Christliche Themen für jede Altersgruppe

Tapetenwechsel mit Oma und Opa

Immer häufiger machen Großeltern gemeinsam mit ihren Enkeln Urlaub. Denn der bietet Gelegenheit, gemeinsam die Welt kennen zu lernen oder die Beziehung zu stärken und sich „zu genießen“. Oft entlastet so ein Urlaub auch die Eltern. 


Mit Opa am Strand. (Foto: epd-bild)


Wenn Großeltern die Kinder nicht zu sich nach Hause zum Ferienmachen einladen, sondern mit ihnen verreisen, sollten sie gut überlegen, welche Unterkunft sie wählen und sich darüber klar werden, wie viel „Action“ sie um sich herum mögen. „Familienfreundliche Hotels sind oft eher auf Eltern und Kindern als auf Großeltern mit Enkeln eingestellt. Oft ist eine Ferienwohnung unkomplizierter und ruhige“, weiß Stefan Lode vom Internetportal „Großeltern.de“.

Die Großeltern Almuth (73) und Gerd Nölling  (73) sorgen schon seit mehreren Jahren dafür, dass die beiden Enkelsöhne Axel (12) und Sören (9) in den Sommerferien einen „Tapetenwechsel“ erleben. Denn bei deren Eltern fallen die Sommerferien in die berufliche Hochsaison, und an einen gemeinsamen Familienurlaub ist nicht zu denken.

Die Großeltern, die nur ein paar Häuser weiter wohnen, genießen es, in ihrem Ruhestand mit den Enkeln unterwegs zu sein. Anfangs nahmen sie nur den Großen mit in die Berge, aber seit sich auch der Kleine als wanderfreudig und ausdauernd erwiesen hat, sind sie zwei Wochen lang als Quartett in den Bergen unterwegs.

Anders als manche Altersgenossen, teilen Sören und Axel nämlich die Lust ihrer Großeltern Begeisterung fürs Bergwandern. „Der Kontakt und der Umgang mit den Enkelkindern hält uns fit“, sagen die Großeltern.

Aber nicht immer haben Enkel und Großeltern die gleichen Interessen. „Da ist es gut, wenn Großeltern – womöglich gemeinsam mit älteren Enkelkindern – schon vor Reisebeginn Informationen sammeln, was man am Urlaubsort unternehmen kann. So findet man am ehesten Aktivitäten, die allen Spaß machen“, erklärt Ursula Lenz, Pressereferentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen.

Großeltern sollten sich aber keinesfalls für jeden Tag ein festes Programm planen. „Kinder können sich durchaus auch selbst beschäftigen und haben vielleicht Lust, mit anderen Kindern zu spielen“, sagt Stefan Lode.

Ein bisschen Verwöhnen gehört natürlich auch zum Urlaub: Die Angst, Kinder würden zu Hause später einfordern, was im Urlaub als „Ausnahme“ erlaubt war, hält Stefan Lode für unbegründet: „Kinder können unterscheiden, was Zuhause, was bei den Großeltern geht und was nicht.

Dennoch empfiehlt er vor Urlaubsantritt Absprachen mit den Eltern zu treffen: Wie sieht es mit den Schlafens- und bei den Älteren mit abendlichen Ausgehzeiten aus? Wie mit Taschengeld, Süßigkeiten oder Fernsehen? Bei allem Verständnis dafür, dass Großeltern die Enkel verwöhnen möchten, sollte im Urlaub nichts erlaubt sein, was bei den Eltern tabu ist.

Auch die Frage nach dem Geld sollte vor Reiseantritt geregelt sein. Bei Axel und Sören zahlen die Großeltern Verpflegung, Fahrt und das, was die kleinen Luxus-Urlaubsfreuden wie Eintritte oder Minigolf anfällt. Für die Kosten fürs Quartier kommen die Eltern auf.

Die Frage, ab wann ein Enkelkind alt genug ist, um ohne die Eltern mit den Großeltern zu verreisen, lässt sich nicht generell beantworten. Ein wichtiges Kriterium ist sicher, wie vertraut sie schon vor dem Urlaub miteinander sind. Wenn die Großeltern, die weiter weg wohnen, vor Reiseantritt ein oder zwei Tage bei Kindern und Enkeln zu Gast sind, dann stärkt das die nötige Vertrautheit.

Ein Reiseziel in nicht allzu großer Entfernung sorgt dafür, dass bei wirklich unstillbaren Heimwehattacken schnell ein Wiedersehen mit den Eltern möglich ist. Auf den Vorschlag, Heimweh durch häufiges Telefonieren zu lindern, reagiert Stefan Lode skeptisch. „Das vertieft den Schmerz womöglich. Auf keinen Fall vor dem Einschlafen telefonieren, sondern am Morgen, wenn der Tag Überraschungen birgt“, rät er.

„Wir haben gute Erfahrung mit einem Probewochenende im Wohnwagen gemacht, ehe wir zwei Wochen gemeinsam mit unserer dreijährigen Lena in Urlaub gefahren sind“, berichten Renate und Werner Sendker, die ihre Enkelin samt Kuscheltier und Gute- Nacht-Ritual bereits gut kannten., weil sie auch einen wöchentlichen Oma-Opa Tag haben.

Stefan Lode rät, den Zeitpunkt für den ersten gemeinsamen Urlaub davon abhängig zu machen, wie vertraut Enkel und Großeltern miteinander sind. Wo man sich regelmäßig sieht, ist das schon mit drei Jahren möglich.

Beim Urlaub mit Teenager-Enkeln haben Enkel und Großeltern oft durchaus unterschiedliche Vorstellungen über Dauer und Art der Mediennutzung. „Treffen Sie möglichst vor dem gemeinsamen Urlaub eine Regelung und fordern Sie deren Einhaltung ruhig ein. Machen Sie sich aber auch klar, dass die Enkelgeneration Medien anders nutzt als die Großelterngeneration“, sagt Stefan Lode. Und ganz wichtig: Auch Großeltern haben im Urlaub das Recht zu sagen, wenn es sie stört, dass ständig das Smart-Phone an ist.


Information

Im Urlaub mit Großeltern haben diese auch die Erziehungs- und Fürsorgepflicht. Der Rechtsanwalt Christian Remy hält es deshalb für wichtig, dass die Großeltern eine elterliche Vollmacht zur Erteilung des Erziehungsauftrages bei sich haben. So ist sichergestellt, dass die Großeltern im Notfall medizinische Entscheidungen für das Kind treffen dürfen und dass die Ärzte ihnen Auskunft geben. Auch der gültige Ausweis, Impfpass und die Krankenversicherungskarte des Kindes dürfen im Reisegepäck nicht fehlen.

 

 

 

 

 

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