Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Aufgeschrieben

Seit einigen Jahren schon gibt es in der Stadtkirche Freudenstadt ein besonderes Angebot für Gläubige: Bei einem Gottesdienst haben Gemeindemitglieder mit Ziegelsteinen eine Mauer errichtet. Was als vorübergehende Aktion gedacht war, ist inzwischen aus dem Gotteshaus nicht mehr wegzudenken. Viele Besucher notieren seitdem auf kleinen Zetteln ihre Probleme und Gebete, um diese dann in die Löcher der Ziegelsteine zu schieben. Oft werden die Wünsche und Sorgen der Gemeinde, etwa beim Fürbittegottesdienst, vorgetragen.

Ich finde, das ist eine schöne Idee, und offensichtlich empfinden viele das Ritual als hilfreich. Vielleicht ist es das Gefühl, dass man mit dem Vorgang des Schreibens sich eines Teils seiner Sorgen entledigt. Vielleicht tut es einfach nur gut, manche Gedanken aufs Papier zu bringen – und zu sehen, dass sich die Sorgen als kleiner erweisen, als gedacht.

Oder es ist das Gefühl, mit seinen Ängsten nicht alleine zu sein, ein Teil davon abgeben zu können. Vielleicht werden auch all die Probleme greifbarer und erscheinen nicht mehr so drückend, wenn sie öffentlich vorgetragen werden. Oder man bekommt, alleine durch das Notieren, eine Antwort auf viele Fragen, die man sich sonst nicht zu stellen getraut hätte.

Als „Dampfventil der Seele“ ist das Schreiben einmal bezeichnet worden – und diese Wirkung kann man sich auch durchaus in Kirchenräumen, als Gebetsritual, zunutze machen, meint Ihre

Franciska Bohl

Luthers-Familienzeit

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