Christliche Themen für jede Altersgruppe

Lebendige Hoffnung

1. Petrus 1,3–9 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer erfunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

Lebendige Hoffnung

Impuls zum Predigttext für den Sonntag Quasimodogeniti 1. Petrus 1, 3–9.

Der promovierte Theologe Ulrich Dreesman ist Pfarrer an der  Lutherkirche in Bad Cannstatt (Seelberg).

Das Christentum kommt von Ostern her. Ohne die Auferstehung Jesu Christi von den Toten keine christliche Kirche, kein christlicher Glaube, keine christliche Hoffnung.

Jedes Evangelium schildert die Osterereignisse auf seine Weise. Doch alle kommen zum selben Schluss. Das Osterereignis ist stark und gewaltig. Wem das Licht des Auferstandenen aufgeht, der wird von Grund auf verändert; der ist eine „neue Kreatur“, wie Paulus einmal schreibt (2. Korinther 5,17).
Die Feiglinge, die am Gründonnerstag in die Dunkelheit fliehen, die ihren Meister verraten und verleugnen, sind plötzlich wie ausgewechselt. Ihre Angst ist fort, und ihr Herz wird weit. Voller Mut und Vertrauen gehen sie in alle Welt. Sie sind „wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung“ – auf diesen Nenner bringt es der Brief, der den Namen des ersten und wichtigsten Jüngers Jesu trägt.
Der erste Petrusbrief ist rund siebzig Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung entstanden. „Ihr habt Jesus nicht gesehen“, lesen die Adressaten. Nein, das haben sie tatsächlich nicht. Sie haben von Jesus gehört. Sie glauben an ihn, sie haben ihn lieb. Und sind so „wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung“.

Die Rede von der Wiedergeburt ist ein starkes und sprechendes Bild. Wie neugeboren fühle ich mich nach einem erholsamen Schlaf, einem klärenden Gespräch, einer hilfreichen Entscheidung. Oder dann, wenn mir ein Licht aufgeht oder mir endlich der Groschen fällt.

Alle diese Erfahrungen haben eines gemeinsam: Sie geschehen ohne mein Zutun. Sie widerfahren mir. Und lassen mich verändert zurück.

Ostern kann ich nicht machen. Die „Wiedergeburt zu einer lebendigen Hoffnung“ kann ich nicht erzwingen. Denn Gott lässt sich nicht zwingen. Der Heilige Geist wirkt den Glauben, wo und wann er will. So haben es die Reformatoren der Kirche eingeschärft.

Und wenn meine Hoffnung nun klein sein sollte? Wenn ich mir unsicher bin, was ich hoffen und erwarten soll? Wenn ich verzagt und von Gott enttäuscht sein sollte? Dann sollte ich dennoch Ostern feiern. Vielleicht gerade dann. Vielleicht dann erst recht.

Gott sei Dank ist das größte und wichtigste Fest der Kirche lange noch nicht vorbei. Im Gegenteil: Die österliche Freudenzeit hat gerade erst begonnen.

Die Osterlieder und die Bibeltexte dieses und der kommenden Sonntage weisen den Weg in ein österliches Leben, in ein Leben mit klarem Geist und weitem Herzen, in ein Leben in lebendiger Hoffnung. Mit Martin Luther: „Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, aber es ist der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles.“

Gebet

Lieber himmlischer Vater,
Schöpfer der Welt,
durch die Auferweckung deines Sohnes
hast du mir und aller Welt
deine Zukunft eröffnet.
Dafür danke ich dir.
Und bitte dich: Leite,
die auf dich hoffen,
aus dem Schatten des Todes
in das Licht österlicher Freude.
Durch Christus,
meinen Bruder und Herrn.

Amen.

Evangelisches Gemeindeblatt

Aktuelle Ausgabe 49/2017

THEMA - Angst überwinden

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