Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine schöne Bescherung

Matthäus 1,18 – 23 Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Jesaja 7,14): „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns.“

Impuls zum Predigttext für Heiligabend: Matthäus 1,18 – 23.  Von Harald Stumpf

Verliebt, verlobt, verheiratet – wir wissen genau, wie es geht und wie es sich jedes romantische Paar wünscht.

Traumhochzeit mit dem Traumpartner und einer Hochzeitsreise vom Feinsten. Aber das Leben verläuft nicht immer so glatt: verliebt, verlobt, verheiratet. Viele Menschen haben Umwege, Sackgassen und Holzwege der Enttäuschung erlebt. Mitten hinein ins Leben, auch mitten hinein in den Scherbenhaufen meines Lebens wird es Weihnachten. Gott kommt zu uns!

An Heiligabend müssen Sie nicht alles perfekt vorbereitet haben. Gott kommt auch in das Chaos unseres Lebens. Er kommt in ungeordnete Verhältnisse. So wie damals schon: Volkszählung – Obdachlosigkeit – Weihnachten im Stall – Verfolgung und Kindermord der Machthaber, Flucht nach Ägypten. Das ist alles andere als eine heile Welt. Gott kommt mitten hinein in unsere Not. Gott ist mit uns!

Maria war mit Josef verlobt. Noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete. Eine schöne Bescherung! Josef ist tief enttäuscht, erschüttert und verunsichert. Josef war ja mit Maria verlobt.

Verlobung galt rechtlich als Ehe, der Bräutigam hatte seine Braut nur noch nicht in sein Haus geholt. Maria war schwanger. Da haben wir die Bescherung!
Eine schöne Bescherung! Vielen Menschen ist die Weihnachtsfreude abhanden gekommen. Streit, Krankheit, Job verloren, Menschen enttäuscht, finanzielle Ausweglosigkeit. Das ist ja eine schöne Bescherung!

In diesem Jahr stehen uns in besonderer Weise die Flüchtlinge vor Augen, die vor Terror, Krieg und Verfolgung geflohen sind und bei uns Schutz und Zuflucht suchen. Sie müssen Weihnachten in einem fremden Land, in einer fremden Kultur und von ihren Familien, Freunden und ihrer Heimat getrennt feiern. Das ist ja eine schöne Bescherung!

Wem werden sie begegnen? Wie werden sie unsere Weihnachtsmärkte und den Weihnachtstrubel erleben? Finden sie bei uns eine Herberge? Spüren sie etwas, auch wenn sie nichts verstehen sollten, vom „Fest der Liebe“? Begegnen sie dem „Immanuel“ – dem „Gott mit uns“? Jesus war ein Flüchtlingskind und hat mit Maria und Josef in Ägypten Schutz und Zuflucht gefunden. Der erwachsene Jesus wird sagen: „Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern und Schwestern, das habt ihr mir getan“ (Matthäus 25,35–40).

Dem Josef erscheint im Traum ein Engel. Engel sind im Judentum Offenbarungsmittler. Josef bekommt eine Erklärung und einen Auftrag: „Maria wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.“

Der Kern des Evangeliums steht beim Evangelisten Matthäus ganz am Anfang: „Immanuel – Gott ist mit uns!“ und ganz am Schluss: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Uns bleibt die Frage: „Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir.“ Mit einem Zwischentext unseres Gesangbuchs von Elmar Gruber gesprochen: „Ehre sei Gott in der Höhe, der heruntergekommen ist bis in meine Tiefe.“ Gott ist da! Frohe Weihnachten!

 

Ihr Gebet

Gebet

Ewiger Gott. Wir finden dich in deinem Sohn,
einem Kind, zart und verwundbar.
In ihm leuchtet deine Liebe auf,
strahlend, wie ein nie verlöschendes Licht,
deine Liebe, die von Anfang an war und bleiben wird,
die uns im Blick hatte von Anbeginn
und die uns nicht verloren geht in Ewigkeit.

Amen.

Aus: Evangelisches Gottesdienstbuch. Agende für die EKU und die VELKD, Verlagsgemeinschaft Evangelisches Gottesdienstbuch 2001, Seite 255.

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