Eugen Völlm (84): „Mir ist klar geworden, welche Verantwortung ich allein durch mein Dasein habe“
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Ferien in Mexiko
Ferien in Mexico – Patentante lernt Lektion
Die Patentante von Anita konnte es nicht fassen, als sie deren Reisepläne erfuhr.
Die Einundzwanzigjährige wollte doch für 900 DM mit einem Frachtflugzeug, beladen mit Tulpen, von Amsterdam aus nach Mexico fliegen. Flug hin und zurück. Ganz allein und auf sich selbst gestellt.
Die Phantasie der Tante schuf allerlei mögliche, aber auch unmögliche Gefahren, in welche ein junges Fräulein bei so einem Trip kommen könnte. Etwas mildernd war, dass in Mexico City ein Briefkontakt zu einer Familie bestand, bei der Anitas Freundin ein Jahr zuvor schon Gast war. Die Tante von Anita sah deren Pläne auch noch als ziemlich rücksichtslos gegenüber Anitas Mutter an. Diese hätte zu dieser Zeit die Hilfe von Anita auf dem Hof sehr gut gebrauchen können. Aber nein, Anita benützte ihre Semesterferien, um 6 Wochen in Mexico Land und Leute kennenzulernen.
Anitas Tante hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, was für eine wichtige
Lektion sie noch zu lernen hatte
Auch die alte Großmutter, zu der Anita ein inniges Verhältnis hatte, sah das Ganze mit großer Sorge, die sie natürlich im Gebet vor Gott brachte. Bei der Großmutter spielte durch ihr Alter und ihr Kranksein die Angst eine große Rolle, sie könnte sterben,
während das eine oder andere Familienmitglied gerade im Urlaub war. Da kam schon mal der Ausspruch zustande: „Ach Großmutter, wenn wir da auf dich hören würden, könnten wir schon etliche Jahre nicht mehr in Urlaub fahren.
Nun aber zu dem Tag des Abflugs in Amsterdam. Auf dem Flughafen angekommen, erfuhr Anita, dass das Frachtflugzeug gar nicht flog. Da der Flug schon bezahlt war und sie das Flugticket hatte, suchte das Reisebüro nach einem Ersatzflug. Dieser Ersatz war ein Linienflug, direkt nach Mexico City in der Ersten Klasse, zum gleichen Preis. Kaum zu glauben, sie war auf einmal Passagier der ersten Klasse! Zielort beim Flug mit der Frachtmaschine wäre nicht Mexico City gewesen. Durch diese Umstände blieben ihr ein paar Stunden Busfahrt erspart.
War das eine Ersatzlösung? Wohl die Beste die es gab!
In Mexico City angekommen, genoß sie einige Tage das Neue , das Fremde. Leider war die 17jährige Tochter Theres krank und befand sich nicht weit von der elterlichen Wohnung in einer Privatklinik. Niemand ahnte, daß dieses junge Mädchen nur noch ein paar Tage leben würde. Anita war gerade eine Woche bei der Familie, als früh am Morgen ein Anruf von der Mutter aus der Klinik kam, sie sollten in die Klinik kommen. Eigentlich waren sie, Monique die älteste Tochter und Anita, schon fast auf dem Weg zur Uni, als sie der Anruf erreichte. Sie gingen dann zur Klinik, nicht ahnend was dort passiert sein könnte. Erst als sie dort ankamen, sagte man ihnen, daß Theres soeben verstorben sei. Das war ein großer Schock für die beiden Mädels. In dem Moment war es für Monique einfach gut, dass Anita da war.
Für Jeremie, den Jüngsten mit 13 Jahren, war es auch ganz schlimm, daß seine Schwester nicht mehr da sein sollte. Er konnte das Unfassbare nicht fassen.
Nach zwei Wochen Mexico City reiste Anita weiter. Bei einer 34 Stunden dauernden Eisenbahnfahrt, auf der sie irgendwann vor Müdigkeit mal eingeschlafen sein mußte, hat man ihr Kamera, Tagebuch und Schuhe gestohlen. Danach hat sie sich immer wieder mit anderen Touristen zusammengetan. Anita könnte hier noch vieles erzählen, doch die Tante wollte schreiben, was für sie das Wichtigste bei der Geschichte war. Ja, die Patentante hat ihre Lektion bei der Geschichte gelernt. Wenn Gott einen Menschen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort haben will, dann kann das Vorhaben desjenigen für alle verrückt erscheinen, und trotzdem hat es seinen Sinn. In Sprüche 16,4 steht geschrieben: „ Der Herr macht alles zu bestimmtem Ziel, auch den Gottlosen für den bösen Tag.“ Sollte er da nicht auch den Gottesfürchtigen an einem bestimmten Tag an einen bestimmten Ort stellen können, so wie bei Anita und sei die Entfernung über Tausende von Kilometern?
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