Christliche Themen für jede Altersgruppe

Leitlinien im Leben

Epheser 5,8+9 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Impuls zum Predigttext für den 8. Sonntag nach Trinitatis: Epheser 5,8–14.  Von Bärbel Barthelmeß


Bärbel Barthelmeß ist Pfarrerin an der Christuskirche West in Ulm.


„Zorn. Furcht. Aggressivität. Die dunklen Seiten der Macht sind sie. Besitz ergreifen sie leicht von dir.“ Mit dieser Hilfe zur Selbsterkenntnis versucht der weise Jedi-Ritter Yoda im Filmepos „Krieg der Sterne“ den jungen Luke Skywalker zu einem Kämpfer für das Gute auszubilden.  Sie leben in einem Universum, wo die dunkle Seite der Macht versucht, das Gute zu überwältigen.

Ich denke, die anhaltende Faszination der Star Wars-Filme seit über 40 Jahren hängt unter anderem mit der einfachen, aber einleuchtenden Erklärung der Welt zusammen, in der Gut und Böse, Licht und Finsternis einander gegenüberstehen. Und folgerichtig erklärlich ist damit der Wunsch nach Rettern in der Not, die hoch zu Ross oder mit Sternenflotte den Bösen Einhalt gebieten.

Doch ich wage zu bezweifeln, ob das wirkliche Leben sich in diesen schroffen Gegensätzen erklären lässt. Es ist meiner Meinung nach eine Überlegung wert, wo das Dunkle herrührt, von dem nicht nur wir uns, sondern auch schon die Menschen, an die der Epheserbrief gerichtet ist, sich verführen lassen.  

In der griechischen Gemeinde gab es  Streit zwischen den Christen, die vom Judentum zum christlichen Glauben übergetreten, und denen, die aus verschiedenen anderen heidnischen Religionen und Kulten dazugekommen sind. Die so genannten Judenchristen sonnten sich im Lichte ihres vermeintlich besseren Christseins, denn als Christen mit jüdischen Wurzeln gehörten sie doch schon immer zum auserwählten Volk Gottes.  Die junge Gemeinde stand also in der Gefahr, in zwei Teile zu zerfallen. Auch der sittliche Lebenswandel bot Anlass zur Kritik. Immer wieder rügt der Briefschreiber die Gemeindemitglieder wegen Habgier, Unzucht oder loser Reden. Ob nun diese Laster oder andere, es gibt viele Schatten, die das Leben verdunkeln. Und diese Schatten haben oftmals  ihren Ursprung im Menschen. Es sind zumeist Gefühle, Defiziterfahrungen oder Kränkungen, die es unmöglich machen, ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen. Yoda nennt hier beispielhaft für seinen Schützling Luke Furcht, Angst, Aggressivität als Ursache, warum er sich so leicht aus der Selbstbeherrschung und damit vom rechten Weg abbringen lässt. Luke muss sich noch mühsam selbst beweisen und seinen Weg suchen, bevor er ein echter Jedi-Ritter ist und mit seinem Lichtschwert die Galaxie zu retten vermag.

Doch die Pointe des Epheserbriefes ist gerade anders! Wir müssen uns nicht mehr beweisen, wir sind es schon. Wir sind Kinder des Lichtes!

 „Lebt als Kinder des Lichtes!“ Dieser Spitzensatz des Briefes ist nun eine enorme Zusage und eine große Zumutung. Denn die Christen damals wie heute,  egal wie selbstherrlich oder fehlerbehaftet sie auch leben mögen, sie sind schon Kinder des Lichtes durch ihre Zugehörigkeit zu Jesus Christus. Dieses Licht haben die Christen nicht in sich selbst entzündet, sondern es ist ganz und gar Gottes Handeln zum Beispiel in der Taufe.  Nun gilt es, auf diesem einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen und das Licht sich ausbreiten zu lassen. Dies geschieht durch ein Leben, das sich nicht mehr durch Zorn, Furcht oder Aggressivität zum Bösen verführen lässt, sondern von Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit geleitet wird, bis die ganze Schöpfung vom Licht erhellt und alle Finsternis überwunden ist.

Zugegebenermaßen ist das ein weiter und mühsamer Weg. Ein Weg, den wir Gott sei Dank nicht allein im Dunkeln tappen müssen, sondern im Licht des Evangeliums gehen können. Schritt für Schritt, Tag für Tag gilt es immer wieder zu prüfen, von welchen Kriterien  mein Tun und Lassen, mein Handeln oder Urteilen bestimmt sind. Von Güte, Gerechtigkeit oder Wahrheit? Vom Guten oder vom Bösen? Das wird nicht immer so leicht zu bestimmen sein, denn das Leben ist nicht immer eindeutig. Aber trotzdem brauchen wir nicht hoffnungslos werden, denn  „viele Male habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Gute Gutes hervorlockt, das Böse jedoch Böses erzeugt. Wenn das Echo ausbleibt auf den Ruf des Bösen, so verliert es aus Mangel an Nahrung seine Kraft und stirbt ab. Das Böse ernährt sich nur von seinesgleichen.“ (Mahatma Gandhi)

 


Ihr Gebet

Gebet

Christus, dein Licht verklärt unsre Schatten,
lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht.
Christus, dein Licht erstrahlt auf der Erde,
und du sagst uns: Auch ihr seid das Licht.

Aus Taizé

Luthers-Familienzeit

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