Sollte der Newsletter nicht korrekt dargestellt werden, dann klicken Sie bitte hier. Kirchennachrichten 11/2015

Künstliche Befruchtung und Bildungsplan

Liebe Leserin, lieber Leser,

strittige Themen werden zurzeit diskutiert. Eine von ihnen lautet: Ist künstliche Befruchtung immer gut und ethisch vertretbar? Der Fall der 65-jährigen Berlinerin, die jetzt mit Vierlingen schwanger ist, schlägt hohe Wellen. Seit knapp 40 Jahren können Menschen künstlich gezeugt werden (siehe Rubrik „Kirchenkanzel“). Auch der Streit um den Bildungsplan geht weiter. Jetzt hat sich Kultusminister Andreas Stoch zu Wort gemeldet: Es gehe nicht um Sexualkunde, sondern um ein Ende der Diskriminierung von Menschen mit abweichender sexueller Orientierung (siehe Rubrik „Kirchenthemen der Woche“). Eine ganz andere Frage, nämlich die, wie Migranten in der Kirchengemeinde Heimat finden können, hat die Kirchengemeinde Kornwestheim bereits beantwortet (siehe Rubrik „Von Kirchturm zu Kirchturm“). Wir wünschen Ihnen anregende Lektüre und gute Antworten auf die Fragen unserer Zeit!

Ihre
Nicole Marten
Redaktion

Kirchenthemen der Woche

Minister zu Bildungsplan: Es geht nicht um Sexualkunde

Der baden-württembergische Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hat die Absicht verteidigt, im neuen Bildungsplan auch die Akzeptanz sexueller Vielfalt zu verankern. Dabei gehe es nicht um Sexualkunde, sondern um ein Ende der Diskriminierung von Menschen mit abweichender sexueller Orientierung. Zu Vorwürfen, ein vom Sozialministerium koordinierter „Aktionsplan für Akzeptanz“ greife in die Pressefreiheit ein und stelle die Trennung von Kirche und Staat infrage, wollte Stoch keine Stellung beziehen. In der Arbeitsgruppe war unter anderem vorgeschlagen worden, die Kirchen zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare zu bewegen sowie Medien für „homophobe Inhalte“ zu sanktionieren.

Ausstellung widmet sich dem Schaffen Andreas Felgers

Eine Retrospektive über das Gesamtwerk des Künstlers Andreas Felger ist ab 19. April in Mössingen bei Tübingen zu sehen. Die Schau zeigt rund 35 Ölgemälde und 30 Aquarelle sowie mehrere Skulpturen, dazu rund 100 Entwurfszeichnungen und Stoffe des gelernten Textildesigners. Damit beleuchtet die Ausstellung „Werk.Stoff“ eine weitgehend unbekannte Seite Andreas Felgers, der vor allem durch seine Holzschnitte und Aquarelle bekannt geworden ist. Die Ausstellung ist bis 12. Juli zu sehen in der Tonnenhalle im Pausa-Quartier, Löwensteinplatz 1, 72116 Mössingen. Geöffnet ist sie donnerstags bis sonntags, 14 - 18 Uhr. Eintritt frei. Sonderöffnungen für Schulklassen sind möglich (Telefon der Stadt Mössingen: 07473-370152).

Hörgeschädigte Migranten große Herausforderung für Berater im Land

Der hohe Anteil von 21 Prozent Migranten bei den Hörgeschädigten stelle die Berater im Land vor große Herausforderungen, teilte die Beratungsstelle für Hörgeschädigte der Diakonie Württemberg mit. Viele Betroffene kämpften mit doppelten Verständigungsproblemen: Zur Hörbehinderung komme eine stark eingeschränkte sprachliche Ausdrucksfähigkeit. So unterscheide sich die Gebärdensprache wie die Lautsprache nahezu von Land zu Land. www.hoergeschaedigtenberatung-wuerttemberg.de 

Kirchenkanzel: Erinnern Sie sich?

Künstlich gezeugte Vierlinge

Bereits 1978 kam das erste Baby auf die Welt, das durch künstliche Befruchtung gezeugt worden war, in Deutschland kam das erste so gezeugte Baby 1982 zur Welt, drei Jahre später die ersten „Retortendrillinge“. Doch ist alles, was machbar ist, auch gut? Die Freiburger Medizinethikerin Claudia Bozzaro hat jetzt das Vorhaben der Berliner Lehrerin Annegret R., mit 65 Jahren Vierlinge auszutragen, scharf kritisiert. „Grundsätzlich ist der Wunsch zu bejahen, die eigenen Vorstellungen zu realisieren. Aber es gibt Grenzen, wenn die Interessen anderer ins Spiel kommen."

Kirchen-Homepage der Woche

Broschüre erklärt Kirche

Wer nach Sielmingen (Dekanat Bernhausen) zieht, für den gibt es auch online eine Broschüre. Sie trägt den Titel „Grüß Gott!“ und erklärt mit vielen ansprechenden Bildern und kurzen Texten, welche Gruppen es in der Gemeinde gibt, was Glaube bedeuten kann und dann auch, was es mit dem schwäbischen Gruß „Grüß Gott!“ auf sich hat.

Von Kirchturm zu Kirchturm

Mit den Augen anderer

Einen besonderen Bibelgesprächskreis gibt es in Kornwestheim (Dekanat Ludwigsburg). Gemeinsam mit Migranten lesen Gemeindemitglieder die Bibel. Unter den Mitgliedern sind auch Iraner und Iraker, die Interesse an einem Taufbibelkurs haben. Pfarrerin Fraukelind Braun ist immer wieder begeistert von dem interkulturellen Austausch über die Bibel. Der Kreis „Die Bibel mit den Augen anderer“ ist vor drei Jahren aus einem Projekt mit der Evangelischen Mission in Solidarität (ems) entstanden, und er „ist für die ganze Gemeinde belebend“, wie Fraukelind Braun sagt.

Klingelbeutel

Materialien für Erntebittgottesdienste

Weil es in vielen Gemeinden Erntebittgottesdienste gibt, hat Landesbauernpfarrer Jörg Dinger in Zusammenarbeit mit dem Bezirksarbeitskreis Schwäbisch Gmünd des Evangelischen Bauernwerks, Bezirksbauernpfarrer  Uwe Bauer und  Bildungsreferentin Renate Wittlinger Materialien zum Erntebittgottesdienst zusammengestellt. Das Motto lautet: „Bei dir ist die Quelle des Lebens“ (Psalm 36). Die Arbeitshilfe kann heruntergeladen werden unter www.hohebuch.de. Die gedruckte Version ist erhältlich bei: Landesbauernpfarramt, Telefon 07942-107-33, E-Mail: Verwaltung.HVHS@hohebuch.de