Christliche Themen für jede Altersgruppe

Liebling, tanz mit mir

Eins, zwei, Cha-Cha-Cha. Wer tanzt, hat mehr vom Leben und bleibt gesünder. Lesen Sie, wie Christine Schmidt ihren Tanzmuffel-Mann von dieser Weisheit überzeugte.

Bild: © Forgiss - Fotolia.com

Lass uns doch eine Tanzstunde machen ...“ Christine Schmidt (38) versucht es wieder einmal. Dieses Mal will sie stur bleiben. Zu ärgerlich, dass ihr Mann Bernd (33) letzte Woche bei der Hochzeit ihrer Cousine wieder den Tanzmuffel spielte. „Du weißt doch, ich kann nicht tanzen“, war seine Standard-Ausrede. Wieder hatte sie mit all den anderen Frauen um die Gunst der wenigen tanzwilligen Männer buhlen müssen. Frustrierend, dass nur so wenige Männer gern tanzen. Dabei ist Tanzen so „in“ wie noch nie. Eben schwappt es in afro-lateinamerikanischem Rhythmus auch auf Deutschland über: Kizomba, vermutlich der Tanz dieses Sommers. War da nicht eben noch der Harlem Shake, nach dem rund um den Globus gezappelt wurde, oder der Hype, den der südkoreanische Rapper Psy mit seinem Gangnam Style genannten Pferdetanz auslöste. Mehr als eine Milliarde Aufrufe erreichte der Hit und ist damit das meistgesehene Video von YouTube überhaupt. Aber gab es so was nicht früher schon? Wie begeistert erzählten doch Christines Großeltern immer wieder von ihren wilden 50er-Jahren. Und legten dann bei besagter Hochzeit einen perfekten Rock’n’roll aufs Parkett.

„Brüderlein, komm tanz mit mir …“

Christine kommen Erinnerungen. Eine alte Filmaufnahme: Ein kleines Mädchen tanzt tapsig, mit hochgereckten Ärmchen. „Das warst du, Christinchen, bei einer Hausparty, als „Saturday Night Fever“ lief“, erzählte ihre Mutter dazu entzückt. Später die Tanzstunde mit dem heimlichen Kampf um die besten Jungs, der Abschlussball mit der bangen Frage: „Was ziehe ich an?“ Die weichen Knie beim ersten Stehblues. Oder die wilden Nächte in den Discos, wo sie irgendwann Bernd begegnete. Der schon damals nur an der Tanzfläche herumstand. Getanzt hat er nie, und ihren Hochzeitswalzer mussten sie mit Freunden einüben. Mit mäßigem Erfolg. Dann war mit dem Tanzen Schluss. Wie kann sie ihren Bernd von der Tanzstunde überzeugen? Sie sucht nach Argumenten. Auch im Internet. Und lässt sich vom Thema Tanz faszinieren: Die lexikalische Definition – auf Musik ausgeführte Körperbewegungen – ist doch arg banal. Dann wird es spannender: Schon die alten Ägypter tanzten, wie die Darstellungen aus den Grabkammern zeigen. Im Alten Testament jubelte David: „Ich will vor dem Herrn tanzen, der mich erwählt hat.“ (2 Sam 6,21) In Griechenland tanzten Götter und Menschen, und die Tanzkunst bekam in Terpsichore sogar ihre eigene Muse. Tanzende Römer finden sich in Vasendekorationen und Mosaiken. Die in der Hindu-Religion wurzelnde indische Tanzkultur ist sprichwörtlich. Auch die rituellen Stammestänze auf dem afrikanischen Kontinent oder der Indianer in Nord- und Südamerika faszinieren, wo sie überlebten, bis zum heutigen Tag. Nicht zu vergessen die anmutig-höfische europäische- Tanzkunst in Mittelalter, Renaissance und Barock einerseits und die habhafteren Volkstanz-Traditionen in den Regionen. Tanzen, stellt Christine fest, gehört von Anfang an zum Menschen wie der aufrechte Gang.

