Christliche Themen für jede Altersgruppe

Warten auf den König

SCHÖCKINGEN (Dekanat Ditzingen) – Das Dorf wird 1200 Jahre alt und feiert. Zu den Jubiläumshöhepunkten zählt auch das Musical „Der Kastanienkönig“. Text und Musik stammen von Pfarrer Matthias Hanßmann, auf der Bühne stehen mehr als 200 Mitwirkende. 

Dynamisch geht es zu bei den Proben für den Auftritt beim "Kastanienkönig" (Foto: Karin Lutz-Efinger)


Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Kunde im Ort: „Der König kommt.“ Ehe sich aber der Besuch die Ehre geben wird und die nötigen Vorbereitungen beginnen können, wird eine Jury das Dorf und seine Bewohner gründlich auf „Königstauglichkeit“ testen. Die Prüfer urteilen streng, vergeben Malus-Punkte und lassen keinen Zweifel daran, dass es beim Jubelspalier „maßgeblich sein wird, wer in der ersten Reihe steht und dass Häuser und Menschen in tadellosem Zustand sein sollten.“. Doch die Honoratioren und die Bewohner des Dorfes lassen sich ihre Vorfreude nicht nehmen, sie tanzen und singen: „Der König kommt, der König kommt.“

Das ist der schwungvolle Auftakt des Musicals „Der Kastanienkönig“, das Schöckingens Pfarrer Matthias Hanßmann im Dreiklang Schauspiel, Gesang und Tanz eigens für die Jubiläumsfeierlichkeiten der Ortschaft komponiert hat. Bis in die heutige Zeit markieren ein Kastanienbaum und „das blaue Bänkle“ die Dorfmitte von Schöckingen, das 814 erstmals urkundlich erwähnt und im Jahr 1971 nach Ditzingen eingemeindet wurde. Zwar haben Bank und Baum im Stück eine zentrale Bedeutung, aber: „Im Grunde genommen könnte die Geschichte überall spielen.“ Hanßmanns Komposition ist deshalb kein irgendwo verbürgtes Stück aus der 1200 alten Dorfhistorie. Nur vordergründig geht es bei der Fiktion um die Bedeutung einer königlichen Stippvisite. Hinter den wichtigtuerischen Vorbereitungen und dem scheinbaren Dorfidyll lauern Schubladendenken, Oberflächlichkeit, Misstrauen und Intoleranz.

Alles auch Themen des 21. Jahrhunderts. Deshalb wünscht sich Hanßmann, dass „die Handlung die Zuschauer nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken über eigene Verhaltenweisen anregen soll“. Denn am Ende wird ein ganz anderer König das Dorf besuchen, der Kastanienbaum hat eine wundersame Metamorphose durchlaufen und alles kann neu gedacht werden.

Seit Anfang des Jahres haben die unterschiedlichen Gruppen ihre Texte, Noten oder Schrittabfolgen ausdauernd geübt und nun wird erstmals alles zusammengefügt. Die fünfköpfige Band, die eigens für das Musical zusammengestellt wurde, gibt den Rhythmus vor, der vierstimmige Chor und die Tanzgruppe „Praisedance“ der evangelischen Kirchengemeinde nehmen ihn auf, und sofort verwandelt sich die Theodor-Heuglin-Turnhalle im benachbarten Hirschlanden in eine große swingende Bühne. Hanßmann eilt von einer Ecke zur anderen, gibt hier einen Einsatz, korrigiert dort einen Textpart, probt Bewegungen, Gesten und Grimassen. Die geballte Energie des studierten Popularmusikers ist längst auf die Hobbyschauspieler und -Sänger übergegangen, alle haben trotz stundenlanger Konzentration und wiederholter Einsätze sichtlich ihren Spaß.

Nicht alle der mehr als 200 Mitwirkenden stammen aus dem Jubiläumsort, etliche sind aus den anderen Teilgemeinden Ditzingens, wie beispielsweise Hirschlanden oder Heimerdingen oder anderen Nachbarorten. Viele sind durch Flyer oder Werbung in den Gemeindeblättern, in denen Mitspieler und -Sänger für den „Kastanienkönig“ gesucht wurden, aufmerksam geworden. Ehe die gemeinsamen Proben begannen, konnten sich alle Interessierten ihre jeweilige Stimme und die Stücke auf einer CD anhören, um ein Gefühl für den „Sound“ des Kastanienkönigs zu bekommen. Das Stück bringt den Ort in Bewegung: Neben den Sängern und Schauspielern treten in der gemalten Kulisse der dörflichen Hauptstraße und des Kastanienbaums auch ein 60-köpfiger Kinderchor, der Posaunenchor und die Feuerwehr mit einer Parade auf.

Informationen

Aufführungen des Musicals finden am 30. und am 31. Mai um 19 Uhr in der Reithalle „Martinshof“ in Schöckingen statt.

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