Christliche Themen für jede Altersgruppe

Energisch und tatkräftig

Katharina von Mecklenburg hatte Sympathien für Martin Luther und gewann ihren Mann Heinrich, den Frommen, in Sachsen für die Sache der Reformation. 1533 bekannte sich Katharina öffentlich zum neuen Glauben und setzte die evangelische Vermählung ihrer Tochter Emilia durch.


Katharina von Mecklenburg. Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, 1514. (Foto: AKG)

„Je mehr ich hoffe, sie sterbe, je länger lebt sie.“ Die Klage Herzog Georgs von Sachsen galt Katharina von Mecklenburg, der Gemahlin seines Bruders Heinrich. Dabei hatte diese nichts anderes getan, als ihrem Gemahl die Lehre Luthers nahezubringen. Georg, erbitterter Gegner Luthers und der Reformation, hatte dies zwar mit allen Mitteln zu verhindern gesucht, doch Katharinas Einfluss war stärker. 1537 führte Heinrich den neuen Glauben in seinem Gebiet Freiberg und nach Georgs Tod 1539 im gesamten albertinischen Sachsen ein.

Katharina ist 1487 geboren. Sie war energisch und tatkräftig wie ihr Vater Herzog Magnus II. von Mecklenburg. 1512 war sie mit Herzog Heinrich von Sachsen vermählt worden. Sie galt nicht als schön, war aber wie ihr Gemahl eine durchaus attraktive Erscheinung.

Ihren Zeitgenossen jedoch erschien sie, obgleich klug und tugendsam, als „hochmütige, herrschsüchtige und geizige Frau von kühler und rücksichtsloser Berechnung“. Dagegen war ihr Gemahl lebenslustig und gesellig und ein milder Herrscher. Vor der Ehe hatte er ein „gar lustig Leben“ geführt.

Zwischen 1515 und 1526 bekam das Paar sechs Kinder. Die Hofhaltung auf Schloss Freudenstein in Freiberg war bescheiden; denn das Geld dafür kam von Heinrichs Bruder Georg, und der war nicht großzügig. So geriet Katharinas Bemühen um eine fürstlichere Hofhaltung schnell an Grenzen. Besserung trat ein, nachdem Heinrich 1521 Marienberg gegründet hatte und am Abbau des Silbers gut verdiente.

Aber der leutselige Umgang Heinrichs mit dem gemeinen Volk und den Bediensteten ärgerte Katharina ebenso wie die Abhängigkeit von Georg. So erscheint die Hinwendung zu Luthers Lehre mehr von ihren Ambitionen zur Macht als von einem Glaubenswandel bestimmt.

Hatte sich Katharina noch im Sommer 1525 zu Luthers Gegnern gezählt, so stand sie Ende des Jahres ganz auf seiner Seite. Als Grund für diesen plötzlichen Wandel wird ihre Hoffnung auf Verbündete gegen Herzog Georg gesehen. In der Tat nutzte Kursachsen jetzt die Möglichkeit, mit ­Katharinas Hilfe einen Keil in das katholische Sachsen zu brechen und ihren Gemahl für die Reformation zu gewinnen. Obgleich Georg den Druck auf seinen Bruder verstärkte, konnte er die Entwicklung nicht mehr aufhalten.

Katharina hatte inzwischen Verbindung mit Luther und Melanchthon aufgenommen, scheute sich aber noch vor einem öffentlichen Glaubensbekenntnis. Dafür zeigte ihr Bemühen um Heinrich Erfolg: Er duldete die Verbreitung lutherischer Schriften und verbot katholische Rituale. Im Mai 1531 lernte er Luther persönlich kennen und war tief beeindruckt. 1533 bekannte sich Katharina öffentlich zum neuen Glauben und setzte die evangelische Vermählung ihrer Tochter Emilia durch.

Mit Heinrichs Billigung holte sie einen evangelischen Hofprediger und 1535 den lutherischen Rat Anton von Schönberg an ihren Hof. Unter dem Einfluss seiner Frau und Schönbergs erlaubte Heinrich 1536 die Ausübung der lutherischen Religion in seinem Gebiet. Im selben Jahr trat er dem Schmalkaldischen Bund bei. Als Georg versuchte, seinen Bruder mit materiellen Zugeständnissen zur Umkehr zu bewegen, schrieb ihm Katharina: „Aller Welt Reichtum nehmen wir nicht für Christus und sein Heil.“ Mit einem lutherischen Gottesdienst im Freiberger Dom wurde Neujahr 1537 die Reformation im Freiberger Land eingeführt.

Katharina sorgte, trotz mancher Probleme mit Luther, für die weitere Festigung der Reformation in Sachsen, auch nach dem Tod Heinrichs 1541, als der älteste Sohn Moritz die Herrschaft übernahm und sie auf ihr Gut Wolkenstein verwies. Moritz – der aufseiten der Katholischen gegen die Protestanten kämpfte und zum Dank mit der Kurwürde bedacht wurde – fiel 1553. Katharinas Favorit, Sohn August, wurde Kurfürst von Sachsen. Er hatte 1548 Anna von Dänemark geheiratet und damit die ehrgeizigen Pläne seiner Mutter nach einer königlichen Verbindung realisiert.

Sie reiste viel, war oft Gast am Hof Augusts in Dresden. An ihrem eigenen Hof, den sie 1550 nach Torgau verlegte, führte sie ein strenges Regiment. Bei ihren Untertanen scheint sie nicht sehr beliebt gewesen zu sein. Im Juni 1561 starb sie mit dem Bekenntnis, sie wolle nun „an dem Herrn Christo und dem Saum seines Kleides hangen bleiben, wie eine Klette am Rock, die sich eher zerreißen als davon abreißen“ lasse.

In unserer Serie „Frauen der Reformationszeit“ stellen wir Frauen vor, die in der Reformationszeit eine wichtige Rolle gespielt haben. Im Teil 4 stellen wir Ihnen bereits Katharina von Bora vor.

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