Das Netz ist voller Leidensgenossinnen

Was Christine beim Googeln noch findet: Laut Statistik tanzen 93 Prozent der Frauen für ihr Leben gern, nur elf Prozent der Männer sind dazu zu bewegen. Kein Wunder also die ungezählten Online-Hilferufe tanzwilliger Frauen, die nur eine Frage haben: Wie bringe ich meinen Mann zum Tanzen? Christine findet viele gute Argumente dafür. Dass man beim Tanzen abnimmt: In einer Stunde langsamem Gesellschaftstanz werden ca. 490 Kcal verbraucht; bei den schnelleren Tänzen sind es schon 730 Kcal. In einer durchtanzten Disko-Nacht purzeln die Pfunde noch schneller. Für die körperliche Kondition gibt es spezielle Fitness-Tanzkurse. Dabei werden, begleitet von Melodie und Rhythmus, Ausdauer eingeübt und Muskeln trainiert. Christine stößt auch auf wissenschaftliche Studien, die besagen, dass Tanzen entspannt, Stress abbaut und einfach gut für die physische und psychische Gesundheit ist, weil es Motorik, Aufmerksamkeit, Lang- und Kurzzeitgedächtnis beansprucht. Ob diese Argumente auch Bernd überzeugen würden? Sie glaubt eher nicht. Beim Treffen mit ihren Freundinnen Annette und Claudia – man guckt mal wieder „Let‘s dance“ – ist es das Thema: Sind die 4,5 Millionen Zuschauer bei diesem TV-Wettbewerb also nur Frauen? Kann man Männer gar nicht dafür begeistern und wichtiger noch, „Wie kriegen wir sie zum Tanzen?“ Christine fällt dazu der meistgenannte Tipp aus dem Internet ein: „Wir müssen sie dazu bringen, dass wir gemeinsam einen Tanzkurs machen.“ Und mit einem kleinen Trick funktioniert das auch: Jede lässt ihren Partner in dem Glauben, die Partner der Freundinnen hätten schon zugestimmt. Wer will da noch zurückstehen! Einige Wochen später tanzen die drei Paare begeistert Discofox, Cha-Cha-Cha und machen erste Tangoschritte. Eines ist jetzt schon klar, die nächste Afterwork-Party kann kommen.

Was kann das tanzen Gutes für Sie tun?

Tanzen – endlich etwas Gesundes, das dazu noch Spaß macht! Leib, Seele und Geist anregt. Kulturelle, politische, soziale Grenzen überwindet. In jedem Alter und zu jeder Zeit. Und schließlich auch dem HERRN wohlgefällig ist (solange es nicht ums „goldene Kalb“ geht). Selbst Augustinus von Hippo rät: „O Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen!“ Na also. Auf geht’s. Let‘s dance.

Tipps gegen Tanzmuffel: So kommt Mann aufs Parkett

1. Spielen Sie zu Hause Musik, die Ihnen beiden gefällt: Auch der härteste Tanzmuffel wird irgendwann, wenn sein Rhythmus getroffen wird, mitwippen – ein erster Schritt in Richtung Tanzparkett ist damit getan!

2. Laden Sie ihn zum Tanzen ein: Wer nicht von alleine darauf kommt, braucht von Ihnen einen Stups, um sein Verhalten zu ändern. Informieren Sie sich, wo es schöne Gelegenheiten gibt, miteinander zu tanzen

3. Loben Sie ihn: Positive Verstärkung wirkt gerade bei Männern wahre Wunder. Wer ermuntert wird, dem macht die Bewegung auf dem Parkett gleich doppelt Spaß – und der kommt auch wieder mit

4. Sorgen Sie für Belohnung: Wenn er mit Ihnen zum Tanzen geht, marschieren Sie zum Ausgleich mal mit ins Fußballstadion. Solche Erlebnisse schweißen zusammen!

Evangelisches Gemeindeblatt

Aktuelle Ausgabe 49/2017

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