Christliche Themen für jede Altersgruppe

Nützliche Tipps vom Meister persönlich

Noch etwas mehr als neun Monate, dann wird das Pop-Oratorium „Luther“ im Südwesten aufgeführt. Bis zu den Auftritten, bei denen bis zu 2000 Laien mitsingen, wird in vielen kleinen Chören geprobt. Zu Besuch bei einer Schulung für die Chorleiter.


Ein temperamentvoller Einpeitscher: Dieter Falk, Komponist des Pop-Oratoriums „Luther“. (Foto: Ekart Kinkel)

Aufwärmtraining gibt es nicht nur im Sport. Auch beim gemeinsamen Singen gehören ein paar lockere Übungen zum Einstimmen zum Standardrepertoire jedes Chorleiters. Bei Dieter Falk werden bei einem solchen Warmsingen allerdings nicht nur die Stimmbänder auf Betriebstemperatur gebracht, denn wenn der Komponist des Pop-Oratoriums „Luther“ auf der Bühne steht und den Takt vorgibt, ist bei den Teilnehmern voller Körpereinsatz gefragt. Das erfahren rund 100 Chorleiter aus dem Südwesten beim Auftakt zu den Proben für die Luther-Tournee im kommenden Reformationsjahr am eigenen Leib.
Wippend und klatschend wird zu Beginn des sechsstündigen Probenmarathons in Karlsruhe zunächst einmal der Gute-Laune-Hit „Get Lucky“ von Popstar Pharell Williams interpretiert, und Dieter Falk gibt am Klavier klimpernd und wild gestikulierend den temperamentvollen Einpeitscher.

Am 31. Oktober 2015 wurde das von Erfolgsproduzent Michael Kunze und Komponist Dieter Falk geschriebene Pop-Oratorium in der Dortmunder Westfalenhalle mit einem Symphonieorchester, einer Band, Musicaldarstellern und einem Chor mit 3000 Sängerinnen und Sängern uraufgeführt. Im Januar 2017 beginnt dann die von der Stiftung Creative Kirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland initiierte Tour durch zahlreiche deutsche Städte. Für den vielstimmigen Klangteppich sorgen an den einzelnen Tourorten die Kirchen-, Gospel- und Projektchöre aus den jeweiligen Regionen. Unter anderem macht der Oratoriumsexpress am 21. und 22. Januar in der Stuttgarter Porsche-Arena und am 11. Februar in der SAP-Arena in Mannheim Station. Mit jeweils über 1200 Sängerinnen und Sängern rechnet Dieter Falk bei den beiden Gastspielen in der Landeshauptstadt, rund 2000 Menschen werden in Mannheim gemeinsam auf der Bühne singen.

„Das erste gemeinsame Singen findet allerdings erst bei der Generalprobe statt“, betont Dieter Falk, „und deshalb werden die einzelnen Stücke in den jeweiligen Chören einstudiert.“ Um Chorleiter und Dirigenten für den „richtigen Rhythmus“ zu sensibilisieren, falle der offizielle Startschuss für die Tournee ein halbes Jahr vorab mit einem Chorleitertreffen, so Dieter Falk. Dieses Konzept  habe sich auch bei den bisherigen Großproduktionen „Die zehn Gebote“ und „Amazing Grace“ bewährt.

Bei den Chorleitern kommt die Idee sehr gut an. „Das gemeinsame Singen ist doch eine sehr hilfreiche Erfahrung“, sagt Andreas Spahn, Leiter des Kirchenchors in Waiblingen-Hegnach, „und man bekommt gleich ein sehr gutes Gefühl für die Ideen des Komponisten“. Wegen des großen Interesses aus der Waiblinger Gesangsszene hat Spahn extra für den Auftritt in der Porsche-Arena noch einen Projektchor ins Leben gerufen, und in den kommenden Monaten wird er die einzelnen Lieder mit seinen beiden Chören einstudieren. „Das ist auf jeden Fall genug Zeit“, weiß Dieter Falk, „die Chöre haben schließlich auch noch andere Verpflichtungen und vor allem zwischen den Weihnachtsauftritten fehlt oft die Zeit zum freien Üben.“ Erfahrung mit Großprojekten hat der umtriebige Musiker ohnehin genug, denn als Produzent von national und international bekannten Stars wie Pur oder Paul Young hat er schon über 50 Goldene Schallplatten gesammelt.

„Für den Umgang mit Popsongs erhalte ich hier die richtigen Impulse“, sagt Gisela Sauerbeck aus Ofterdingen. An der Luther-Aufführung in Stuttgart nimmt die studierte Kirchenmusikerin mit ihrem Jugendchor „Chicks“ teil. „Natürlich könnten wir die Lieder auch ohne die gemeinsame Chorleitersingstunde einstudieren“, sagt Gisela Sauerbeck, „aber durch den offiziellen Startschuss bekommen wir alle ein Gefühl dafür, dass es jetzt endlich los geht.“ Auch für Achim Schmid vom Gospel-Projektchor der Evangelisch-methodistischen Kirche Waiblingen dient der gemeinsame Probenauftakt vor allem zum Kennenlernen der einzelnen Stücke. „Mit über 1000 Leuten auf der Bühne zu stehen, ist etwas ganz Besonderes“, findet Achim Schmid, „da sollten die einzelnen Chöre sehr gut vorbereitet sein.“

Gut vorbereitet ist der gemischte Chorleiterchor ebenfalls, fast jeder der Teilnehmer hat die Noten des Oratoriums bereits intensiv studiert und mindestens einmal durchgesungen. „Auf dem Weg nach Karlsruhe haben wir die Luther-CD noch einmal im Auto angehört“, verrät Andreas Spahn, der gemeinsam mit seinem Chorsänger Rainer Schöck und Chorleiterin Christine Wilms nach Karlsruhe fuhr.
So kann Dieter Falk nach dem Warmsingen auch gleich ohne weitere einführende Worte einsteigen, und das poppige Intro „Wer ist Luther?“ hat gleich im ersten Anlauf echte Konzertqualität.  „Gut ausgebildeten Sängern gehen diese eingängigen Melodien erfahrungsgemäß leicht von der Hand“, weiß Dieter Falk, „und normalerweise muss ich bei solchen Terminen gar nicht viel sagen.“ Einige Tipps für das Einstudieren der 20 Luther-Lieder hat der Erfolgskomponist aber trotzdem auf Lager. „Beim großen Auftritt steht Ihr nicht in einem kleinen Probenraum mit ausgezeichneter Akustik, sondern auf der Bühne einer großen Arena“, rät Dieter Falk, „deshalb sollten die Chormitglieder extrem akzentuieren und fast schon übertrieben deutlich singen.“ Allzu viel Pathos sei allerdings nicht erwünscht, stellt Falk klar, „schließlich wollen wir keine Heldenverehrung betreiben, sondern die Leute lediglich mit ein paar Episoden aus dem Leben Martin Luthers unterhalten“.

Information zum Pop-Oratorium "Luther"

Das Pop-Oratorium „Luther“ wird in Stuttgart am 21. Januar um 19 Uhr und am 22. Januar um 17 Uhr in der Porsche-Arena aufgeführt, in Mannheim am 11. Februar um 19 Uhr in der SAP-Arena. Weitere Infos: www.luther-oratorium.de

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