Christliche Themen für jede Altersgruppe

Notwendige Veränderungen

Lukas 16,1–8  Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Der sprach: Hundert Fass Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. Danach sprach er zu dem zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der sprach: Hundert Sack Weizen. Er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte.

Impuls für den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr: Lukas 16, 1-8.  Von Matthias Bauschert


Matthias Bauschert ist geschäftsführender Pfarrer in Renningen.



Da braucht man sich ja nicht zu wundern, dass der Job eines solchen Verwalters auf der Kippe steht! Aber es geht hier nicht um das arbeitsrechtliche Problem eines gekündigten Mitarbeiters, sondern um die Frage: Wie geht ein Mensch in einer Notsituation mit den Problemen um, die sich ihm stellen? Und da wird der Verwalter für sein kluges Verhalten gelobt.
Einen solchen Angestellten will wohl niemand haben, der den Besitz seines Chefs veruntreut. Doch was macht dann, in den Augen des reichen Mannes, die Klugheit dieses Verwalters aus? Es ist sicher nicht seine Untreue, die gelobt wird. Das wäre ja ein starkes Stück!
Er sieht sich genau an, wo er steht. „Ich verliere meine Arbeit“, sagt er sich. „Was soll ich jetzt tun?“ Und er beginnt mit einer nüchternen Selbsteinschätzung.
Graben, also schwere Arbeit leisten, das kann er nicht. Und zu betteln schämt er sich. Er weiß, dass er in Zukunft auf die Hilfe anderer angewiesen sein wird. So kommt er auf die Idee, den Schuldnern seines Herrn einen Teil ihrer Schuld zu erlassen. Damit hat er bei ihnen etwas gut. Sie sind ihm zu Dank verpflichtet. Er wird, so seine Hoffnung, von ihnen bekommen, was er zum Leben braucht: Unterkunft und Nahrung, menschliche Nähe. Klug ist es also, die Gegenwart zu erkennen und für die Zukunft Konsequenzen daraus zu ziehen.
Wozu erzählt Jesus dieses Gleichnis?
Jesu Gleichnisse sind Bilder für das „Himmelreich“, das „Reich Gottes“, von dem er sagt, dass es nahe herbeigekommen ist.
Und da wird mit diesem Gleichnis zweierlei deutlich. Es gibt diese Situation im Leben, wo die Folgen unseres Tuns und Lassens offenbar werden. Es kommt ans Licht, was wir nur zu gern unter den Teppich kehren würden. Wir werden erinnert an das, was wir doch lieber vergessen hätten. An unsere Lieblosigkeit, unseren Egoismus, unsere Ungerechtigkeit, unsere Unfähigkeit, uns vom Leid anderer berühren zu lassen. Das hören wir im ersten Teil des Gleichnisses in der Ankündigung des Gerichts: „Du bist entlassen; dich kann ich nicht gebrauchen; für dich gibt es keinen Platz in Gottes neuer Welt.“
Aber diese Gerichtsandrohung ist eben nicht das Einzige und nicht das Letzte. Im zweiten Teil des Gleichnisses wird davon erzählt, wie einer die Chance ergreift, sein Leben zu ändern. Was gelobt wird, ist sein Mut, nicht zu resignieren, obwohl für ihn Lebensperspektiven zu Ende gegangen sind. Schwierig für uns bleibt, dass der Verwalter immer noch „ungerecht“ handelt. Zunächst einmal überlegt er, was ihm selber nützt. Als Nebeneffekt tut er hoch verschuldeten Menschen Gutes, indem er ihnen einen Teil ihrer Schulden erlässt. Er beginnt wahrzunehmen, was andere brauchen.
Das Gleichnis Jesu macht deutlich: Egal, wo du stehst – es ist nicht zu spät! Du kannst die Gegenwart erkennen und für die Zukunft Konsequenzen daraus ziehen. Sieh dir dein eigenes Leben genau an, ohne etwas zu beschönigen. Du wirst entdecken, was du ändern musst und ändern kannst, um es im Sinn dessen zu führen, der dir dieses Leben geschenkt hat.
Das Reich Gottes werden wir mit unseren Taten nicht schaffen. Aber dass es kommt, von Gott her auf uns zukommt – das zu verhindern, wird uns genauso wenig gelingen!


Gebet
Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus
Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese
Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast,
und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch be-
hüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein
Tun und Lassen gefalle.
Aus Luthers Morgensegen








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