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Beim Tanzen wird alles leichter

Jahrelang litt der 19-jährige Dominik Vaida unter dem Tourette-Syndrom. Heute ist Dominik geheilt. Geholfen haben ihm dabei seine Leidenschaft für das Ballett, seine Disziplin und sein Glaube. Diese Erfahrung hat seine Mutter in einem Buch zusammengefasst, das anderen Mut machen soll.


(Foto: epd-bild)

Es begann mit einer Grimasse, bald folgten die nächsten. Die Mahnungen von Dominiks Mutter waren wirkungslos. Als sich Dominiks Grimassen nicht nur häuften, sondern auch von verschiedenen Tierlauten begleitet wurden, fragte seine Mutter Admira einen Arzt in ihrer Heimatstadt Wien um Rat. Damals war Dominik Vaida fünfeinhalb Jahre alt. Doch es sollten zwei Jahre vergehen, ehe die Diagnose feststand: Tourette-Syndrom.

Ein Arzt verschrieb Dominik Medikamente gegen die Ticks, welche symptomatisch für die neurologische Erkrankung sind. Doch anstelle einer Besserung der Symptome machten sich Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Erkältungen bemerkbar. Dominiks Mutter war verzweifelt. So beschloss sie, die Ausbildung zur Diplomkrankenschwester zu machen. „Diesen Beruf erlernte ich für Dominik, damit wollte ich ihm helfen“, erklärt Admira Vaida.

Nur wenn Dominik tanzte, wurde alles ein wenig leichter. Tänzer war sogar einer seiner Berufswünsche. „Dominik tanzte gerne“, erinnert sich seine Mutter. „Ich beobachtete ihn und bemerkte, dass er beim Tanzen keine Ticks hatte.“

Admira Vaida hatte eine Idee: Vielleicht konnte ihm ja genau das helfen, was er leidenschaftlich gern tat. Doch nicht nur eine Stunde pro Woche, sondern täglich – Tanzen als Therapie. Alsbald meldete Dominiks Mutter ihren Sohn zur Aufnahmeprüfung in die Ballettakademie der Wiener Staatsoper an – prompt bestand Dominik.

Durch das tägliche Balletttraining verringerten sich nach und nach die Ticks. Dominik konzentrierte sich auf das Tanzen, das ihm auch mehr Selbstbewusstsein brachte. „Zuerst verschwanden die lautlichen Ticks“, schildert Admira Vaida. „Von Jahr zu Jahr wurden die Ticks milder und Dominik konnte sie besser unter Kontrolle bringen. Auch die Magnetresonanz-Untersuchung seines Gehirns zeigte unglaublich gute Resultate.“

Neben dem Abitur konnte Dominik die Profiausbildung an der Ballettakademie machen und ist heute Mitglied der Jugendkompanie. Sein großer Traum erfüllte sich im Vorjahr mit der Eröffnung des Wiener Opernballes. „Ich finde ihn und seinen Ehrgeiz, die Krankheit zu besiegen, einfach großartig“, erzählt Admira Vaida.

Sie ist zuversichtlich, dass Dominik eine gute Zukunft vor sich hat. Eine wichtige Kraftquelle ist für Dominik der Glaube. „Ich wurde mit dem Glauben an Gott erzogen, und das hat auch mir die Stärke und Hoffnung verliehen“, sagt Dominik. Auch im Leben von Dominiks Mutter hat der Glaube eine große Bedeutung. „Daraus schöpfe ich in schweren Tagen Kraft und bekomme Trost.“

Im Vorjahr hat Admira Vaida beschlossen, den langen Weg ihres Sohnes in einem Buch zu verarbeiten und „Dominik damit ein Geschenk zu machen“. Auch der Wunsch, anderen Menschen Mut zu machen, habe Admira Vaida zu diesem Buch motiviert. Eltern betroffener Kinder sollten deren künstlerische Fähigkeiten und Leidenschaften wie Musik oder Sport beachten, sagt Vaida und fügt hinzu: Wichtig sei auch ein verständnisvolles Umfeld. „Und niemals verzweifeln“.

Buch-Tipp
Admira Vaida: Tick – Wie mein Sohn mit Ballett das Tourette-Syndrom überwand. edition a, 2017,
19,95 Euro,
ISBN 978-3990012154

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