Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine gute Botschaft

2. Petrus 3,8–10+13 Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde. Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Impuls zum Predigttext für den Ewigkeitssonntag: 2. Petrus 3,8–13.  Von Joachim Botzenhardt

Joachim Botzenhardt ist Dekan des Kirchen­bezirks Neuenbürg.

Vom Gericht wollen wir nichts hören, davon dass sich ein Mensch vor seinem Herrgott verantworten muss. Dass einer verloren gehen könnte, gar verdammt würde, passt nicht in das kirchlich gezähmte Gottesbild der bürgerlichen Mitte.

Schon gar nicht in das des modernen Menschen. Wenn der Himmel leer ist und Gott Einbildung, dann ist tatsächlich die Rede vom göttlichen Weltgericht Unsinn. Wer dennoch davon predigt, wird entweder fanatischer Angstmacherei verdächtigt, bestenfalls intellektuell unredlicher, aber wenigstens erbaulicher Jenseitsvertröstung.

Die apokalyptischen Bilder von Feuer, Hitze, Brennen und Schmelzen sind eindrücklich. Himmel und Hölle. Wir glaubten, solch großes mittelalterliches Krachen seit der Reformation, spätestens mit der Aufklärung überwunden zu haben. Was aber ist, wenn heute unvorstellbare Wassermassen ganze Küstenstreifen in Minuten dem Erdboden gleich machen? Was ist mit dem Kriegsgeschrei in der Ukraine und im Nahen Osten, was mit dem drohenden ökologischen Kollaps?

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr heißt Ewigkeitssonntag. Wenn wir einen Menschen hergeben müssen, meldet sich die Frage nach der Ewigkeit. Wo ist der liebe Angehörige jetzt? Geht es ihm gut? Werden wir uns wiedersehen? „Wir befehlen ihn (sie) in Gottes Hand.“ Die Worte der alten Bestattungsagende waren häufig eine Hilfe. Sie haben auf dem Friedhof getragen, mich selbst und viele trauernde Angehörige.

Die alte Agende hat sich getraut, das Wort „Gericht“ auszusprechen: „Jesus Christus wird ihn auferwecken an seinem Tag. Er sei ihm gnädig im Gericht und nehme ihn auf in sein ewiges Reich. Amen.“

Ich sage diese Worte bis heute, nicht weil wir über ein Leben zu urteilen hätten. „Gericht“ klingt schroff und       macht deutlich, dass es eben nicht egal ist, wie man lebt. Aber die Rede vom Gericht ist auch tröstlich. Tröstlich, weil es deutlich macht, wem ich mich zu verantworten habe: Richter ist Gott und nicht die Menschen.

„Ich muss es meinem Bruder nicht recht machen“, erzählte mir eine Frau im Trauergespräch. Je weniger Gott als Instanz in unserer Gesellschaft eine Rolle spielt, desto mehr schwingen sich Menschen auf, um über andere zu richten, zu urteilen, zu mobben und zu verdammen.

Wie gut ist es zu wissen, dass mein Wohl und Wehe nicht von der Meinung meiner Schwiegermutter abhängt! Wie gut, dass ich nicht den Figuransprüchen von Germany‘s next Topmodel genügen muss. Wie gut, dass das Leben nicht mit dem Abitur beginnt und nicht in facebook endet. Das Urteil über mein Leben ist nicht von Bullen und Bären, nicht von Konsum und Leistung abhängig, es liegt allein begründet in der geduldigen Liebe Jesu Christi.

Die Botschaft vom Gericht Gottes ist eine gute Botschaft, weil der liebende und sich hingebende Gott unser Richter ist. Auf ihn und mit ihm kann man hoffen, auf einen neuen Himmel und eine neue Erde und auf wahre Gerechtigkeit. Und ihm und seiner Liebe kann ich dann getrost den Ausgang des Gerichts überlassen. Er wird’s gut machen.

 

Ihr Gebet

Gebet


Ewiger Gott,
du hast in Christus eine neue Schöpfung begonnen,
in der Liebe und Gerechtigkeit wohnen auf ewig.
Wir warten mit Freude und Hoffnung, dass sie
vollendet werde,
und beten mit Zuversicht: Dein Reich komme.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen.

Aus: Evangelisches Gottesdienstbuch. Agende für die EKU und die VELKD,
Verlagsgemeinschaft Evangelisches Gottesdienstbuch 2001, Seite 407.




















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