Christliche Themen für jede Altersgruppe

Tausende auf Luthers Spuren

Am Reformationstag 2015 hat das Pop-Oratorium Luther in der Dortmunder Westfalenhalle Uraufführung gefeiert. Die Tour durch zehn Städte im Jahr des Reformationsjubiläums startete jüngst in Hannover. Am 21. und 22. Januar war das „Projekt der tausend Stimmen“ zu Gast in Stuttgart. 

Bei den beiden Aufführungen in Stuttgart waren jeweils 1200 Sängerinnen und Sänger dabei. (Foto: privat)


„Luther, Luther, wer ist Luther?“ schallt es aus mehr als 1000 Kehlen  durch die Porsche-Arena. Ein Mensch, der die Kirche kritisiert. Ein Theologe, der die Kurie attackiert. Ein Mutiger? Ein Nachgeber? Ein Verführer? Ein Befreier? Klar ist jedenfalls: Dieser Luther sorgt an diesem Samstagabend in der Stuttgarter Porsche-Arena bei vielen Besuchern für Gänsehautgefühle.

Drei Dirigenten, ein Orchester, eine Band, ein 15-köpfiges Ensemble und ein Chor mit mehr als 1200 Mitgliedern – sie alle gilt es in der Porsche-Arena unter einen Hut zu packen. Den Machern des Pop-Oratorium Luther gelingt das mit Bravour.

Ja, da gibt es den einen oder anderen verspäteten Einsatz. Da klingt es schon mal verzerrt, wenn die Sänger ihr Klangvolumen ganz ausspielen. Alles überstrahlend und unbedingt ansteckend wirkt jedoch die Begeisterung, mit der alle Protagonisten bei der Sache sind und dabei musikalische Akzente setzen, die zum Mitschwelgen einladen.

„Die eingängigen Melodien, die originelle Inszenierung, die vielen Sänger – ich find’s super“, sagt Ulrike Wanner und strahlt. Man bekomme noch einmal einen ganz anderen Zugang zur Geschichte der Reformation, fügt sie an. Die 42-Jährige ist eigentlich Insiderin, denn sie singt selbst mit. Allerdings erst im Februar in Mannheim. In Stuttgart wollte sich die passionierte Musicalbesucherin das Ganze mal von der anderen Seite aus ansehen. Jetzt freut sie sich noch mehr auf den vor ihr liegenden Auftritt.

Im Winter 2013/2014 begannen der Komponist Dieter Falk und der Produzent Michael Kunze, das Pop-Oratorium über Martin Luther zu entwickeln. Initiator ist die Stiftung ­Creative Kirche aus Witten. An jedem Aufführungsort suchten die Veranstalter, die Stiftung Creative Kirche und die jeweilige Landeskirche Sängerinnen und Sänger, die den Projektchor bilden sollten. Viele kommen aus Kirchenchören oder Freizeit-Ensembles, in Stuttgart machen rund ein Drittel aller Teilnehmenden als Einzelsänger, also ohne Chor, mit. Hier treten an zwei Tagen insgesamt rund 2400 Sänger auf.

„Am Anfang war das Wort und das Wort war Gott.“ Vielstimmig scheint auch diese Liedzeile von überall her zu schallen. Es geht um Martin Luther, es geht um seine Suche nach Gnade und es geht um das liebe Geld, das durch den Ablasshandel verdient wurde. Rock- und Popsongs, eingängige Stücke, Balladen und neu arrangierte Kirchenlieder wechseln einander ab. Übersetzt in die Neuzeit tritt Kaiser Karl mit goldenem Baseballcap dem aufrührerischen Mönch Martin Luther gegenüber. Erzählt wird das Leben des Reformators, es beginnt mit seiner Kindheit in Eisleben. Nein, dieser Mann wird an diesem Abend nicht aufs Schild gehoben. Auch seine Zweifel, seine Widersprüche und seine dunklen Seiten sind ein Teil des Gesamtwerks.

Am Ende, als  Ensemble und Chor noch einmal alles geben, klatschen, tanzen und hüpfen, da erhebt sich das Publikum von den Plätzen und klatscht und schwingt und singt mit. Dieter Falk, dem Komponisten des Pop-Oratoriums, hat es in Stuttgart gefallen. „Es war super. Die Schwaben haben ein bisschen Zeit gebraucht, bis sie warm wurden, aber dann war eine große Begeisterung da.“

Wer war Luther? Es passt zur Idee der Reformation, dass im Pop-Oratorium Luther die vielen Laien das Herzstück bilden. So schließt sich der Kreis. Und am Ende kommt die Antwort vielstimmig von allen: „Wir sind Gottes Kinder.“

Die Aufführung in Mannheim findet am 11. Februar statt. Am 29. Oktober ist Finale in Berlin. Wer im Chor des Oratoriums war, kann mitmachen. www.creative-kirche.de

Luthers-Familienzeit

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