Christliche Themen für jede Altersgruppe

Pfingstgeschichte im Tanz dargestellt

STUTTGART – Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern, aber sie eint eine Frage: „Was heißt Freiheit?“ Die Teilnehmer eines Tanz- und Performance-Projektes setzen ihre Antworten künstlerisch um. Sie zeigen die Ergebnisse am Pfingstmontag. 

Was bedeutet Freiheit? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Tanzprojektes geben darauf ausdruckstarke Antworten. (Foto: Benny Ulmer)


„Zeig Dich!“ – unter diesem Motto erarbeiten Frauen und Männer seit Herbst vergangenen Jahres eine Performance, die sich im Jubiläumsjahr der Reformation mit dem Begriff Freiheit auseinandersetzt. Das Ergebnis ihrer künstlerischen Arbeit werden sie am 5. Juni bei einem Gottesdienst zum Tag der weltweiten Kirche und Mission in der Stuttgarter Stiftskirche präsentieren. Außerdem treten sie nachmittags im Hospitalhof auf.

„Ubi autem spiritus domini ibi libertas – wo aber der Geist des Herrn weht, da ist Freiheit“ – unter einem großen Tuch verborgen, schreiten Frauen und Männer im Metrum des Wortes aus dem 2. Brief an die Korinther (Kapitel 3, Vers 17) über den Boden des Gemeindezentrums der Petruskirche in Gablenberg. Der Bewegungsraum ist eingeschränkt, die Sicht verborgen, also müssen sie schauen, dass sie sich nicht gegenseitig auf die Füße treten. Und dann, sagt Felix Beck jetzt auch noch, klinge der Text, den sie da sprächen, „viel zu privat“. Zu verkünden aber sei eine wichtige Botschaft, sagt der Theaterpädagoge.

Auch müsse der Einzug in die Kirche unter dem Tuch „gut und eindrucksvoll“ aussehen. Kritik ist Hilfe, das wissen hier alle. Also raffen sie das Tuch, ein Requisit aus dem Fundus der Württembergischen Landesbühne Esslingen, zusammen und beginnen von vorn. Im Pfingstgottesdienst in der Stiftskirche wird die Botschaft an die Gottesdienstbesucher gerichtet sein. Und das Motto der Performance „Zeig Dich!“ nehmen sie alle sehr ernst.

Jeong-Aie Lee zum Beispiel gehört zur koreanisch-protestantischen „Nambu“-Gemeinde in Stuttgart mit Sitz in der Friedenskirche. „Was Martin Luther vor 500 Jahren über die Freiheit des Christenmenschen gesagt hat, fasziniert mich, und deshalb wollte ich bei dieser Performance dabei sein“, sagt die gelernte Krankenschwester. Auch Ji Sun Kim ist gebürtige Koreanerin. Der Begriff Freiheit löst bei ihr Gedanken an ihre geteilte Heimat aus. „Wir hoffen immer, dass Korea wiedervereint wird wie Deutschland 1989“, sagt sie voller Sehnsucht.

Adam, der im Projekt zu den wenigen Männern gehört, strahlt, wenn er das Wort Freiheit hört. Der junge Mann flüchtete aus dem Irak, wurde im vergangenen Jahr in Stuttgart getauft und arbeitet inzwischen als Mesner in der Hospitalkirche. Naomi und Gifty kamen aus Indien nach Württemberg. Naomi (15) lebt seit einem Jahr in Deutschland. Beim Gottesdienst in der Stiftskirche wird sie innerhalb der Performance einen indischen Tempeltanz zeigen. Obwohl ihre Eltern protestantische Pfarrer sind, hat der Bharatanatyam, ein indischer Tanzstil, einen festen Platz in ihrer Kultur. „Den lernen in Indien alle in der Schule“, sagt die Theologentochter.

Gifty (24) ist erst wenige Monate in Europa und arbeitet im Auftrag der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) in einem Stuttgarter Kindergarten. Rachel kam aus Kamerun. Niemand, der am Projekt teilnimmt, hat Scheu, sich öffentlich im Namen der Freiheit zu zeigen. „Beim Singen, Tanzen und Theater spielen werden Grenzen überschritten, man lernt sich kennen und kommt sich nah“, sagt Astrid Riehle, Referentin beim Stadtdekan.

Bevor die Teilnehmer den jeweiligen Trainingsabend mit Übungen zur Wahrnehmung des eigenen Körpers und Partnerübungen beginnen, wird getafelt. Bei schwäbischen Butterbrezeln, Avocadomus, koreanischem Salat aus Nudeln, die mit Süßkartoffelmehl hergestellt wurden, und anderen internationalen Spezialitäten wird diskutiert. Über Freiheit in Zeiten des Terrors, über Freiheit, wie sie die Kirchen verstehen, über Freiheit, wie sie die Liebe gibt. „Mit unserer Performance erzählen wir die Pfingstgeschichte“, sagt Astrid Riehle.  

Information
Das Fest der weltweiten Kirche und Mission beginnt am 5. Juni um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Stiftskirche. Landesbischof Frank Otfried July und die pakistanische Theologin Affia Rose Hermle predigen im Dialog. Im Anschluss geht es zum Hospitalhof. www.da-weht-freiheit.de

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