Christliche Themen für jede Altersgruppe

Jesus weist den Weg zu Gott

Johannes 12,44–50 Jesus aber rief: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. Und wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den richte ich nicht; denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette. Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll. Und ich weiß: Sein Gebot ist das ewige Leben. Darum: Was ich rede, das rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.


Impuls zum Predigttext für den  Sonntag Okuli: Johannes 12,20–50.  Von Stefanie Bauspieß

Stefanie Bauspieß ist Pfarrerin in Unterhausen-Honau.


„Der Überbringer der schlechten Botschaft wird bestraft.“ Daran musste ich sofort denken, als ich diese Verse gelesen habe. In den wenigen Versen spricht Jesus dreimal davon, dass der Vater ihn gesandt hat; dass Jesus der Vertreter dessen ist, der ihn gesandt hat. Er richtet aus, was ihm von Gott, seinem Vater gesagt ist. Jesus ist der Überbringer der Botschaft, des Evangeliums. Allerdings ist das Evangelium ja die gute Nachricht und eben nicht die schlechte. Und trotzdem wird Jesus mit seinem Leben dafür bezahlen müssen, dass er diese Nachricht überbringt.

Es klingt wie die Verteidigungsrede eines Angeklagten. „Ich habe nicht aus mir selbst geredet“, „ich rede so, wie es der Vater mir gesagt hat“. Was macht Jesus, indem er auf Gott, den Vater verweist?

Jesus macht deutlich, dass der Glaube an ihn nichts anderes als der Glaube an Gott ist. In den Versen zuvor wird beschrieben, dass auch viele der Oberen an ihn glaubten, aber befürchteten, aus der Synagoge verbannt zu werden, wenn sie das offen zugeben. Indem Jesus nun sagt, dass er von Gott gesandt ist, gibt er ihnen die Möglichkeit, sich zu Gott zu bekennen. „Wenn ihr an mich glaubt, dann steht das nicht im Widerspruch zu eurem Glauben an Gott. Sondern er kommt in mir zur Welt. Ihr sollt an das glauben, was ich euch sage: das Wort des Vaters. Ich überbringe euch dieses Wort.“
Johannes erzählt, wie die Menschen durch Jesus Zugang zu Gott erhalten. Er ist der Weg, er ist das Licht. Jesus versteht sich als der Offenbarer Gottes. Als Gottes Sohn kennt er den Weg zu Gott; diesen Weg zeigt er den Menschen. Im Johannesevangelium schafft Jesus es durch die Ich-Bin-Worte, dass die Menschen ihn verstehen. Er nimmt Bilder, die sie kennen – Brot, Licht, Tür, Hirte, Weinstock, Weg – und legt sie auf ihre Beziehung zu Gott und zum Leben aus. Seine Aufgabe ist es dabei, den Menschen Gott zu zeigen, zu erklären, ihnen den Weg zu Gott zu ermöglichen. Jesus will den Menschen die Augen öffnen für Gott und seine Wirklichkeit. Deshalb ist dieser Text auch für den Sonntag Okuli, das lateinische Wort für  „Augen“, ausgewählt.

Jesus ist tatsächlich der Weg, wie wir Menschen Gott erkennen können. Er ist unser Hilfsmittel, das Mittel zu glauben, der Mittler zwischen Gott und Mensch.

Sind unsere Augen auf einmal geöffnet, können wir erkennen, was den anderen noch verborgen ist: Jesus gibt den Menschen die Möglichkeit, zum Licht zu gehören.

Dazu aber müssen wir seine Botschaft hören; wir müssen Jesus als Botschafter Gottes zuhören. Das fällt uns Menschen schwer – damals wie heute. Und damals wie heute werden uns die Augen nicht allein durch Hören, sondern durch Begegnung geöffnet. Die Begegnung aber findet statt in Jesus. Er ist die Botschaft, das Evangelium – die gute Nachricht.

Gebet

Gott, du öffnest uns die Augen. Und wir könnten
verzweifeln an dem, was in unserem Leben immer
wieder misslingt. Darum verschließen wir unsere
Augen immer wieder vor dieser Erkenntnis. Gott,
du aber öffnest uns die Augen, und wir sehen auch
dein Erbarmen. Erneure unsere Herzen und
schenke uns deinen gnädigen Blick auf uns selbst,
dass wir frei werden, und aus deiner Liebe leben
können. Lass uns deine Stimme hören und dein
Licht sehen, dass wir für unser Leben Weg und
Richtung erkennen.












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THEMA - Die Bergpredigt

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