Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wie der Heilige Geist wirkt

Apostelgeschichte 2,14–21 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist‘s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1–5): „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe der große Tag der Offenbarung des Herrn kommt. Und es soll geschehen: wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.“

Impuls zum Predigttext für den Pfingstsonntag: Apostelgeschichte 2,1–21.  Von Ulrich Heckel


Ulrich Heckel ist Oberkirchenrat und Theologischer Dezernent der Landeskirche.
Foto: Landeskirche/Gottfried Stoppel

 

Nächstes Jahr ist Reformationsjubiläum. Da feiern wir nicht den Geburtstag unserer Kirche, sondern die Wiederentdeckung des Evangeliums. Der Geburtstag der Kirche war schon viel früher, nämlich beim ersten Pfingstfest, wie es Lukas in Apostelgeschichte 2 erzählt.
Nun geht in Erfüllung, was Johannes der Täufer angekündigt hat, nämlich dass einer kommt, der mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen wird. Der ist gekommen, getötet und auferweckt worden. Bei seiner Himmelfahrt hat er den Jüngern versprochen, dass sie mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Das Pfingstfest ist da und der Geist zeigt Wirkung: Die Anwesenden reden in anderen Zungen, das heißt in fremden Sprachen zahlreicher Völker. Die Menge reagiert mit Entsetzen. Die einen hören einen ekstatischen Lobpreis Gottes in ihrer eigenen Muttersprache, andere spotten über das Lallen der Besoffenen.
Den Spott weist Petrus in seiner Pfingstpredigt zurück: Diese sind nicht betrunken, ist es doch erst neun Uhr am Morgen. Vielmehr geht hier in Erfüllung, was Gott durch den Propheten Joel geweissagt hat. Die Endzeit hat begonnen, die Vollendung der Geschichte, die Zeit des Heils. Gott gießt seinen Geist über alle Menschen aus. Das haben die Anwesenden soeben erlebt im Brausen des Windes und den Feuerzungen, in der Zungenrede und dem Lobpreis Gottes. Die entscheidende Wirkung des Geistes aber ist die prophetische Rede, das heißt die Verkündigung der großen Taten Gottes, das Zeugnis der Apostel vom Tod und der Auferstehung Jesu, wie es Petrus in seiner Pfingstpredigt weiter ausführt. Fragen die Anwesenden: Was sollen wir tun? Antwortet Petrus: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“ Damit nimmt Petrus den Satz des Propheten Joel auf, dass Heil, Rettung und Seligkeit jedem verheißen wird, der den Namen des Herrn anruft. Ebendies geschieht in der Taufe. Wer sich auf den Namen Jesu Christi taufen lässt, wird selig werden, Vergebung der Sünden erfahren und den Heiligen Geist erhalten.
Durch die Gabe des Geistes ergibt sich eine Parallele zwischen Pfingstfest und Taufe. Wie die Jünger an Pfingsten mit dem Heiligen Geist „getauft“ wurden, so empfangen auch die Glaubenden bei ihrer Taufe den Heiligen Geist. Taufe und Geistempfang gehören zusammen. Der Heilige Geist kann wie bei Kornelius schon vor der Taufe auf alle herabkommen, doch in der Regel wird er nach der Taufe durch Handauflegung vermittelt. Fehlt eines von beiden, so muss der Mangel unverzüglich behoben werden. Darum will Petrus mit seiner Pfingstpredigt sagen: Wollt ihr den Geist bekommen, müsst ihr euch taufen lassen! In eurer Taufe hat sich erfüllt, was für Pfingsten verheißen war. Es ist der Geburtstag eures Christseins. Ihr habt den Heiligen Geist empfangen!

 


Ihr Gebet

Gebet
Ewiger Gott,
öffne unser Herz für deinen Heiligen Geist
erleuchte und und mach uns eins.
Komm, die Erde zu verwandeln
und die Menschen zu erneuern
durch die Kraft deiner Liebe,
der Sprache, in der dich alle Völker verstehen.
Amen.

Gottesdienstbuch für die Evangelische Landeskirche in Württemberg. Erster Teil, Stuttgart 2004, S. 155

Bücher zum Thema Pfingsten finden Sie HIER

Evangelisches Gemeindeblatt

Aktuelle Ausgabe 47/2017

THEMA - Angst überwinden

Ausgabe 4/2017

Luthers-Familienzeit

Jetzt Online-Magazin testen.