Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wir sind in Gott geborgen

1. Korinther 3,9 – 15 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr  seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Ich nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird‘s klar machen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.

Impuls zum Predigttext für den 12. Sonntag nach Trinitatis: 1. Korinther 3,9 – 15:  Wir sind in Gott geborgen.

Beatus Widmann ist Dekan des Kirchenbezirks Balingen.

Paulus schreibt diese Verse, weil in Korinth gegeneinander gelebt und geglaubt wird. Einer sagt: Ich gehöre zu Paulus. Der Andere sagt: Ich gehöre zu Apollos. Der Dritte: Ich zu Kephas. Der Vierte: Ich zu Christus. Die Gemeinde ist in verschiedene Lager gespalten. Jeder und jede fühlt sich einer bestimmten Autorität zugehörig. Dagegen ermahnt Paulus zum Miteinander.

Schon am Anfang der christlichen Kirche treten Parteiungen auf und bis heute gibt es innerhalb unserer Landeskirche den oft spannungsvollen Gegensatz zwischen den verschiedenen Gesprächskreisen. Obwohl scharfe Profilierungen manchmal unvermeidlich sind, um der christlichen Wahrheit willen, so gefährden sie doch jedes Mal das Miteinander. Paulus findet sich mit dem Gegeneinander in Korinth nicht ab. Er geht ihm auf den Grund. Zwar sind es oft ganz bestimmte Menschen, die uns als Vorbilder den Glauben vertraut gemacht haben und unser Leben entscheidend beeinflusst haben, aber diese sollen nicht in Konkurrenz zueinander gebracht werden.

Paulus betont seine fundamentale Funktion bei der Gründung der Gemeinde in Korinth, damit diese nur auf tragfähigem Fundament weiter gebaut wird. Wem gehören wir?

Diese Grund-Frage findet ihre Antwort: Wir gehören Jesus Christus. Diese Antwort erwartet Paulus von seiner Gemeinde. Das ist die Antwort, die ein Gegeneinander in der Gemeinde überwindet. Wollen wir beim Bau unserer evangelischen Kirche mitwirken, so müssen wir diesen Grundsatz gelten lassen. Allein Jesus Christus ist das Fundament. Wir sollen weiter bauen. Aber wie?

Einige denken über das „wie“ nur wenig oder gar nicht nach. Ihnen genügt der gelegte Grund. Alles Weitere wollen sie selbst nicht verantworten.

Andere sind der Ansicht: So wie es früher war, so ist es richtig. Sie lehnen neue Mittel und Wege ab. Wieder andere bauen wild drauf los, Hauptsache es tut sich was in der Kirche. Wieder andere orientieren sich ganz an staatlichen Strukturen und Systemen und sehen darin den Erfolg garantiert. Die Frage, wie wir auf den Grund bauen sollen, bleibt eine brennende. Aber was sind kostbare, feuerfeste Stoffe? So leicht ist das nicht zu beurteilen, schon gar nicht allein vom Augenschein her. Kann nicht eine kleine Gemeindeversammlung „kostbarer“ sein als ein noch so großes christliches Festival? Kann nicht eine armselige Versammlungshütte aus Holz und Stroh „feuerfester“ sein als eine gotische Kathedrale aus Glas und Stein? Vor Gott ist eben nicht alles Gold, was glänzt. Wir können imponierend bauen, können viel auf die Beine stellen, können Action und Programme und Projekte machen, aber haben wir damit kostbar und feuerfest gebaut? Haben wir damit auf den gelegten Grund gebaut? Es ist doch allein Gnade, wenn wir beim Bau der Kirche mitwirken können, so wie es allein Gottes Gnade war, dass Paulus in Korinth den Grund legen konnte.

Warum? Weil allein die Gnade uns Christus ähnlich macht. Weil allein sie uns dem gelegten Grund angleicht. Aber ob wir feuerfest oder feuergefährlich gebaut haben, das bleibt jetzt noch verborgen, das wird dann aber offenbar sein. Wir brauchen beim Bau der Kirche nicht ängstlich auf Lohn oder Schaden starren. Das Gericht soll uns nicht schrecken. Selbst wenn unser Werk verbrennen sollte, und sei es unser ganzes Lebenswerk, so sind wir selbst als Person doch gerettet. Wir sind und bleiben in Gott geborgen. Das ist die tröstliche Perspektive und die gnädige Verheißung, die uns miteinander ans Werk gehen lässt beim Bau der Kirche Jesu Christi.

 

Ihr Gebet

Gebet

So weiß ich, was ich glaube,
ich weiß, was fest besteht
und in dem Erdenstaube
nicht mit als Staub verweht;
ich weiß, was in dem Grauen
des Todes ewig bleibt
und selbst auf Erdenauen
schon Himmelblumen treibt.

Ernst Moritz Arndt. In: Evangelisches Gesangbuch, Nummer 357,5.

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