Christliche Themen für jede Altersgruppe

Martin Luthers „Herr Käthe“

Katharina von Bora, die Ehefrau von Martin Luther, ist die berühmteste der Reformatorenfrauen. Sie war eine kluge, selbstbewusste Frau und eine gute Wirtschafterin. Und sie sollte für viele Jahrhunderte das Vorbild für die evangelische Pfarrfrau werden.

Katharina von BoraKatharina von Bora wurde am 29. Januar 1499 geboren. Ihre Eltern kamen aus mitteldeutschen Adelsfamilien, waren aber kaum vermögend, sodass die Familie später ihr Gut aufgeben musste. Dieser Verlust wird gern bemüht, um das Streben der Lutherin nach Grundbesitz zu erklären. 1505 kam sie in das Benediktiner-Kloster nach Brehna. 1508/09 wurde sie dem Kloster Marienthron zu Nimbschen übergeben. Im Kloster lernte Katharina Lesen, Schreiben, Singen, etwas Latein und auch Hauswirtschaft. 1515 leistete sie das Gelübde als Braut Christi und trug nun die weiße Kutte mit dem schwarzen Schleier der Zisterzienserinnen.

Dann aber kam Martin Luther und verkündete Dinge, die sie nie zu denken gewagt hätte. Ostern 1523 floh sie mit elf weiteren Nonnen aus dem Kloster.

Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie den Nürnberger Patriziersohn Hieronymus Baumgartner geheiratet, ihre erste Liebe. Doch die Ehe kam nicht zustande. Die stolze und eigenwillige Adlige war schwer unter die Haube zu bringen. Als sie den von Luther vorgeschlagenen Kaspar Glatz ablehnte, weil sie „keine Lust und Neigung zu ihm“ habe, schimpfte Luther: „Welcher Teufel will sie denn haben!“

Doch sie erwählte gerade ihn. Er erbarmte sich der „übrig gebliebenen“ Nonne und musste bekennen: „Käthe ist das Beste, was mir Gott schenken konnte!“ Und er nannte sie liebevoll „Herr Käthe“.

Glaubt man den Tischreden, so entsprach Käthe ganz und gar nicht dem Frauenbild des Reformators, wird ihm doch nachgesagt, er hätte etwas gegen kluge und wortgewandte Frauen: „Es ist kein Rock, der einer Frau oder Jungfrau so übel ansteht, als wenn sie klug sein will.“ Katharina aber war klug, wortgewandt und resolut, selbst wenn sie ihrem Mann in Gesellschaft den nötigen Respekt zollte. In ihrem Hause aber war sie die Herrin, in ihrer Ehe war sie die Stärkere. Sie richtete ihren oft depressiven Mann wieder auf und pflegte ihn aufopferungsvoll, wenn er krank war.

Weiterlesen bei EvG-Extra

Wenn Sie diesen Artikel lesen möchten, dann kaufen Sie sich den Inhalt direkt hier für einmalig EUR 0,69 je Artikel. Weitere Informationen zu EvG-Extra erhalten Sie hier.

Evangelisches Gemeindeblatt

Aktuelle Ausgabe 47/2017

THEMA - Angst überwinden

Ausgabe 4/2017

Luthers-Familienzeit

Jetzt Online-Magazin testen.