Christliche Themen für jede Altersgruppe

Niemals leiser werden!

LUDWIGSBURG – „I‘m so glad“ schallt es in der Friedenskirche. Über 300 Sängerinnen und Sänger proben unter der Leitung von Hans-Martin Sauter das Gospel-Medley aus dem neuen Chormusical „Amazing Grace“. Es ist im November zu sehen.


Foto: Werner Kuhnle

Der Seefahrer, Sklavendeporteur und Pfarrer John Newton ist der Textautor des Gospelsongs „Amazing Grace“. Und dessen spirituelle Wirkung ist so phänomenal, dass Christen und Muslime, Juden und Buddhisten den Song nach dem Terrorangriff vom 11. September 2001 im Yankeestadion in New York gemeinsam sangen.

„Ich finde es ganz bewegend, dass Sie bei dem Wetter in die Kirche kommen und singen“, sagt Andreas Malessa am ersten Probensonntag. Er hat das Libretto des Musicals verfasst. Der Journalist, Buchautor und Fachreferent für religiös-kulturelle Themen glaubt, „dass es in Ludwigsburg den größten Mass Choir des Projekts gibt“.

Das Musical wird an verschiedenen Orten in Deutschland aufgeführt. Welt-Uraufführung ist beim Internationalen Gospelkirchentag am 20. September in Kassel. Eine Aufführung in der Region Stuttgart wird es am 9. November in der MHP Arena in Ludwigsburg geben. Solisten, der kleine Chor und der Massenchor stemmen das große Werk gemeinsam mit einem Orchester und einer Rockband.

Die Sitzbänke in der Friedenskirche sind am ersten Probentag fast voll belegt. Kirchenmusikdirektor Hans-Martin Sauter nennt diese erste Probe „ein Abtasten“, denn die Ausgangssituation der Sänger ist sehr unterschiedlich. Manche kennen die Partitur auswendig, andere keine einzige Note. Wo semiprofessionelle Sänger wie die vom Landeskirchlichen Pop-Chor (Laki-Pop-Chor) mit Laien aufeinandertreffen, ist Feingefühl angesagt: Musikalische Homogenität muss sich erst entwickeln.

Das ist nicht selbstverständlich, auch wenn die Begeisterung für das Singen groß ist. „Der Gospelklang muss hell sein“, heißt eine der Botschaften, die Sauter vermitteln will. Und der lässt sich – neben aller Musikalität – am besten herstellen, wenn man Körperspannung mit bewegter Mimik zusammenführt. „Ein guter Chorleiter kann durch sein Vorbild schon nach 15 Minuten den Klang verändern“, sagt Hans-Martin Sauter.


Foto: Werner Kuhnle

Er setzt zum nächsten Takt an; Christian Polonio begleitet am Klavier. Der Informatiker ist wie viele hier kein Musikprofi, aber auch schon mit dem christlichen Popchor „Go(o)d News“ erfolgreich unterwegs gewesen. „Egal, was Ihr singt, den letzten Ton müsst Ihr immer aushalten, niemals leiser werden“, sagt Sauter.

Sabrina Weiersbach ist begeistert von „Amazing Grace“. Üblicherweise singe sie im Chor „Abendsterne – der Junge Chor“ in Ludwigsburg. Jetzt mache es Spaß, „den großen Chorklang und einen anderen Chorleiter“ zu erleben. Harald G. sitzt bei den Tenören. Der 54-jährige Anlagenbauer kennt keine einzige Note und singt auch sonst nicht viel, will aber „unbedingt bei diesem tollen Projekt mitmachen“.

Das Chormusical besteht aus drei Teilen. Im ersten wird die Geschichte des John Newton singend und von den Solisten spielend erzählt, im zweiten sind auch Originalpassagen aus Georg Friedrich Händels „Messias“ zu hören, und für den dritten Teil hat Tore W. Aas, der Komponist, auch deutschsprachige Texte vertont. Aas wird zur Uraufführung nach Deutschland kommen. Der Norweger ist Gründer und musikalischer Leiter des „Oslo Gospel Choir“, Europas erfolgreichstem Gospelchor. Gesamtregie führt Doris Malis. Die ausgebildete Tänzerin und Musicaldarstellerin hatte schon im Jahre 2010 die Fäden in der Hand, als in der Westfalenhalle Dortmund das Poporatorium „Die zehn Gebote“ aufgeführt wurde.

Andreas Malessa indes hofft, „dass es bei der Aufführung von ‚Amazing Grace‘ zu einer Begegnung der Mirkenden mit Gott“ kommt. „Auch die Zuhörer müssen spüren, dass das nicht irgendeine konsumierbare Show ist“.

Information zu Amazing Grace in Ludwigsburg

Für die Aufführung in der Ludwigsburger MHP Arena am 9. November können sich noch Sängerinnen und Sänger über die Hompage der Creativen Kirche, dem Veranstalter des Musicals, anmelden: www.creative-kirche-shop.de. Dort gibt es auch Eintrittskarten.

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