Christliche Themen für jede Altersgruppe

Aus der Liebe leben

1. Korinther 13,1–13 (in Auswahl) Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir‘s nichts nütze. Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.  Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Impuls zum Predigttext für den Sonntag Estomihi: 1. Korinther 13,1–13.  Von Albrecht Knoch.

Pfarrer Albrecht Knoch ist Co-Dekan in Sigmaringen.



„Ich glaube, ich hoffe, ich liebe“ – so stand es auf den Wahlplakaten eines russischen Präsidentschaftskandidaten vor zwanzig Jahren. In dem Land, in dem Frauen die Vornamen Vera (Glaube), Nadeschda (Hoffnung) und Lubov (Liebe) tragen, hat er damit tatsächlich die Wahlen gewonnen.

Das gilt nun für alles, was wir tun, in den kleinen wie den großen Zusammenhängen der Gemeinde oder der Politik. Liebe ist aber keine Werbestrategie, sondern Basis und der Ausgangspunkt für alles. Es ist wichtig und hilfreich, sich darüber klar zu werden, wie wir unser Miteinander gestalten, das Gespräch am Krankenbett oder der Schwatz auf dem Markt, doch braucht es dazu immer die Liebe, wenn wir einander begegnen und dabei Glaube und Hoffnung weitergeben wollen.

Es ist der Weg der Liebe, den Christus bis zum Ende, bis zur Vollendung geht: Wir nehmen ihn ab diesem Sonntag verstärkt in den Blick. Wenn Brautpaare sich das „Hohelied der Liebe“ als Lesung zur Hochzeit wünschen, denken sie zunächst nicht daran, dass von Gottes Liebe die Rede ist. Aber auch Paulus meint gleichzeitig die ganz konkrete und menschlich gelebte Liebe, wenn er sie über alle anderen Glaubens- und Lebensweisen stellt und dadurch die um Ansehen konkurrierenden Gruppen und Individuen in der Gemeinde in Korinth aus ihren geistlichen Höhenflügen erdet. Zugleich zeigt er diakonischen Höchstleistungen ihre Grenze auf. Denn wir müssen nicht dadurch erst mit Gott in Verbindung treten, sondern Gottes Mit-Leidenschaft ist der Grund für den Weg der Liebe, der Überbietung (1. Korinther 12,31b), die Liebe Christi drängt uns (2. Korinther 5,14):  In der Passion Gottes für uns Menschen kommt er uns ganz nah und zwar bleibend.

So bekommt alles seinen rechten Stellenwert, die Frömmigkeitsformen, die unter den Christen in Korinth gelebt und auch zur Schau gestellt wurden ebenso wie das sich selbst aufgebende Tun für den nahen und den fernen Nächsten. Unsere begrenzten Glaubenserfahrungen haben als Teil des Ganzen ihren Stellenwert, die bleibende Liebe Gottes fügt sie dann zum Ganzen zusammen.

Die Narren, die uns mancherorts an diesem Sonntag begegnen, tragen außer den Masken auch die Schellen als Signal, dass sie in der Fasnacht wirklich alles auf den Kopf stellen: Mit dem schepperndem Klang erinnern sie an die Umkehrung des wirklichen Glaubensweges – unser Abschnitt wurde in allen Kirchen und jedes Jahr am Sonntag Estomihi gelesen. Wir sind aufgerufen, volltönend und nicht scheppernd Gottes Schwung der Liebe in uns aufzunehmen und aus seiner Schwingung zu leben, damit wir nicht aus und für uns selbst reden und handeln, sondern ganz aus Gott heraus leben, glauben, hoffen und lieben.


Ihr Gebet

 
Gebet

Jesus Christus,
hätten wir einen Glauben, der selbst Berge versetzt, was wären wir ohne Liebe?
Du liebst uns.
Was wären wir ohne deinen Geist,
der in unseren Herzen wohnt?
Du liebst uns.
Du nimmst alles auf dich und bahnst uns so
einen Weg zum Glauben, zum Vertrauen auf Gott, der weder Leiden, Elend des Menschen will.
Geist Christi, Geist des Erbarmens, Geist des
Lobpreises, deine Liebe zu jedem Menschen
wird niemals weichen.


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THEMA - Die Bergpredigt

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