Christliche Themen für jede Altersgruppe

Sei getrost und unverzagt!

Josua 1,7–9  Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, auf dass du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten. Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.


Impuls zum Predigttext für den Neujahrstag: Josua 1,1-9.  Von Anne-Kathrin Kruse


Anne-Kathrin Kruse ist Dekanin in Schwäbisch Hall.


Das Volk Israel steht am Jordan. Am tiefsten Punkt der Erde, 250 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Fluss selbst ist nicht tief. Vorsichtig tippen sie mit den Fußspitzen an die Wellen, die leicht ans Ufer schwappen. Keine Ahnung, ob da nicht irgendwo spitze Steine oder Untiefen lauern. Sollen sie es wagen? Oder sollen sie etwa zurück in die Sicherheit gehen? Dahin, wo sie herkommen? Nein, das ist ja unmöglich.

Ein Blick zurück: Unter der Führung des charismatischen Rebellen Mose waren sie aus der Sklaverei in Ägypten geflohen und 40 Jahre durch die Wüste Sinai gezogen. Nun war der alte Wüstenfuchs gestorben. Der noch unerfahrene Josua sollte in seine großen Fußstapfen treten.

Josua – der Name ist Programm: Gott hilft, Gott rettet, Gott befreit. Sie stehen am Ufer. Gegenüber ist Neuland. Weites, unbekanntes Land – verlockende Freiheit, zum Greifen nahe! Gelobtes, verheißenes Land, da wo Milch und Honig fließen sollen. Aber alles ist ungewiss. Was steht, ist die Verheißung Gottes an Josua: Sei getrost und unverzagt!

Und wieder stehen sie am Jordan – Jahrhunderte später nach Höhepunkten und Tiefpunkten der biblischen Geschichte Israels. Der tiefste Tiefpunkt: die Zerstörung Israels und das anschließende Exil in Babylon. Nur die Verheißung erinnert sie daran, dass Gott sie nicht im Stich lässt. „Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“ (Vers 9) Nur Gottes Weisung, seine Gebote hält sie am Leben.

Tag und Nacht sollen sie darum sein Wort hochhalten, es lieben und wertschätzen, es beständig im Munde haben, sich auf der Zunge zergehen lassen, es im Herzen hin und herwenden und sich immer daran erinnern. „Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, auf dass du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst.“ (Vers 7)

Am Neujahrstag 2018 stehen wir am Jordan. Jahrtausende später – nach Höhepunkten und Tiefpunkten unseres Lebens. Mit dem neuen Jahr liegt Neuland vor uns, unbekanntes, unberührtes Land. Wir müssen mit Unerwartetem rechnen. Begegnungen, die unser Leben in eine andere Richtung lenken. Ereignisse, die deutlich Halt! rufen. Menschen, die sich uns in den Weg stellen. Und nicht zu vergessen die Liebe, die wie ein aufkommender Sturm plötzlich alles durcheinanderwirbelt.

Nicht Josua, sondern Jesus führt uns. Beide Namen gehen auf dieselbe Wurzel zurück – Jehoschua. Der Name ist Programm: Gott hilft, Gott rettet, Gott befreit. Am Neujahrstag wurde Jesus nach der Weisung Gottes beschnitten und damit in den Bund mit Gott aufgenommen. Mit ihm gehören wir mit in diesen Bund. Gottes Weisung ist mehr als eine Kalenderblatt-Weisheit, verlässlicher als eine bessere Schutzimpfung fürs neue Jahr. So lassen Sie uns „von guten Mächten wunderbar geborgen“ getrost und unverzagt ins neue Jahr gehen.


Gebet
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm du mir entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Kindern leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Lothar Zenetti in Evangelisches Gesangbuch, Nr. 382

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