Christliche Themen für jede Altersgruppe

„Was sollen wir tun?“

Lukas 3,3+4;10–14: Und Johannes kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja (Jesaja 40,3–5): „Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben!“ Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir nun tun? Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso. Es kamen aber auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! Da fragten ihn auch Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!

Impuls zum Predigttext für den 3. Advent: Lukas 3,1–14.

Johannes der Täufer tauft am Jordan und löst mit seinen wortgewaltigen Gerichtspredigten eine Volksbewegung aus. Von Jerusalem und Jericho kommen die Menschen, um sich von ihm taufen zu lassen. Eine äußerst sonderbare Erscheinung ist dieser Johannes. Er stammt ja aus einem altehrwürdigen Priestergeschlecht und könnte eigentlich wie sein Vater Zacharias am Tempel Dienst tun. Stattdessen lebt er fernab von aller Zivilisation ein asketisches Leben. Er verzichtet freiwillig auf alle Annehmlichkeiten der Kultur und kehrt zurück zum Ursprung, der für Israel in der Wüste liegt. Im Weg durch die Wüste kommt das Heil - so die Erfahrung des Gottesvolks. Also macht sich Johannes in die Wüste auf, um ein neues Leben zu beginnen, zu dem er das Volk mitnehmen will. Mit seiner ganzen Gestalt setzt er ein Zeichen zum Neuanfang. Er verzichtet auf alle Nahrungsmittel, die durch die Hand von Menschen gegangen sind, und ernährt sich allein von dem, was Gottes Natur hergibt: von Heuschrecken und wildem Honig. Heuschrecken gelten als blutlose Tiere. Johannes radikalisiert damit das Verbot des Blutgenusses und treibt die priesterlichen Reinheitsgebote auf die Spitze. Er isst weder Brot, noch trinkt er Wein, was selbst für einen strenggläubigen Nasiräer außergewöhnlich ist. Auch wie er sich kleidet, ist zeichenhaft: Er trägt ein Gewand aus Kamelhaaren mit einem ledernen Gürtel um die Lenden. Wie ein Prophet, wie Elia, kommt er daher. Als Prediger der Endzeit weist er hin auf den kommenden Heiland, Jesus, den er selbst taufen wird.

Mit seinem ganzen Leben drückt Johannes aus, was er den Menschen zuruft: Tut Buße! Kehrt um! Bereitet euch auf die Begegnung mit dem Heiland vor, der euer Retter und Richter ist. Wer hat euch denn gewiss gemacht, dass ihr dem Zorn des Gerichts entrinnen werdet? Seht zu, dass ihr euch nicht nur Kinder Abrahams nennt, sondern auch so euer Leben führt!

Merkwürdigerweise: So unbequem die Botschaft des Johannes auch ist, er trifft den Nerv seiner Zeitgenossen. Einen richtigen Massenauflauf verursacht er. Zu ihm kommen sogar Zöllner und Soldaten, die fragen: „Meister, was sollen wir denn tun?“ Johannes antwortet darauf nicht mit spektakulären Forderungen. Er erwartet nicht, dass sie ihren Beruf aufgeben, sondern dass sie ihn gerecht und barmherzig ausüben sollen. Damit jeder wie ein guter Baum rechtschaffene Früchte trägt.
Ob Johannes auch bei uns Erfolg hat mit seinem Ruf? Adventszeit ist Bußzeit. Die eigentlich relevante Frage dieser Tage ist diejenige, die die Menschen an Johannes stellen: „Was sollen denn wir tun?“ Unvorstellbar, dass er antworten würde: Ihr sollt noch dies und das eurem Wohlstand hinzufügen, um euch in adventliche Stimmung zu versetzen. Sondern: Bereitet dem Herrn den Weg, damit er geradewegs in eurer Leben einkehren kann! Was bisher krumm war, soll gerade werden. Was nicht recht war, das sollt ihr recht machen. Vertut Eure Zeit nicht mit Nichtigkeiten, ergreift vielmehr die Chance zum Neuanfang. Und vergesst diejenigen nicht, die eurer Barmherzigkeit bedürfen: „Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.“

Gebet

Lieber Heiland, du bist auf dem Weg zu uns.
Hilf, dass auch wir dir entgegengehen.
Mach, dass deine Kirche sich auf dich zu bewegt
und die Welt dabei mit in Bewegung versetzt.
Denn deine Gegenwart und deinen Frieden
ersehnen wir.

Amen

Evangelisches Gemeindeblatt

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