Christliche Themen für jede Altersgruppe

Mitgestalter des Reiches Gottes

1. Petrus 2,1–5 So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, da ihr ja geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist. Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

Mitgestalter des Reiches Gottes: Impuls zum Predigttext für den 6. Sonntag nach Trinitatis: 1. Petrus 2,1–10.

Gott baut ein Gotteshaus in der Welt – so beschreibt der Verfasser des ersten Petrusbriefes Gottes Absichten mit uns. Gott, der Baumeister, baut diesen besonderen Raum aus „lebendigen Steinen“. Damit sind Menschen gemeint, die im Glauben Jesus Christus als den Grundstein dieses Gotteshaus kennengelernt haben.

Das Gotteshaus ist also ein Menschenhaus! Diese merkwürdige Beschreibung der Christen als „lebendige Steine“ macht deutlich, dass es sich hier nicht um eine schon fertige Sache handelt. Die Mauern und Räume sind nicht starr, sondern lebendig. Das „geistliche Haus“ ist in der Entwicklung. „Ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause.“

Wir sind als Glaubende durchaus mitbeteiligt an der Ausgestaltung und immer deutlicheren Gestaltung des Glaubens als dem heilsamen Raum, den Gott in dieser Welt eröffnet. Deswegen sind wir aufgefordert, im Glauben zu reifen und darin zu wachsen, indem wir Haltungen ablegen, die den heilsamen Raum des Lebens im Glauben verfallen lassen oder gar zerstören.

Im Predigttext werden als Beispiele etwa das Ablegen von bösen Absichten, Betrug und Neid genannt. Der heilsame Raum des Glaubens in der Welt als das „Haus der lebendigen Steine“ kann nämlich nur wachsen, wenn das Fundament respektiert wird: Dieses Fundament, der tragende Grundstein, ist Jesus Christus. Er ist  gewissermaßen der Bauplan dieses geistlichen Hauses der christlichen Gemeinde.

Sein Leben und Sterben, seine Auferstehung und sein Evangelium geben die Hausordnung vor, die in diesem besonderen Raum des Glaubens gelten soll. In der Nachfolge Jesu können wir Christen einen Raum in dieser Welt darstellen, in dem eine andere Hausordnung gilt als sonst weithin in der Welt.

Die nicht mit Gott rechnende Hausordnung in der Welt heißt: Jeder und jede ist sich selbst überlassen. Jeder und jede ist zuerst immer sich selbst der Nächste. Die Folge ist ein großer Verdrängungswettbewerb, in dem letztlich das Gesetz des Stärkeren gilt. Viel Härte und Leid kommt dadurch zustande, dass bei diesem gottvergessenen Verdrängungswettbewerb die Schwächeren den Kürzeren ziehen: Die zerstörerischen Einstellungen, die im Predigttext genannt werden, sind Auswirkungen des Gefühls, irgendwie zu kurz zu kommen und nicht genug vom Leben zu haben.

Gott aber will dieses missgönnerische und gehetzte Gesicht der Welt verwandeln durch Christen, die Jesus Christus nachfolgen. Gott will uns speisen mit den guten Gaben des Glaubens, damit wir wachsen und reifen – so wie Babys durch die Muttermilch genährt und gekräftigt werden, damit sie sich gesund entfalten können. Wir sollen im Glauben gekräftigt werden, um der Hausordnung der Welt, – dem Recht der Stärkeren –, die Hausordnung Jesu entgegenzusetzen: Wahrhaftigkeit statt Überlistung – Bereitschaft zu teilen statt Besitzneid – Gemeinschaft statt Konkurrenz – Fähigkeit zur Selbstkritik statt Handeln aus Vorurteilen heraus.

Das sind in den Augen des Zeitgeistes nicht unbedingt Eigenschaften der Erfolgreichen. Aber es sind Haltungen, die Leben ermöglichen statt Verdrängungskonkurrenz.

Es ist für den Glauben wichtig, zu unterscheiden zwischen einerseits der Lebensgründung und andererseits der Lebensführung. Das Heil der Welt, die Lebensgrundlage im Glauben, ist allein Gottes reines, freies Geschenk. Gott hat seine Liebe als Grund der Welt gelegt in Christus.

Aber in Bezug auf unsere Lebensführung sind wir Mitgestalter des Reiches Gottes. Gott baut ein Gotteshaus in der Welt mit uns als Glaubenden als „lebendigen Steinen“.

Wir sind gewürdigt, mitzubauen – und diesen heilsamen Raum in der Welt mit zu entfalten. Wir können das, weil Gott uns im Glauben würdigt, Wohnstätten des guten Geistes Jesu Christi zu sein.

 

Ihr Gebet

Gebet

Herr Jesus Christus, wir danken dir,
dass du uns würdigst,
Träger deiner Verheißungen zu sein.
Verändere uns so,
dass wir gerne teilhaben aneinander.
Lass uns immer wieder neu entdecken,
dass wir selber wachsen,
wenn wir das Leben mit anderen teilen.
Mach uns zu Kanälen deines Leben schaffenden Handelns in dieser Welt.
Amen.

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