Christliche Themen für jede Altersgruppe

Lichtstrahl mitten im Leid

2. Korinther 4,6–10 Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.


Impuls zum Predigttext für den Letzten Sonntag nach Epiphanias.  Von Herbert Würth

Herbert Würth ist geschäfts­führender Pfarrer in Hechingen.


„Wenn du schon denkst, es geht nicht mehr ….. “. In vielen Häusern hing früher dieser Trostspruch. Bei Hausbesuchen erfahre ich Vieles, wo Menschen sagen: „Es geht nicht mehr. Ich schaffe das nicht.“ Ich höre von Krankheiten und Schmerzen, die zermürben können. Ich höre von Kriegserlebnissen und Vertreibung und denke an die große Zahl von Flüchtlingen heute und an ihre schrecklichen Erfahrungen. Ich höre vom Scheitern in den Beziehungen zum Partner oder zu den Kindern. Und ich spüre die tiefe Sehnsucht, dass von irgendwoher ein Lichtlein kommen möge.

„Wenn du schon denkst, es geht nicht mehr … “. Von solchen schier aussichtslosen Situationen konnte Paulus ein Lied singen. Er durchlitt Gefängnis und Folter, Hunger und Kälte, schlaflose Nächte und Schiffbrüche. All das hat man ihm damals als Schwäche ausgelegt. Denn Paulus war nicht der erfolgreiche und furchtlose Kämpfer. Manche hielten ihn gar für einen Schwächling.

Paulus sagt Ja dazu. Er sagt Ja zu seinen Schwachheiten und Krankheiten. Er will es nicht leugnen und auch nicht verheimlichen. Sein wichtiges Wort dazu heißt „aber“: Aber die Angst frisst uns nicht auf, aber wir sind nicht verlassen, aber die Unterdrückung wirft uns nicht um. Dieses „aber“ ist der Wendepunkt.

Denn der Terror will Angst machen; das sagt schon das lateinische Wort „terror“, das mit „Schrecken“ zu übersetzen ist. Die Terrorakte in Paris, Ankara und Mali mit Hunderten von Toten, Verletzten und Traumatisierten, die Enthauptungen der schwarz gekleideten IS-Kämpfer, die Entführungen der Boko-Haram-Sekte – damit sollen die Menschen in Furcht und Panik geraten.

Auch Paulus hat Schreckliches erlebt. Doch durch den Glauben lässt er sich nicht einschüchtern. Die Bedrängnisse sind für ihn auch nicht die Narben, auf die ein alter Kämpfer stolz ist. Die Leiden weisen ihn vielmehr hin auf Christus, auf sein Leiden und Sterben und auf sein Leben aus der Auferstehung.

Dass das Schreckliche ihn nicht gänzlich umwirft, verdankt er einer Erleuchtung. Paulus kommt nämlich von einer Licht-Erfahrung her. Nicht nur damals in Damaskus, als es ihn so blendete, dass er erkannte, wie verblendet er gewesen war. Auf seinem Lebensweg, selbst in den Bedrängnissen, ist der Apostel dem Schöpfer des Lichts begegnet. Das erste Schöpfungswerk des Ur-Anfangs ist das Licht. Und das große Schöpfungswerk des Glaubens ist die Erleuchtung. Die Erleuchtung nämlich, dass Gott die Dunkelheit der Welt erhellen will. Das sehen wir am Glanz, der den Hirten in der Weihnachtsgeschichte begegnete. Und wir sehen es im Licht des Ostermorgens.

Dieser Sonntag, der letzte Sonntag nach Epiphanias, ist der Abschluss der Lichterzeit von Weihnachten in einer äußerlich gesehen düsteren Jahreszeit. Wir kommen vom Lichterglanz von Weihnachten her und gehen auf das Osterlicht zu. Ich wünsche uns, dass wir aus dem Licht des Evangeliums leben und für andere zu Lichtträgern werden. Das Licht aus der Krippe und das Licht des Ostermorgens will einen hellen Schein in unser Herz geben.


Ihr Gebet

 
Gebet

Du, Gott, bist das Licht.
Du hast es für uns angezündet
in der Schönheit deiner Schöpfung,
Jesus Christus, Licht der Welt,
wir wollen dir nachfolgen und im Licht wandeln.
Heiliger Geist, unsere Erleuchtung,
mach uns zu Menschen,
die im Glanz deines Lichtes leben.
Wir bitten dich:
Durchdringe die Finsternis in dieser Welt
und die Dunkelheit in unserem Leben.
Begleite uns, wenn Dunkel unsere Wege umgibt.
Lass dein Angesicht über uns
und in uns leuchten.  Amen.



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