trifft sich zum Walken mit ­anschließendem Austausch und Impuls. Ein Termin, auf den sie ungern verzichten. 


Erst aufwärmen, dann loslaufen, später dehnen, plaudern und einer kleinen Andacht lauschen: Das ist das Konzept von „Walk and Talk“. Fotos: Edgar Layher

Ein Tag Ende März in Birkmannsweiler. Noch ist der Frühling nicht richtig da, aber das Wetter lädt schon dazu ein, nach draußen zu gehen und zu laufen. Birkmansweiler liegt etwas abgerückt von der Stadt, um den Ort herum gibt es viel Grün. Vor dem Gemeindehaus treffen sich drei Frauen, ausgerüstet mit den typischen Stöcken, die gerne zum schnellen Laufen verwendet werden. „Walk und Talk“ steht wieder auf dem Programm. Mit ein paar Schritten ist man an der ersten Wiese, dann geht es, teils durch den Wald, hinauf. Von oben hat man einen wunderbaren Blick auf die Landschaft und die Streuobstwiesen.

Das Tempo ist flott. „Meist sind wir noch schneller“, erzählt Susi Seibold, die das monatliche Laufen ins Leben gerufen hat. „Frau Hägele, mit der ich die Gruppe leite, ist heute nicht dabei. Für sie ist die sportliche Seite noch wichtiger.“ Die drei Frauen sind nicht die einzigen, die heute draußen sind. Ab und zu gibt es eine kurze Pause und einen Plausch mit Bekannten.

Birkmannsweiler ist überschaubar, man kennt sich hier. Das gilt auch für die „Walk and Talk“-Gruppe. „Als meine Tochter 2008 in den Kindergarten kam, dachte ich, es ist schade, wenn die Kontakte aus der Krabbelgruppe verloren gehen“, erzählt Seibold, „vor allem weil der benachbarte Stadtteil Höfen einen eigenen Kindergarten hat.“ Die Idee war, regelmäßig zum Laufen zusammenkommen, nachdem die Kinder in den Kindergarten gebracht worden sind. Am Anfang waren es 10 bis 12 Frauen, inzwischen hat sich die Zahl auf etwa sechs eingependelt, im Alter ab 30 Jahren. Dass an diesem Tag so wenig da sind, liegt auch daran, dass die Terminverschiebung von Montag auf Freitag sich noch nicht eingeprägt hat. Die Männer sind übrigens nicht ausgeschlossen, „aber die meisten müssen eben zu Arbeit und laufen dann lieber für sich – wenn es passt“, meint Seibold.

Inzwischen ist die Gruppe wieder in den Ort gekommen. Nun schließt sich der zweite Teil an – eine Runde bei Gebäck und Punsch. „Es ist schön, wenn man sich austauschen kann, auch über Probleme. Man bekommt auch den einen oder anderen Tipp“, meint Isolde Max. „Man ist ja oft mit allen im Stress. Aber hier merkt man: Es ist nicht nur alles Stress und Hektik. Das ist ein Gedanke, an dem man sich festhalten kann.“

Am Ende gibt es immer eine Andacht oder einen anregenden Text. Dieses Mal berichtet Seibold von Hans Asmussen. Er war Pfarrer in Hamburg, Mitglied der Bekennenden Kirche und nach dem Krieg Mitautor des Stuttgarter Schuldbekenntnisses. „Mich beeindruckt, dass Asmussen, der sich so gegen die Nazis ausgesprochen hat, am Schuldbekenntnis mitarbeitete“, meint Susi Seibold. Eine  Passage aus einer Predigt Asmussens macht deutlich, wie fest er im Glauben stand. Für Asmussen ist das Wirken Christi der Höhepunkt der Weltgeschichte, der alles veränderte.

Auch wenn die Gruppe locker an die Kirchengemeinde angebunden ist, sind ausdrücklich alle eingeladen, Kirchenferne ebenso wie Menschen, die sich stark in der Gemeinde engagieren. „Jeder ist herzlich willkommen, bei uns reinzuschnuppern“, betont Seibold.

Nach der kurzen Andacht wird natürlich noch ein wenig geredet, bevor es wieder an die Tagesbeschäftigung geht. Aber allen ist klar, dass man sich nächsten Monat wieder treffen wird. „Ich finde es gut, dass man sich bewegt und man hat gute Gespräche“, meint Wiedemann.¦



Die nächsten Termine für „Walk and Talk“ sind am 22. Mai, 26. Juni und 24. Juli, jeweils 9 Uhr. Kontakt: Susi Seibold, Telefon 07195-586745.


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