Christliche Themen für jede Altersgruppe

Zeichen für die Kraft des Neuen

STUTTGART – Ein alter, neoromanischer Turm und daneben ein Flachdachbau aus Sichtbeton – so präsentiert sich die Friedenskirche seit 50 Jahren. Im Zweiten Weltkrieg war die Kirche bis auf die Grundmauern zerstört worden, nur der Turm blieb verschont. 


Der Innenraum der Friedenskirche ist schlicht gehalten. (Foto: Kirchengemeinde/Tobias Ade)


Es ist etwas passiert mit dieser Kirche, und das soll man auch sehen. So könnte man die Friedenskirche beschreiben, die ursprünglich komplett im neoromanischen Stil erbaut worden war. Damals, ab 1892, bildete der Kirchturm die Mitte des Baus und war gleichzeitig das Hauptportal. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand nur noch der Turm. Die Gemeinde entschloss sich zwar zum Wiederaufbau, aber in einem ganz anderen Stil.

Der Turm steht seither nicht mehr im Mittelpunkt, sondern ist am Rande der Kirche gelegen, „konsequent asymetrisch“ nennen das Fachleute. Eigentlich hatte der Stuttgarter Architekt Eberhard Hübner für den neuen Kirchenraum Naturstein als Baumaterial vorgesehen. Aber die Gesamtkirchengmeinde entschied sich für Stahlsichtbeton, einen modernen Baustoff, der zu dieser Zeit noch an keinem anderen neuen evangelischen Kirchenbau in Stuttgart verbaut worden war.

Der Kontrast zwischen dem Heilbronner Sandstein des Turms und dem Sichtbeton des Gottesdienstraumes ist unübersehbar. Friedenskirchen-Pfarrer Dieter Bofinger drückt es so aus: Es sei eben gerade nicht das Harmoniebedürfnis, das dieser Kirchenbau befriedige. „Vielmehr ist es gerade das Brüchige, das Sperrige“, das beim Anblick der Kirche ins Auge sticht. Und genau dieser Kontrast weise auch darauf hin, dass der Frieden zerbrechlich ist.„Andererseits steht der neue Kirchenbau aber auch für die Kraft des Neuen, für Frieden und Versöhnung.“

Vor 50 Jahren wurde in der neuen Friedenskirche im Stuttgarter Osten der erste Gottesdienst gefeiert.

Seither hat die Gemeinde Zuwachs bekommen – etwa von Gospel im Osten, dem Gospelchor, der in der Heilandsgemeinde entstand: Er feiert ein Mal im Monat einen Gospelgottesdienst in der Friedenskirche. Oder von der koreanischen Nambu-Gemeinde, die seit 1996 in der Friedenskirche ihre Gottesdienste feiert und in diesem Jahr seit 40 Jahren besteht. Seit 2010 gehört die Nambu-Gemeinde als eigenständiger Teil zur Friedenskirche dazu; ein Vertreter der Nambu-Gemeinde sitzt deshalb im Kirchengemeinderat.

Weil die beiden Gemeinden so gut zusammen arbeiten und leben, feiern sie jetzt auch gemeinsam: 50 Jahre Neubau der Friedenskirche und 40 Jahre Nambu-Gemeinde. Deshalb tritt am 3. Juli der Chor der Nambu-Gemeinde gemeinsam auf mit der Lukaskantorei der Friedens- und Lukaskirche auf.

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