Christliche Themen für jede Altersgruppe

Trost fürs Leben

2. Korinther 1,3–5+7 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: wie ihr an den Leiden teilhabt, so werdet ihr auch am Trost teilhaben.

Impuls zum Predigttext für den Sonntag Lätare: 2. Korinther 1,3–7.  Von Georg A. Maile

Georg A. Maile ist Pfarrer in Bad Schussenried.


Lobe den Herrn meine Seele und was in mir ist seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat, ja bitte, vergiss nicht, was dir im Leben schon alles an Schönem und Gutem begegnet ist. Manchmal wiegen die Sorgen viel mehr als die Leichtigkeit der guten Erinnerung, und fragend schauen die Menschen sich an: Wer ist da, der mir hilft? Warum verstehen wir uns nicht? Wenn doch nur jemand da wäre, der mich trösten könnte?

Paulus kennt die Trübsal, hat er doch selbst viel Leid, Not und Ablehnung erfahren. Ja, damals als er noch auf der anderen Seite kämpfte, hatte er viele Anhänger. Jeder kannte die Worte: Wie du mir, so ich dir, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Da war kein Platz für Barmherzigkeit. Aber jetzt, nach dem Damaskuserlebnis, nach dem Gesinnungswandel, nach der Erfahrung, Christus nimmt mich so an wie ich bin, auch mit meiner Vergangenheit, da leidet er mit, wenn er von allerlei Trübsal bei anderen erfährt. Petrus Ceelen, der katholische Aids-Seelsorger aus Stuttgart, hat den Satz geprägt: Wer spürt, was er sieht, der tut, was er kann. Menschen leiden aneinander, weil sie zu wenig miteinander reden, zu spät die klärende Aussprache suchen, nicht bereit sind, auch mal einen Schritt zurückzutreten und die Meinung anderer gelten zu lassen. Nicht selten sind es – von außen betrachtet – Kleinigkeiten, die sich zu einer Lawine verdichten, die, einmal ins Rollen gekommen, nur schwerlich aufzuhalten ist.

Paulus beginnt seinen Hoffnungsbrief mit dem Blick in den Himmel. Das tut jeder Sitzung und auch jedem Gespräch gut, sich zunächst darauf zu besinnen, was das Gemeinsame ist: das Ziel, die Idee, hier der Glaube an den Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes.

Trost ist Linderung der Schmerzen, die sich psychisch und körperlich bemerkbar machen: „Mir hat es die Sprache verschlagen – der ständige Konflikt bereitet mir Kopfzerbrechen – das schlägt mir auf den Magen – wenn ich nur daran denke, kriege ich schon Herzbeschwerden.“ Von Paulus lernen wir, zunächst den Blick zum Himmel zu richten und dann erst, auf uns und um uns herum zu schauen. Oft ist ein Perspektivenwechsel hilfreich.

Im Religionsunterricht in der Grundschule ist Spielstunde angesagt. Ich bringe 18 zerzauste Wollknäuel mit und freue mich über die Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit der Kinder, alles wieder in Ordnung zu bringen. Ich sehe, wie sie sich gegenseitig helfen, aus den Verknotungen wieder einen Knäuel zu machen. Auf die Frage: „Wo habt ihr das gelernt?“, kommen schnell die Antworten: Von meiner Mami, die froh ist, dass ich ihr die Wolle auseinander fädle, von meiner Oma, die beim Sockenstricken sich schon öfters verhaspelt hat, von meinem Daddy, der immer sagt: In der Ruhe liegt die Kraft. Schnell kommen wir ins Gespräch, was man sonst noch so zuhause lernt: Wenn ich traurig bin, gehe ich zu meiner großen Schwester, sie nimmt mich in den Arm und tröstet mich; und ich kann Tränen trocknen und ich bin einfach da, wenn mich meine Freundin braucht. „Toll, ihr macht genau das Richtige“, sage ich, und wir fassen uns an den Händen an, „auf der einen Seite empfangen wir etwas Gutes und auf der anderen Seite geben wir das Gute weiter. Das ist wichtig, sich verstanden und angenommen zu wissen“.

Für Paulus steht fest: Im Empfangen und Geben vollzieht sich unser Leben. Als von Gott geliebte und getröstete Menschen können wir anderen Trost geben in ihrer jeweiligen oft schwierigen Situation. Nicht immer sind es die großen Worte, die trösten, oftmals braucht es nur ein einfühlsames Zuhören, damit der andere, die andere wieder neuen Lebensmut und Lebensfreude bekommt. Das will uns der heutige Sonntag Lätare (Freuet euch) mit auf den Weg geben. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.


Ihr Gebet

 
Gebet

Oh Herr,
mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man mich hasst;
dass ich verzeihe, wo man mich beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum herrscht;
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel ist;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Dein Licht anzünde,
wo die Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Friedensgebet aus Frankreich


Evangelisches Gemeindeblatt

Aktuelle Ausgabe 49/2017

THEMA - Angst überwinden

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