Christliche Themen für jede Altersgruppe

Quelle der Kraft

Der Wald. Geheimnisvoll, manchmal unheimlich, der Schauplatz für viele Geschichten. Aber wie dem auch sei: Mit Kindern lohnt es sich, diesen faszinierenden Ort zu erkunden.

Manchmal hat der Wald auch etwas Magisches (Foto: Stebchen/pixelio)

Auf einem schmalen Pfad gehen Lea (8) und Mia (6) mit ihren Eltern zwischen dichten Büschen und Farnen auf einem schmalen Weg durch den morgenstillen Wald. Wunderbar grün leuchten die ersten Buchenblätter in der Sonne. Unter hohen dunkelgrünen Fichtenkronen geht es weiter bis zu einem kleinen Teich. Lange stehen sie am Ufer des Fischteiches mitten im Wald und beobachten die Wasseroberfläche. Als ein Schwarm Fische ganz nah heran kommt, jubeln sie vor Freude laut auf. Wie Blitze sind die Fische wieder weg.

Den Eltern von Mia und Lea ist es wichtig, dass ihre Kinder nicht entfremdet von der Natur aufwachsen, die sie selbst als Quelle von Kraft, Spiritualität und Ruhe erleben. Deshalb sind sie oft und zu unterschiedlichen Tageszeiten mit ihren Töchtern im Wald unterwegs. Ob in der Morgenfrühe, tagsüber oder in der Abenddämmerung, nie kommt es ihnen darauf an, abfragbares Natur-Wissen zu vermitteln. Die Mädchen sollen den Wald erst einmal mit ihren Sinnen aufnehmen: Spüren, wie sich Moos anfühlt, hören, wie Insekten summen, den dampfenden Waldboden riechen, Himbeeren auf der Zunge zergehen lassen, auf einem Baumstamm die Balance halten, entdecken, wo die Ameisen ihren Bau haben.

Wo Kindern begeistert und begeisternde intuitive und gefühlsmäßige Erfahrungen in und mit der Natur machen, kommt das Wissen beinahe von selbst. Lea und Mia jedenfalls können Eiche, Birke und Buche unterscheiden. Sie wissen, dass man Knoblauchrauke und Vogelmiere essen kann, dass der schöne Fingerhut giftig ist, und sie kennen den Gesang von Buchfink und Grünfink.

Kindheit mit Natur-Defizit

Damit sind Lea und Mia eine Ausnahme. Denn anders als noch frühere Generationen erleben Kinder heute die Natur heute nur selten als Spiel-, Bewegungs- und Erfahrungsraum, In den Städten gibt es kaum noch unverbaute Spiel-Plätze, in denen Kinder sich in altersgemischten Gruppen selbst organisieren und stundenlang herumstromern oder in eine Phantasiewelt abtauchen können. Sogar auf dem Land, so belegen Studien, spielen Kinder zunehmend weniger draußen. Zudem ist die heutige Elterngeneration oft ängstlich darauf bedacht, stets zu wissen, wo ihre Kinder sich aufhalten. Im Wald zu spielen, mit der Möglichkeit von Zeckenbiss, Mückenstich oder aufgeschlagenem Knien, das erscheint besorgten Eltern oft als gefährlich.

Kinder leben heute weitgehend in einer denaturierten Umgebung. Sie spielen „lieber drinnen, wo es Steckdosen gibt“, wie Richard Lou in seinem Buch „Das letzte Kind im Wald“ einen Jungen zitiert. Nicht selten sind Bewegungsmangel, Übergewicht oder motorische Unruhe die Folge.

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