Eugen Völlm (84): „Mir ist klar geworden, welche Verantwortung ich allein durch mein Dasein habe“
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Kurioses aus Kirche und Internet Frisch Fromm Frei präsentiert interessante, aber auch skurrile christliche Internetangebote und Nachrichten – wenn auch "anders verpackt". Die "frischen vier Minuten" sind eine Kooperation des Evangelischen Medienhaus und der Evangelische Gemeindepresse GmbH in Stuttgart.
Vom Neckarland
1
Gar lieblich, wie ein silbern’ Band,
der Neckar, fließt durchs Schwabenland.
Er windet sich, auch zieht er Schlaufen,
als wollt’ er zögern fortzulaufen.
So tränkt er Wiesen, fruchtet Auen,
erfreuet, die das Land bebauen.
Auch das Klima stimmt er milde,
gleichet aus das Herbe, Wilde.
2
Doch ist’s dem Neckar nicht mehr wohl,
er fühlt sich matt und ganz zerschlagen,
sein Sein und Wesen ist ganz voll,
von dem, womit man ihn beladen.
Sein Antlitz ist auch nicht mehr klar,
auch sein Geruch ist ganz verdorben,
die Reinheit einst sein Segen war,
doch nun ist er schon halb gestorben.
3
Wenn schon der Fluß, die Lebensader,
aus dem letzten Loche pfeift,
ist bald für’s Land, des Flusses Vater,
das Grauen selbst gar bald erreicht.
Von Jahr zu Jahr erlöschen Arten,
im Wasser, Land und in der Luft,
ob das die Menschen auch gewahrten
und sie zur Neubesinnung ruft?
4
Die Masse badet in Genüssen,
und liebt die Szenen da man lacht,
den Süchten viele dienen müssen.
Sind hier nicht Zweifel angesagt?
So geht’s den Menschen wie dem Fluß!
Nach außen scheint es noch zu gehn’
doch könnt man in das Inn’re sehn,
da wär’s mit der Fassade Schluß.
5
Der Zeitgeist will nur „heute“ leben,
er haßt den Ernst, denkt nicht an morgen,
will all’zeit nur nach Wohlfahrt streben,
sich wegen Schuldenlast nicht sorgen.
Ihn stört nicht, wenn wir heut’ verbrauchen,
wovon die Zukunft sollte zehren,
wenn er nur kann in Wollust tauchen,
und seine Freiheit stet’s vermehren.
6
Das Wohl des Ganzen ist nicht wichtig,
wenn nur der Teil gar alles hat.
So sind nun viele bindungsflüchtig
und lehnen wahre Ehe ab.
Doch die Gier nach Lustgewinn,
wo viele Leben wie im Rausch,
verdeckt den Blick auf Lebenssinn,
und machte krank die Menschen auch.
7
Schau auf die Kinder, welche Leiden!
Gar viele kommen krank zur Welt.
Man könnte diese Not vermeiden,
mit Lieb’ und Demut, ohne Geld.
Wenn sich nicht ändert unser Leben,
und ausgemerzt wird bloßer Spaß,
wird’s bald den Neckar nicht mehr geben,
im Sand ertrinkt sein letztes Naß...
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