Christliche Themen für jede Altersgruppe

Guter Start ins neue Jahr

Matthäus 3,13–17 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s geschehen. Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Impuls zum Predigttext für den 1. Sonntag nach Epiphanias: Matthäus 3,13–17.  Von Christina Hirt

Christina Hirt ist Pfarrerin in Aichtal-Grötzingen im Kirchenbezirk Nürtingen.

„Bist du gut ins neue Jahr gestartet?“ Mit dieser Frage werde ich gerade häufiger begrüßt. Nach den Weihnachtsfeiertagen und Silvester ist für die meisten jetzt wieder der ganz normale Alltag dran. Und doch: Die ersten Wochen im neuen Jahr stehen irgendwie unter dieser besonderen Stimmung eines Übergangs oder neuen Anfangs.

Manch einer hat in seinem Kalender für dieses Jahr vielleicht wirklich eine Veränderung anstehen. Für Schüler der Abschlussklassen rücken die Prüfungen näher. Ein junges Paar erwartet das erste Kind. Der Umzug in eine andere Stadt steht bevor. Die letzten Monate im Berufsleben beginnen.

Übergänge sind immer eine Herausforderung. Wer dann jemanden an der Seite hat, der ihm Mut zuspricht und den Rücken stärkt, der geht sicher zuversichtlicher und froher vorwärts als einer, der ganz alleine unterwegs ist.

Als Jesus zu Johannes an den Jordan kam, stand für ihn auch eine entscheidende Veränderung an. Bis dahin lebte er völlig unauffällig in Nazareth.

Mit dem Tag seiner Taufe änderte sich das. Jesus begann, öffentlich zu wirken. Er trat nun auf als der, von dem Johannes angekündigt hatte, dass er der Stärkere wäre, der mit Heiligem Geist und Feuer taufen würde. An dieser Schnittstelle zwischen völlig normalem Leben und dem, was dann kommen würde, geht über ihm der Himmel auf. Sein himmlischer Vater gibt ihm ein sichtbares und hörbares Zeichen seiner Anerkennung und Liebe: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Was für eine Stärkung für all die Aufgaben und Auseinandersetzungen, die er von da an zu bestehen hatte!

Johannes wollte Jesus ja zunächst gar nicht taufen. Er wusste, dass dieser Mann keine Umkehr zu Gott nötig hatte. Trotzdem stieg Jesus ins Wasser. „Lass es geschehen, denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“ Seine Taufe war nötig. Ganz menschlich betrachtet, weil Jesus für diesen Übergang einen himmlischen Beistand gut brauchen konnte. Alles, was folgen sollte, stand unter dieser vorlaufenden Anerkennung: Seine Wunder und Predigten, alles Werben und Ringen um Menschen, sein Sterben und seine Auferweckung von den Toten.

Aber dieser Tag am Jordan war auch um unsertwillen nötig. Weil er signalisiert, wo die Schnittstelle zwischen Erde und Himmel, zwischen Mensch und Gott zu finden ist.

Gott stellte sich zu Jesus und Jesus stellt sich zu uns Menschen. Gott zeigte seine Liebe und Freude an seinem Sohn, und Jesus gibt diese Liebe und Freude an uns weiter.

Der Himmel ging über ihm auf und Jesus öffnet diesen Himmel dann auch für uns. Der Heilige Geist kam auf ihn herab und Jesus verheißt diesen Geist auch seinen Jüngern.

Zu allen guten Wünschen und Worten, die wir am Beginn dieses Jahres gehört haben und die wir sicher auch anderen gegenüber ausgesprochen haben, gesellt sich für mich deshalb noch jene Vaterstimme dazu: „Dies ist meine geliebte Tochter, dies ist mein geliebter Sohn.“ Ich möchte sie für mich wieder neu hören und gelten lassen. Ich möchte glauben, dass Gott sich über mich freut. Dass ich zu seinen geliebten Kindern zähle. Noch bevor der nächste Auftrag erfüllt ist und noch bevor die nächste Herausforderung gemeistert wurde.

Ob ich gut ins neue Jahr gestartet bin? Ja, mit diesen Worten im Rücken will ich mutig und zuversichtlich vorwärts gehen.

 

Ihr Gebet

Gebet

Gott, unser Vater,
in der Taufe hast du auch uns
zu deinen Töchtern und Söhnen gemacht.
Wir sind dein; vollende, was du mit uns begonnen hast.
Durch unsern Herrn Jesus Christus,
den Anfänger und Vollender unseres Glaubens.

Amen.

Aus: Evangelisches Gottesdienstbuch. Agende für die EKU und die VELKD,
Verlagsgemeinschaft Evangelisches Gottesdienstbuch 2001, Seite 275.






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