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Ulm: Dr. Günther Beckstein

„Erleben, woran wir glauben“: Unter diesem Motto hatte das Evangelische Gemeindeblatt ins Haus der Begegnung in Ulm eingeladen. Prominenter Gast des Abends: Günther Beckstein. Hautnah.

Günther Becksteins Name ist mit dem Ruf eines politischen Hardliners verbunden. Zugleich ist er als Vize-Präses der EKD-Synode überzeugter Christ. Wie passt beides zusammen? Im Ulmer Haus der Begegnung ließ der ehemalige bayerische Ministerpräsident  die beiden Grundzüge seines Lebens durchscheinen: den christlichen Glauben und seine Überzeugung von der Wichtigkeit irdischen Rechts. Vereinbar sei beides für ihn immer gewesen, sagte der Rechtsanwalt: „Um das Evangelium verkünden zu können, braucht es eine Basis des Rechts, der Ethik und Moral.“ Aber auch er habe als Politiker Situationen erlebt, in denen der Mensch schuldig wird.

„Auch über das Leben eines Verbrechers bin ich nicht Herr“, meinte Beckstein. Den Auftrag zu einer gezielten Tötung zu erteilen, um akut bedrohten Opfern das Leben zu retten, sei für ihn eine Belastung gewesen, in der er immer wieder Zuflucht ins Gebet gesucht habe. Und als er die Besetzung des türkischen Konsulats in München ohne Blutvergießen, aber innerhalb von zwei Stunden beenden sollte, da sei er zuerst einmal „in die Knie“ gegangen.

Der CSU-Politiker, der erst vor kurzem sein Buch über die Zehn Gebote herausgebracht hatte, freute sich, „dass durch den Besuch des Papstes geistliche Themen tagelang die Medien in Deutschland beherrschten.“ Allerdings hätte er mehr erwartet. „Das Zeichen war toll, aber die Inhalte sind ausgeblieben.“ Als „starke Geste“ empfand es der 67-Jährige, dass sich der Papst für das Treffen mit EKD-Vertretern in Erfurt gegen die ursprüngliche Planung der Kurie gewendet hatte, um mehr Zeit für diese Begegnung zu finden. „Das, was er allerdings gesagt hat, habe ich als sehr enttäuschend empfunden“, so Beckstein.

Angetan zeigte sich Günther Beckstein von der Ausstrahlung des Papstes. „Auch wir Evangelischen sollten uns manchmal sagen, dass der Mensch nicht nur kopfgesteuert ist, sondern dass wir auch eine schöne Messe feiern können.“ Damit auch an diesem Abend nicht nur das Wort regierte, konnten die Gäste bei Essen und Trinken miteinander ins Gespräch kommen. Und Beckstein nutzte die Gelegenheit, Hände zu schütteln. „Es war ein reicher Abend. Danke“, sagte eine Frau, nachdem sie sich von Günther Beckstein das Buch „Die Zehn Gebote“ hat signieren lassen. Der Ulmer Bezirksposaunenchor, der den Abend musikalisch begleitet hatte, hatte zuvor alle in das Lied „Bewahre uns Gott“ einstimmen lassen.

Pressestimmen:

Neu-Ulmer Zeitung vom 4.10.2011

 

 

 

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