Christliche Themen für jede Altersgruppe

Frieden mit Gott

Römer 5,1–5 Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung,  Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

Impuls zum Predigttext für den Sonntag Reminiszere: Römer 5,1–5.  Von Christina Hirt

Christina Hirt ist Pfarrerin in Grötzingen im Kirchenbezirk Nürtingen. (Foto: epd-bild)



Vor ungefähr einem Jahr tauchte auf vielen Facebookseiten meiner Freunde immer wieder der Schriftzug eines arabisches „N“ auf. Dieses N stand für „Nasrani“, also für „die Nachfolger des Nazareners“. Besonders im Irak wurde dieses Zeichen von Einheiten des Islamischen Staates genutzt, um Eigentum von Christen zu kennzeichnen und damit zur Plünderung freizugeben. Ein Zeichen der Verfolgung. Doch dann wurde daraus auch ein Zeichen der weltweiten Solidarität unter Glaubensgeschwistern. Viele Christen bekannten sich nämlich öffentlich zum „Nazarener“ und beteten für die Vertriebenen, Traumatisierten und Heimatlosen.

Am 21. Februar wird in vielen Kirchengemeinden an die verfolgten Christen weltweit erinnert. Dass Menschen aufgrund ihres Glaubens unterdrückt werden, ist keine neue Erscheinung. Schon die Adressaten des Römerbriefes waren Angriffen ausgesetzt. Trotzdem klingen die Worte von Paulus alles andere als verzagt. Ja, auf den ersten Blick scheinen sie nicht einmal sehr tröstlich. Wie kann man sich denn der Bedrängnisse rühmen?

Ganz sicher wollte Paulus das Leid in dieser Gemeinde nicht kleinreden. Er kannte ja aus eigener Erfahrung nur zu gut, was es bedeutete, wegen des Glaubens verlacht, verjagt oder sogar gefoltert zu werden. Aber er wollte gegen alle schlimmen Nachrichten die eine gute Nachricht zu setzen, die ihn selbst so grundlegend getroffen und verändert hatte: „Wir haben Frieden mit Gott durch unsren Herrn Jesus Christus!“

Frieden! Wie sehr sehnen wir uns danach. Selbst diejenigen, die noch keinen Krieg miterleben mussten, wissen, was es bedeutet, im Unfrieden zu leben. Wie oft geraten wir so sehr in Streit, dass die Nähe des anderen nur noch schwer zu ertragen ist? Wenn uns schon die „Kleinkriege“ so zu schaffen machen, wie soll es da eine Lösung für die großen Konflikte in dieser Welt geben?

Für Paulus steht und fällt der Frieden in dieser Welt damit, in welchem Verhältnis die Menschen zu Gott stehen. Er ist der Überzeugung: Die vielen Unversöhnlichkeiten und Kämpfe haben ihren Grund im zerrütteten Verhältnis der Menschen zu ihrem Schöpfer. Sein Urteil lautet: Da fallen alle durch. Ohne Ausnahme. In den ersten Kapiteln des Römerbriefes beschreibt er diesen Zustand sehr ausführlich. Gleichzeitig beschreibt er in diesen Kapiteln aber auch, was das Verhältnis wieder zurecht bringt. Es ist Gottes versöhnendes Handeln in Jesus Christus: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind“ (Römer 5,8+10).

Den bedrängten Glaubensgeschwistern in Rom malt Paulus nun diesen Gottesfrieden wie einen geistlichen Schutzraum vor Augen. Wir haben Zugang zur Gnade Gottes, schreibt er. In ihr stehen wir. Und er schreibt von der Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit, die Gott geben wird: „Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“

Es ist vielleicht heute eine der wichtigsten Botschaften der christlichen Weltgemeinschaft, die ihren verfolgten und bedrohten Geschwistern im Glauben beistehen möchte, an dieser Hoffnung festzuhalten. Neben aller praktischen Hilfe und den Gebeten, die wir als Mitglieder des einen Leibes nie vernachlässigen sollten.


Ihr Gebet

 
Gebet

Verleih uns Frieden gnädiglich,
Herr Gott, zu unsern Zeiten.
Es ist doch ja kein andrer nicht,
der für uns könnte streiten,
denn du, unser Gott, alleine.

Martin Luther




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